Ab und an notwendig – Die ethische Säuberung in der Facebook-Freundesliste
Der Tag, an dem ich alle meine Nachrichten-Apps vom iPhone löschte, war einer der produktivsten in meinem Leben.
Und was das mit meinen Facebook-Freunden zu tun hat, verrate ich dir gleich.
An diesem Tag ertranken 500 Menschen im Mittelmeer, als sie auf dem Weg von Afrika nach Europa waren. Diese Meldung war natürlich eine Push-Benachrichtigung wert und promot riss sie mich aus meiner Produktivität.
Das sollte sie ja auch. Das ist ihr Job.
Aber ich war nicht nur aus meinem Arbeitsprozess draußen, sondern auch noch zutiefst bestürzt über die Welt.
Seitdem informiere ich mich gezielter.
Ich lese im Netz gerne Spiegel Online und hole mir die wichtigsten Infos, wenn ich bereit dazu bin.
Das bedeutet nicht, dass ich die Augen verschließe. Das bedeutet, dass ich fokussiert bleibe und mir Feeds und Pop-Ups nicht die Stimmung verhageln.
Und genau da kommt Facebook ins Spiel.
Die Normalverteilung der Gesellschaft
Ich bekomme relativ viele Freundschaftsanfragen pro Woche und meistens nehme ich sie alle brav an und füge sie einer bestimmten Liste hinzu.
Manchmal kommt nach dem Annehmen eine Nachricht per Facebook und wir plaudern ein wenig. Meistens kommt aber nix.
Erst im Feed zeigen sich Menschen dann durch ihre Postings, Likes und Kommentare.
Der Algorithmus von Facebook ist schon ziemlich gut und ich bekomme viel zu sehen, mit dem ich „positiv mitschwinge“.
Aber immer mal wieder werden mir Posts von mir persönlich unbekannten Facebook-Freuden angezeigt, die ich einfach nur schlecht oder dumm finde.
Es ist nicht so, dass ich mich für schlauer halte, aber Posts det AfD, Epochtimes, Russia Today und alles aus dem Kopp-Verlag kann mir gestohlen bleiben.
Aus meiner subjektiven Warte werden gerade dort mit Angst, Hass, Wut und Abgrenzung Klicks provoziert und „Meinungen“ suggeriert.
Das will ich nicht in meiner Timeline haben.
Du bist die Summe der 5 Menschen, mit denen du dich umgibst
Ob das so stimmt, weiß ich nicht. Ich bin kein Pädagoge oder Soziologe.
Dieser gefügelte Spruch ist in der Coachingszene sehr beliebt und für mich ergibt das auch Sinn.
Wenn ich mich mit erfolgreichen, strukturierten Menschen umgebe, dann wird was davon auf mich abfärben.
Was ist aber, wenn ich viel Hass, Wut und populistisches Gequatsche in meiner Timeline sehe?
Richtig, ich bade in diesen Gefühlen und lasse meine positive Einstellung am Beckenrand.
Das will ich nicht.
Ich will möglichst die Gefühle und Einstellungen haben, dir mir gut tun. Alles andere wäre auch dumm.
Deswegen müssen Menschen, die meine Werte und ethischen Grundsätze nicht teilen weg.
Ich filtere direkt und skrupellos
Bis vor einigen Monaten bin ich gerne in den Dialog gegangen.
„Wie meinst du das denn?“
„Stehst du da wirklich hinter?“
„Epochtimes ist unseriös, weil…“
Aber das gibt es jetzt nicht mehr. Diese Energie muss ich nicht bei Menschen lassen, die ich persönlich gar nicht kenne.
Diese Energie gehört meiner Familie oder meinem Unternehmen in der Zeit.
Deswegen lösche ich diese Personen direkt aus meiner Freundesliste. Das ist eine harte Entscheidung, aber meine Timeline soll frei von Hass und Wut sein.
Ich will dort in guten Gefühlen baden.
Vielleicht bin ich altmodisch, aber in meiner Freundesliste möchte ich nur die Menschen haben, deren Auftreten ich mag und deren Inhalten ich zustimmen kann.
In diesem Sinne: Fröhliches Löschen! 😉