Linz — Innovativste Stadt ohne digitaler Strategie?

Gerhard Kuerner
Dec 26, 2018 · 3 min read

Im Vortragsraum von Lunik2 in der Tabakfabrik Linz wurde am 11. Dezember von Bürgermeister Klaus Luger und Professor Robert Bauer das Innovations Programm (Leitlinien für die innovative Zukunft von Linz) vorgestellt. Mehrere Arbeitsgruppen hatten sich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt und neben vielen Daten und Aussagen 35 Maßnahmen definiert.

Es wird unter anderem auch ein Innovationsbüro geben, dass als Ausgangspunkt für weitere Maßnahmen dienen soll. Die Kommunikation des Projekt dürfte kein Schwerpunkt sein, da es keine Projektbegleitende digitale Kommunikation oder Website gibt. Die Studie beschreibt viele Bereiche. Zum Nachlesen für alle die mehr wissen wollen, hier der Link: https://issuu.com/mag918/docs/innovationsstudie_ansicht__1_

Von den 35 beschrieben Maßnahme sind gerade mal zwei dabei die als wirklich digital durchgehen. Einerseits der Ausbau des öffentlichen WLAN´s, der mittlerweile als Klassiker gilt und andererseits der Anschluss von Linz an einen schnelle Datenknoten, zum Beispiel Frankfurt. Danach folgt nicht mehr viel. Es könnte sein, dass sich hinter einer Innovationsplattform noch was versteckt, ist aber nicht nachlesbar.

Zusätzlich wurde von Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer auch das Innovation Cities Symposium eröffnet. Von der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria organisiert waren mit Tel Aviv, Tallin und Umea, drei der Innovativsten Städte Europas vertreten.

Linz hat sich bereits gewandelt und eine Innovationsstrategie zu erarbeiten ist grundsätzlich wichtig und wird auch gebraucht. Der Lackmustest jeder Strategie ist jedoch, was wird wirklich umgesetzt und was macht sich bei den Menschen bemerkbar.

Sabine Herlitschka CEO von Infineon Austria hatte bei Ihrem letzten Vortrag bei Lunik2 in der Tabakfabrik Linz gesagt:

“Nur wenn es am Markt ein Erfolg ist, wird es zu einer Innovation, ansonsten bleibt es eine Idee”

Die Umsetzbarkeit dieser neuen Leitlinien und Maßnahmen der Stadt Linz wird jedoch ohne digitaler Basis und Strategie schwierig bis unmöglich.

Das Kommunikationsverhalten auch der Menschen in Linz hat sich radikal geändert trotzdem wird immer noch aus alter Gewohnheit kommuniziert. Bücher, Presseaussendungen und andere “Offline” Maßnahmen sterben nicht aus, aber sie erreichen den Großteil der Bevölkerung nicht mehr. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit bei Projekten und Prozessen, ohne digitale Infrastruktur und Services ist beides nicht mehr möglich.

Digitale Strategie bedeutet nicht alleine technische Infrastruktur wie öffentliches WLAN, sondern Antworten und Maßnahmen auf die richtigen Fragen zu finden. Wie kommuniziert die Stadt mit “ihren” Menschen, was könnte mit den Daten die in der Stadt gesammelt werden positives entwickelt werden, wie werden Dienstleistungen der Stadt nach Wünschen und der Benutzung der Bürger entwickelt, anstatt nach Wünsche der Städtischen Einrichtungen. Solche Fragen werden bis jetzt leider nicht gestellt und müssten dringend gestellt und bearbeitet werden.

Wolf Lotter schreibt in seinem letzten Buch “Innovation ist nichts für Feiglinge” und hat damit hat den wunden Punkt vieler Themen getroffen. Test — Learn — Move, also rasch Thesen umsetzen, aus dem Ergebnis zu lernen und sich sofort weiter zu bewegen ist die wichtigste Innovationsformel unserer Zeit. Ich hoffe stark, dass eine der Innovativen Maßnahmen die in Linz kommen werden sich dem Thema Digitale Zukunft der Stadt Linz widmen wird. Damit würde ein wichtiger Grundstein für die innovativste Stadt Österreichs gelegt werden.

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