Raumgeschichten

Im Zentrum meiner aktuellen Projekte steht die Transformation der analogen Stadt in eine real-digitale. Alle diese Projekte haben zur Zeit einen unterschiedlichen Ansatz. Gehen die einen davon aus, dass sie sich eine App wünschen, um mit ihren Bürgern und Touristen Informationen auszutauschen, wollen andere wiederum gleich die gesamte Stadt in einen real-digitalen Erlebnisraum verwandeln.

Allen diesen Konzepten liegt zu Grunde, dass sich die Anbieter aus den unterschiedlichen Bereichen einer Stadt wünschen, eine Interaktion zwischen Bürgern und Touristen auf der einen Seite und städtischen Angeboten auf der anderen aufzubauen, die in ihrer eigenen real-digitalen „Welt“ stattfindet. Dabei gehen Sie davon aus, dass die Nutzer von Smartphones mobil an den Orten informiert und unterhalten werden wollen, an denen sie sich gerade befinden. Und das mit den möglichst für sie persönlich relevantesten Medien und Informationen. Ebenso spielt der Gedanke eine Rolle, dass sie sich nicht wünschen, dass die Nutzer von Smartphones während eines Besuches einer Stadt ständig auf deren Bildschirme starren. Vielmehr wünschen Sie sich, dass das Angebot an Information und Medien so konkret ist, dass ein Smartphone so selten wie möglich genutzt werden muss, damit Augen und Kopf für die Sinneseindrücke frei bleiben, die einen umgeben.

Mit der klugen und einfachen Vernetzung von Menschen mit für sie relevanten Informationen, bilden sich Interaktionen, die ein minimales Nutzen von elektronischen Geräten ermöglicht. Denn wenn ich nicht mehr intensiv suchen muss, sondern die für mich wichtigen Informationen geliefert bekomme, wenn ich sie brauche, benutze ich auch die dafür nötigen Geräte eindeutig weniger. Was sich so einfach anhört, ist jedoch der Gordische Knoten, den man zerschlagen muss, wenn man ein erfolgreiches Projekt in und mit einer Stadt angehen will. Da wir nicht mehr von einem reinen digitalen Umfeld sprechen, wie es zum Beispiel bei Amazon und Co. zu finden ist, muss der reale Sinneseindruck eine eindeutige Wertsteigerung erhalten und zentral das Angebot definieren.

Zu Beginn erschien mir das eine fast unmögliche Aufgabe. Ich merkte aber, dass ich nicht die gesamte Stadtbetrachten darf, sondern dass ich sie in viele kleine zu planende Untereinheiten zerlegen muss. Als nächstes suchte ich mir die Möglichkeiten heraus, die sich als einfach angeboten.

Was sich zunächst wie eine unlösbare Aufgabe anhört, bekommt dann Sinn, wenn ich mir eine Stadt eher als ein Museum vorstelle, als eine technische Plattform., da sie sich immer zuerst über ihre sensorischen Eindrücke erschließt und schon alleine wegen ihrer „reizvollen“ Inhalte eine Nutzung des Smartphones vergessen machen sollte.

Ausgehend von der Idee der externen Reize habe ich begonnen mir eine Stadt in entsprechende Sektoren und Bereiche zu zerlegen. Ich schaue mir an, welche der Angebote ähnlich funktionieren könnten, wie ich es mir bei Kunst und Kulturangeboten vorstellen würde. Das hilft mir gerade sehr, eine dynamische und sinnvolle Story für den real digitalen Erlebnisraum einer Stadt zu entwickeln. Diese Form des Erzählens in einem 3-dimensionalen Raum, finde ich extrem spannend, aber auch recht kompliziert. Dazu finde ich leider keine vergleichbaren Beispiele und taste mich deshalb langsam, aber neugierig und mehr und mehr begeistert voran. Ich denke, dass wir dafür eine neue Dimension des Erzählens definieren müssen. Ich sehe dagegen Social Media als eine Form des 2-dimensionalen Erzählens an. Erst in der Verbindung mit einem realen digitalen Erlebnisraum und seinen räumlichen Koordinaten, wird daraus eine sehr komplexe, und spannende Form des Erzählens.

Auch diese Möglichkeiten sind ein Aspekt der mich an einer Stadt. begeistert.

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