Das Herz sagt “Baby” — der Verstand Sagt “Job”

Die Entscheidung einer Frau zwischen Familie und Beruf. Hören wir noch auf unseren Bauch und unser Herz, oder dominiert der Verstand?

Heutzutage ist es normal das Frauen einen festen Beruf nachgehen, sich weiterbilden und sogar Führungspositionen besetzen. Die Ansätze aus den 50er Jahren sind schon längst passé. Zum Glück! Wir, Frauen können frei entscheiden, was wir mit unserem Leben anstellen wollen. Wir können jeden Beruf nachgehen, können studieren was wir möchten. Wir können unseren Interessen nachgehen, wie es uns beliebt. Doch auch wenn wir im 21. Jahrhundert leben, wird man als junge Frau in eine Schublade gesteckt, die da heißt “gebärfähiges Alter” und somit eine “Bedrohung” für die Wirtschaft.

Ich bin eine junge verheiratete Frau von 33 Jahren und habe vier Jahre Studiums bezogene Berufserfahrung. Schon neben der Schulzeit habe ich mir etwas dazu verdient und das hat im Studium auch nicht aufgehört. Ich komme aus keiner sehr wohlhabenden Familie und musste immer viel Eigeninitiative zeigen, um meinem Ziel ein Stückchen näher zu kommen. Mein letzter Job war eine befristete Stelle und ist dementsprechend nach zwei Jahren ausgelaufen. Nun bin ich seit einiger Zeit auf der Suche und stelle zunehmend fest, wie schwierig es ist einen Job zu finden. Die Frage ist gar nicht, warum ich keinen geeigneten Job finde, sondern was ich jetzt wirklich will!

Was das Herz dir sagt..

Ganz klar sagt mein Herz, das ich bereit bin Kinder zu bekommen und am besten JETZT, SOFORT! Und da ist dann noch der Verstand, der so viel lauter redet als mein Herz. Dieser sicherheitsfanatische Verstand, der sich um die Zukunft sorgt und der dir einredet, dass für das Thema Kinderwunsch jetzt kein richtiger Zeitpunkt ist. Der einzige Grund jetzt keiner Kinder zu bekommen ist, dass ich keine feste Anstellung und somit keine finanzielle Absicherung habe. Was natürlich ein totaler Quatsch ist, da mein Mann ja auch noch da ist. Aber wann ist dann der richtige Zeitpunkt? Ich bin ja schließlich schon 33!

Hört man noch auf seinen Bauch oder sein Herz? Wann hat das aufgehört? Hat man diese Fähigkeit in seinem Elternhaus gelassen, als man damals ausgezogen ist? Vielleicht ja, da man ab diesem Zeitpunkt auf sich “allein” gestellt war und das Thema Sicherheit immer mehr in den Vordergrund gerückt ist.

Rationell gesehen sieht es doch so aus: wenn ich jetzt einen Job finde, wird dieser mit aller Sicherheit erstmal befristet sein und das für ein bis zwei Jahre. Sofern das Unternehmen mich nach diesen ein bis zwei Jahren weiter beschäftigt, könnte ich laut meinem “sicherheitsfanatischen Verstand” erst mit 35 Jahren ein Kind bekommen. 35! Wenn man dann rein theoretisch davon ausgeht, dass der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag nach zwei Jahren oder eventuell sogar schon früher nicht verlängert, fange ich doch wieder von vorne an und ich werde älter und älter und äääääälter!!! Und ich muss dazusagen, dass mein Mann und ich uns nicht nur ein Kind wünschen! Das heißt, das zweite würden wir dann mit 37 oder 38 Jahren bekommen!?!?!? Ebenso müssen wir die “Übungszeit” einkalkulieren. Es kann ja auch sein, das es nicht auf Anhieb klappt. Da kann die Zeit schon mal schnell ins Land gehen. Vor dem Hintergrund das es mit zunehmenden Alter “gefährlicher” für Mutter und Kind sein kann, möchte ich nicht unbedingt mit 40 Jahren nochmal schwanger sein. Wir werden so oder so “alte” Eltern sein, aber das zusätzliche Risiko möchte ich nicht eingehen. Zudem fühlen wir uns jetzt bereit!

Warum müssen wir uns überhaupt entscheiden?! Ich könnte doch auch beides. Ich arbeite sehr gerne, so lange es mir Spaß macht. Ich habe mich noch nie vor der Arbeit gescheut. Sofern ich jetzt schwanger werden würde, könnte ich doch bis zum Mutterschutz meiner Arbeit nachgehen. Nach der Geburt lege ich eine Pause von 6 oder 7 Monaten ein und im Anschluss geht es in Teilzeit weiter. Somit würde ich doch eigentlich “nur” sechs oder sieben Monate ausfallen. Wenn die Unternehmen in dieser Hinsicht anpassungsfähiger wären, würden sie generell bessere und motiviertere Arbeitnehmer haben. Oder was meint ihr?

Wie ihr allerdings schon an meinem Ausdruck lest — “würde” und “eigentlich”, dieser blöde Konjunktiv. In der Praxis läuft es eben ganz anders.

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