Lieber Tim Cook,

seit einigen Wochen geistern vermehrt Nachrichten durch das Web, dass Apple das “nächste grosse Ding” vorbereitet.

Robert Scoble, der liebenswert-agile Trend-Spürhund, will im Januar auf der CES Las Vegas einen Carl-Zeiss-Mitarbeiter gesprochen haben, der ihm versicherte, dass seine Firma zusammen mit Apple an der Zukunft der User-Interfaces arbeitet. Von einer Datenbrille wurde gemunkelt. Einer Mixed-Reality-Technologie (http://bit.ly/2jcj50o), die das iPhone alt aussehen lässt (http://bit.ly/2jcBnhV).

Auch andere Quellen wollen etwas gehört haben. Ein Analyst lehnte sich besonders weit aus dem Fenster und mutmaßt, dass aus Ihrem Haus eine Technologie kommen wird, die unsere Art, wie wir das Web heute nutzen, um 3–5 Jahre in die Zukunft katapultieren wird (http://bit.ly/2iFiQig).

Natürlich werden Sie mir keine Antwort darauf geben, ob das stimmt, oder nicht. Vielmehr möchte ich Ihnen ein Vorab-Feedback geben und sie ermuntern, uns — Nutzern, wie Entwicklern und Kommunikations-/Medien-Konzeptoren — ein solches Gerät zur Verfügung zu stellen.

Den wir sind bereit dazu.

Bereit, diese neue Technologie zu nutzen und auch bereit dazu, kreative Anwendungen und omnimediale Projekte und Lösungen damit zu entwickeln.

Ich für meinen Teil integriere Mixed Reality bereits fest in meine Arbeit ein. Meinen Kunden erzähle ich von den Möglichkeiten und dem Stand der Dinge.
In Projekten schaue ich — entschuldigen Sie bitte das Wortspiel — durch die Mixed-Reality-Brille und überlege, wie diese Technologie sich auf die (ich denke nahe) Zukunft auswirken wird.
Die Interakion mit der Umgebung, die Interpretation der realen Umgebung als real-digitalen Erlebnisraum (http://bit.ly/2k7gOaI), alles das ist eingeplant und wird bisher mit analogen/digitalen Hacks und Raffinesse sehr improvisiert umgesetzt.

Aber, Sie sehen, wir rechnen fest damit!

Web-Nutzer wollen es einfach einfach und nichts ist einfacher, als mit realen oder digitalen Elementen im Raum, im Sichtfeld zu interagieren. Pókemon Go hat uns allen gezeigt, wie die Welt um uns herum erweitert werden kann, wie digitale Elemente mit der analogen Realität verschmelzen. Das wollen wir auch in unserer Kommunikation, unserer Information und in unserer sozialen Interaktion. Sie und ich wissen, dass es die Zukunft ist.

Ich denke, sie machen das wieder so, wie es ihr Vorgänger bei Apple machte: Aus dem, was technisch möglich ist, eine extrem innovative Nutzer-freundliche Lösung. Nichts neu erfinden, sondern Vorhandenes optimal zu einem einmaligen Produkt verbinden.
Andere, allen voran Ihre Konkurrenz von Google, haben sich die Finger am Thema Datenbrille verbrannt. Aber Sie kennen das natürlich auch. Ich sage nur: Newton. Ich habe immer noch 2 dieser Geräte hier liegen und ja, sie waren ihrer Zeit verdammt weit voraus. Zu weit, wahrscheinlich.

Sollten Sie aber heute die Technologie wirklich besitzen, auf die Sie sich mit vielen Einkäufen von entsprechenden Firmen und deren Know How doch auch irgendwie gezielt vorbereiten (http://bit.ly/2k4zkg3), dann kommen Sie bitte damit auf den Markt. Immerhin wäre dieses Jahr ein guter Zeitpunkt. Das zehnjährige iPhone-Jubiläum mit einem neuen, überraschenden Produkt zu krönen, wäre sicher ein gelungener Marketing-Coup.

Ich bin gespannt, drücke Ihnen die Daumen, dass alles gut gelingt und freue mich auf ein mögliches grossartiges neues Stück Technik.

Mit den besten Grüßen,
Frank Tentler

P.S.: Falls Sie noch eine Testperson benötigen, können Sie gerne eines der neuen Geräte in meiner direkten Umgebung “verlieren”.