Warum Trump ökonomisch scheitern wird und Deutschland einmal mehr aufpassen muss, den Anschluss und den Sozialstaat nicht zu verlieren.

In den kommenden 5 Jahren werden alleine in den USA bis zu 2,5 Millionen Jobs verloren gehen. Künstliche Intelligenz, Roboter und eine daraus resultierende Automatisierung von Prozessen und ganzen Berufswelten wird in vielen Bereichen zu einer Ablösung menschlicher Arbeitskräfte führen.

In einem Beitrag las ich am Wochenende, dass die eigentliche Gefahr künstlicher Intelligenz nicht die Erschaffung eines Terminator-Weltuntergangsszenarios ist, sondern die komplette Abschaffung der gesellschaftlichen Mittelschicht durch eine Vernichtung ihrer Verdienstmöglichkeiten. Daraus wird Unzufrieden und grosse Armut resultieren, die wiederum zu gesellschaftlichen Spannungen führen wird.

Es mag eine weitere futuristische Übertreibung sein, was die Folgen angeht. Fakt ist aber, dass es gigantische gesellschaftliche Umwälzung geben wird. Ob LKW-/Taxi-/Liefer-Fahrer, ob Social-Media-Manager, Call-Center- und Service-Mitarbeiter, Lagerkräfte, Strassenfeger, Müllmänner, Softwareentwickler, Designer, Webentwickler, oder viele, viele weitere Berufe, wo bisher der Mensch durch Training und Erfahrung einen entlohnten Beitrag leistet, wird es innerhalb einer Generation nicht mehr geben. Jugendliche, die heute einen Beruf erlernen, müssen damit rechnen, dass es ihn in 20 Jahren nicht mehr gibt, wenn künstliche Intelligenz und reale oder digitale Roboter ihn machen können.

Ich kann mir kaum einen Beruf vorstellen, der nicht davon betroffen ist. Entweder direkt, oder indirekt.

Über die technischen Folgen wird bereits seit dem Ende der 1990er Jahren unter Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Fachrichtungen fleissig diskutiert. Welche Rückschlüsse wir aber bereits seit mindestens 10 Jahren für unsere Gesellschaft und das soziale und berufliche Miteinander daraus in die Tat umsetzen sollten, ist nicht zu sehen. Während wir uns noch über die Folgen für unsere Autoindustrie durch selbstfahrende Autos unterhalten, sollten wir uns lieber schnellstmöglich über die Menschen Gedanken machen, die durch ihren Verdienst diese Fahrzeuge in Zukunft bezahlen müssen. Oder, besser gesagt, keinen Verdienst mehr haben, um sie zu bezahlen.

Natürlich passen wir Menschen uns an. Sicher wird uns dazu etwas einfallen, denn wir sind Überlebenskünstler. Aber die enorm schnelle Entwicklung dieses Bereichs, bei dem aktuell durch Entwicklungs-Quantensprünge alle Dämme einzureisen scheinen, verlangt ebenso schnelle Ausgleichsplanungen. Und die sehe ich nirgendwo. Im Gegenteil. Trump gewann seine Wahl mit Versprechungen zu mehr menschlichen Jobs und der Abschaffung sozialer Leistungen. Viele Populisten Kopieren ihn und die Menschen, die diese Entwicklung nicht sehen, oder verstehen, glauben ihnen gerne. Allerdings geht die reale Entwicklung nicht in Richtung “Country XY First!”, sondern “Künstliche Intelligenz und Roboter zuerst!”, da hier der wesentlich größere Profit zu finden ist.

Skeptikern dieser Sichtweise rate ich daher dringend, den in diesem Beitrag verlinkten Obama-Report zu künstlicher Intelligenz und Automatisierung zu lesen.

“Follow the Money!” ist eine ebensolche Empfehlung, um zu begreifen, wohin die Reise geht.

Sieht man sich die Billiarden von Dollars an, die weltweit in die Infrastruktur von künstlicher Intelligenz und Hardware-/Software-Roboter investiert wird, sollte das nachdenklich machen und zum Handeln aufrufen.