Start with why! Was ich von Simon Sineks Klassiker für unser neues Produkt, die moin! App, gelernt habe

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Heute habe ich tatsächlich endlich, endlich das legendäre Buch von Simon Sinek “Start with why” beendet. Auf meiner Liste war es schon lange, ich hatte es mir zu Weihnachten schenken lassen, übrigens als “echtes” Buch. Nicht, dass ich etwas gegen eBooks habe, aber von Zeit zu Zeit überzeugt Haptik dann doch wieder. Dazu habe ich übrigens auch mal was gebloggt.

Um mein Englisch zu trainieren hatte ich mir die englische Originalversion gewünscht und legte auch direkt im Januar los. Es traf sich eigentlich ganz gut, dass ich die ersten drei Wochen im Januar noch Elternzeit für K3 hatte und so die eine oder andere Runde mit der Babykutsche in Rostock drehte. Junge Väter kennen das. Man cruist mit dem Kinderwagen bis das Baby endlich Heia macht, organisiert sich dann noch fix einen Kaffee und holt das Buch raus — in der Hoffnung, dass der Powernap nicht von kurzer Dauer ist.

Ich kannte natürlich den berühmten TED Talk von Simon Sinek, der ja bis heute millionenfach gesehen wurde. Darin erklärt Sinek sein Modell des “Golden Circle”, das sich sowohl auf Führungskräfte als auch Unternehmen übertragen lässt. Da ich seinen TED Talk schon einige Male gesehen hatte, war ich neugierig auf sein Buch geworden.

Das Thema Purpose, das Sinek in den Vordergrund stellt, ist ja aktuell auch in der New Work-Debatte sehr präsent. In meinem Podcast “New Work Chat” sprach ich u.a. mit dem selbst ernannten “Purpose Contributor” Stephan Grabmeier auch darüber. Das Interview dazu solltet ihr euch unbedingt ansehen.

Nun also Simon Sinek, der sein Buch bereits 2009 herausgebracht hatte. Er sagt darin, dass viele Companys und Manager zwar wissen, was sie tun und wie sie es tun, ihnen allerdings oft nicht klar ist, warum der Job überhaupt getan wird.

Anhand der Beispiele Apple, Harley Davidson und auch Martin Luther King führt er an, dass Inspiration entscheidend ist, um Mitarbeiter und Kunden gleichermaẞen zu binden. Und zwar kangfristig. Tatsächlich würden viele Führungskräfte demäß dem alten Prinzip “Zuckerbrot und Peitsche” führen. Im Marketingkontext würden diese Motivationsversuche dann als Rabatte oder sonstige Promo-Aktionen um die Ecke kommen. Das sind dann aber in Wahrheit Manipulationsversuche, sagt Sinek. Und diese wirken nur kurzfristig.

Loyalität erzeugt man allerdings durch Vertrauen, welches erst entsteht, wenn die Haltung konsistent ist mit dem Was und Wie. Frei nach dem Motto: Sage was du meinst und meine, was du sagst.

Tatsächlich erleben wir es ja oft anders. Unternehmen prahlen in ihren Werbeauftritten mit angeblichen Superlativen, doch geben uns keinen Grund, das zu glauben. Oder die Chefs, die von der tollen Unternehmenskultur mit den ach so tollen Werten sprechen und ihre Leute anschließend zur Sau machen.

Wer allerdings ein Ziel ausgibt, eine Vision, der findet Follower, die dann sogar freiwillig Abstriche in Kauf nehmen. Man denke nur an die Mitarbeiter von Elon Musk. Die Idee, etwas Neues zu schaffen, etwas zu tun, das einen globalen Impact haben könnte, inspirierte zig Tausende. Wir wollen zum Mars, also müssen wir uns eben den “Arsch aufreißen”.

Auch Steve Jobs stellte schon zu Beginn “Haltung” in das Zentrum seiner Kommunikation. Man denke nur an die “Think different”-Kampagne oder den revolutionären, von Ridley Scott produzierten Spot, “1984”. Für mich immer noch einer der besten Werbespots, weil er das Why in den Vordergrund stellt und nicht die Funktionen des Produkts. Die sind am Ende austauschbar. Jobs war es so wichtig, seine Message zu spreaden, dass er Unsummen investierte, um das Video beim Super Bowl auszustrahlen. In “Start with why” werden diese Geschichten sehr schön erzählt.

Ein weiteres spannendes Beispiel von Sinek ist die legendäre Jobanzeige des britischen Abenteurers Ernest Shackelton, der eine Crew für seine Arktis-Expedition suchte und folgende Zeilen 1913 in die London Times brachte:

Männer für gefährliche Reise gesucht:
Geringe Bezahlung. Eiseskälte.
Lange Monate vollständiger Dunkelheit.
Ständige Gefahren. Rückkehr ungewiss.
Bei Erfolg: Ehre und Anerkennung.

Keine platten Behauptungen. Dafür ein Warum, das inspirierte. Sie gilt bis heute als eine der genialsten Stellenanzeigen.

Ich fragte mich beim Lesen immer wieder, was das für mich bedeuten könnte. Habe ich eigentlich einen klaren Purpose für mich und meine Arbeit definiert?

Tatsächlich arbeitete ich in den letzten Jahren in vielen Jobstationen eher am Was und am Wie. Zukünftig möchte ich mehr vom Warum kommen.

Apropos Zukunft.

Seit Anfang des Jahres arbeiten wir bei MANDARIN an einer neuen Lösung für die interne Kommunikation, die wir die moin! App nennen. Nicht, weil es noch keine Angebote für diesen Bereich gibt, sondern weil viele Unternehmen uns zurückgespiegelt haben, dass eine einfache, sichere und individuelle Lösung schlicht fehlt. Mir wurde beim Lesen des Buches deutlich, wie wichtig es ist, von Anfang an in unserer Kommunikation zu unserer neuen Lösung klar zu machen, was wir mit unserem Ansatz bezwecken.

Übersetzt auf unser neues Produkt bedeutete #Startwithwhy:

Es geht nicht um den niedrigsten Preis, das abgefahrenste Feature oder die digitalste Promo-Aktion. Es geht um die Frage, wofür wir stehen. Mit welcher Haltung wir rausgehen. Wofür wir kämpfen. Was wir erreichen wollen.

Je tiefer ich in das Buch eintauchte, umso mehr Gedanken fragte ich mich, was uns tatsächlich wichtig war.

Klar war, dass wir uns nicht darauf beschränken würden zu sagen: Ihr müsst unser Produkt kaufen, weil Funktion A bei uns besser ist als bei Konkurrent B.

Stattdessen sagen wir:

Wenn eure Unternehmen über sich hinauswachsen sollen, dann müssen zuerst eure Mitarbeiter über sich hinaus wachsen. Und dabei helfen wir. Wir binden und verbinden.

Wir sagen nicht, dass wir die Größten, Schnellsten oder Besten sind. Wir sagen, dass Unternehmen eine Riesenchance haben, gestärkt aus der Krise zu kommen, wenn sie jetzt einen neuen Fokus auf die interne Kommunikation legen. Jetzt gilt es, den Zusammenhalt zu stärken durch ehrliche Kommunikation. Gerade, wenn man sich persönlich weniger sieht.

Wir sagen, dass Kommunikation nicht mehr von oben nach unten, sondern auch von links nach rechts laufen sollte. Netzwerk schlägt Hierarchie. Grüße an Christiane Brandes-Visbeck.

Wir glauben, dass der Mitarbeiter generell nicht mehr als “humane Ressource” gesehen werden sollte, die es zu nutzen gilt, sondern als Mensch, der einen Beitrag leisten möchte und Entscheidungen treffen kann, wenn man ihm Freiraum und Vertrauen entgegenbringt.

Wir glauben außerdem, dass digitale Transformation erst einmal einen kulturellen Wandel erfordert.

Was bedeutet das nun für uns?

Mir wurde klar, dass Sineks “Golden Circle” bedeutete, dass wir am Ende nicht einfach Software verkaufen, sondern den Unternehmen, die sich auf den Weg machen würden, helfen, die interne Kommunikation auf ein neues Level zu bringen. Hin zu offener Zusammenarbeit.

Und so ist es auch geplant. Wir wollen uns nicht nur um die App kümmern, sondern auch ganz stark um die Mitarbeiter unserer Kunden. Wir sind überzeugt, dass zukünftig die Unternehmen erfolgreich sind, denen es gelingt, die individuellen Potenziale ihrer Mitarbeiter zu entdecken und zu heben. Grüße gehen raus an Marcus Raitner, Agile Coach BMW, der das auch bei mir im Podcast sehr schön erklärte. Dafür soll unsere moin! App ein großer Baustein sein.

Sinek sagt es in seinem Buch ja auch immer wieder. Mitarbeiter bleiben, wenn sie freiwillig folgen und gern bleiben. Dann machen sie nämlich auch einen besseren Job für den, um den es ja geht — den Kunden.

Unsere moin! App soll also das Warum, das wir auch bei MANDARIN so leben, ganz deutlich rüberbringen. Unsere Hoffnung ist es, dass wir gemeinsam mit interessierten Unternehmen etwas Großes entwickeln. Daher zeigen wir sehr transparent, wo wir in der Entwicklung stehen und wollen durch wertvolles Feedback lernen.

Wie sagte Cawa Younosi, Head of HR Germany SAP SE, kürzlich so treffend:

„Als Führungskraft brauche ich nicht mehr Präsenz, sondern mehr begeisterte Mitarbeiter, die gern zur Arbeit kommen und sich als Mensch gesamtheitlich angenommen fühlen. Stichwort: Empathie.“

Und darum geht es doch am Ende, dass wir Mitarbeitern und Kunden ehrlich begegnen und unsere Überzeugung in den Vordergrund stellen. Mission Statements, die keine Werbebotschaften sind, sondern Überzeugungen.

MANDARIN-Kunde Garmin macht das aus meiner Sicht perfekt. Der Slogan “Beat Yesterday!” bringt die Botschaft auf den Punkt, um die es geht, nicht das Produkt. Das schafft Identifikation und Vertrauen. Dieser Zusammenhang ist mir beim Lesen des Buches “Start with why” noch einmal sehr klar geworden.

Ich kann euch Sineks Buch also nur empfehlen. Ich konnte viel lernen. Habe viel in Evernote festgehalten, was mit in den Sinn kam. Möglicherweise gibt es Bücher, die leichter zu lesen sind, die sich inhaltlich weniger wiederholen, doch am Ende ist es die Idee des “Golden Circle”, die ein wirklicher Gamechanger sein kann, für den, der sich davon inspirieren lässt.

Von mir gibt´s 8 von 10 Punkte.

Mehr zu unserem Projekt, der moin! App, dann in Kürze auf www.moinapp.de. Wer es kennen lernen möchte schreibt mit am besten eine Mail an g.rath@mandarin-medien.de.

Stay tuned :)

Written by

#Dadof3Girls • Head of Digital Transformation MANDARIN MEDIEN • Podcast #NewWorkChat • Blog www.gabrielrath.com

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