Der Friedhof voller unentbehrlicher Marketer

Warum ich mir ein neues Urlaubst-Mindset antrainieren musste

Ich habe mir eine Pause gegönnt — schweren Herzens.

„Schweren Herzens“, weil ich als Solopreneur der Meinung bin, dass es ohne mich einfach nicht funktionieren kann. Außerdem ist meine Spielwiese Social Media und das steht nicht still.

Es ist nicht so einfach, sich einen Urlaub oder auch nur eine bewusste Auszeit zu genehmigen (im wahrsten Sinne!).

Es ist schwer, das Gaspedal loszulassen

Wenn du in die Welt des Online-Marketing eintrittst, dann sagen dir die meisten, dass du regelmäßige Inhalte produzieren musst, damit du gesehen wirst.

Die Meisten machen das auch. Wie ich.

Anfangs macht dieses Tempo auch Spaß, weil du merkst, dass du einen Effekt in der Welt erzielst und die Durststrecke der Nicht-Sichtbarkeit hinter dir liegt.

Vielleicht kennst du das? Es gab bei mir eine Zeit, in der meine Reichweite einen Sprung machte. Es dümpelte so vor sich hin und irgendwann hat man einfach die kritische Menge an Sichtbarkeit erreicht und es wird alles ein wenig leichter.

Dieses Gefühl trug mich einige Zeit, aber dennoch wollte der Körper mal eine Pause haben. Du kannst deinen Geist verarschen, aber nicht deinen Körper.

Er holt sich die Pausen und wenn er dich zeitweise ausknocken muss.

Zum Glück war es bei mir nicht so weit.

Mit Pausen experimentiert — erfolglos

In den letzten Monaten habe ich immer wieder mit Arten der Auszeiten experimentiert, aber selten war ich so richtig erfolgreich.

Ich kann zwar mal einen Tag Auszeit nehmen, aber mein Kopf kreiste immer wieder um mein Ranking in iTunes, meine Optin-Raten im Blog und so weiter.

„Was passiert, wenn ich das mal einfach nicht beachte und keine Inhalte nachschiebe?“

Diese Frage war immer im Hinterkopf, wenn ich kurz davor war, mir etwas freie Zeit zu verschaffen.

Gefolgt von: „Das Tempo muss oben bleiben, sonst überholen dich die anderen!“

Bis vor drei Wochen etwas passierte, dass sich erst als Hürde, aber dann als Bereicherung darstellte…

Die Realitität zeigt sich in merkwürdigen Momenten

„Dummerweise“ hatte ich mir vor einigen Wochen ein Buchprojekt auf die Augen gedrückt. Ein Herzensthema, dass ich einfach angegangen bin und das mir auch Spaß macht.

Parallel sollten ein paar Launches und deren Vorbereitung anstehen. Alles recht knapp geplant (Versuch und Irrtum lässt grüßen), aber durchaus schaffbar. Also musste ich zwangsweise ein wenig Zeit schaffen, um nicht nur in meinem Unternehmen zu arbeiten, sondern an meinem Unternehmen.

Passend dazu wurde eine Wohnung in unserem Haus renoviert und tagsüber, wenn meine Podcast-Zeit ist, regiert der Schwingschleifer über die Akustik. Also beschloss ich, eine Podcast-Pause einzulegen.

Für mich als Podcast-Coach fast ein Ding der Unmöglichkeit!

Aber nicht anders machbar.

Die Welt dreht sich weiter — Wer hätte das gedacht?!

Paradoxerweise wurden die Podcast-Downloads pro Woche aber gar nicht weniger.

Auch wenn ich nichts neues nachschob.

Im Gegenteil.

Das Ranking steigerte sich sogar noch etwas, weil ich mit MeetEdgar und Buffer für mehrere Wochen meine Social-Media-Aktivitäten plante und mich darum nicht mehr kümmern musste.

Ich hatte mehr Zeit für allerlei Planungen im Hintergrund, für die Schreiberei und auch für die Pre-Launch-Strategien.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich gar keinen Launch vor der Brust hätte…wie viel Freizeit hätte ich gehabt?

Es geht auch mal ohne mich

Das Regelmäßige Präsenz im Netz und in Social Media wichtig für das Wachstum des Unternehmens ist, halte ich weiter für absolut korrekt.

Was ich gnadenlos überschätz habe: Die Welt will nicht jede Woche brandneue Inhalte haben, wenn du sie nicht gegen eine Bezahlung rausgibst. So, wie es beispielsweise bei Zeitschriften oder Fernsehsendungen der Fall ist.

Wenn ich meinen monatlichen Beitrag bei Netflix einwerfe, dann erwarte ich auch, dass die neue Staffel von BoJack Horseman da ist, wenn sie da sein sollte.

Im Onlinemarketing läuft das dankbarerweise etwas anders.

Da bekam ich ausschließlich positive Reaktionen auf meine angekündigte Auszeit, die auch noch in der Hauptferienzeit lag.

„Ich hätte eh keine Zeit gehabt, deine Sachen zu hören, weil ich im Urlaub bin. Deswegen finde ich es super, dass du eine Auszeit nimmst. Du hast es dir auch absolut verdient!“

Fazit: Du bist vermutlich entbehrlicher, als du denkst

Regelmäßigkeit bedeutet, dass du konstant gute Inhalte in dein Netzwerk gibst. Es bedeutet aber auch, dass du dafür sorgst, dass du es mit all deiner köperlichen und geistigen Gesundheit machst.

Wenn du auf Auszeiten verzichtest, um dich zu sammeln und die Gedanken mal zu ordnen, dann wird sich das irgendwann auf deinen Output auswirken.

Deine Inhalte werden nicht mehr die hohe Qualität haben, wie gewohnt und das bekommen auch deine Leser, Hörer oder Zuschauer mit.

Der 1. Effekt: Du wirst weniger gelesen, weniger geteilt und weniger empfohlen.

Der 2. Effekt: Kompensatorisch versuchst du noch krampfhafter deine Sachen zu veröffentlichen.

So entsteht unter Umständen ein Kreislauf, der zwar mit einer guten Intention begann („Ich möchte meinen Leuten einmal wöchentlich XY geben!“), aber dann zum Nachteil aller endet.

Du bist entbehrlicher, als du vermutlich glaubst

Diese Story soll dir vor allem eines zeigen: Du kannst und du solltest zwischendurch mal den Gang rausnehmen und einfach mal Fünf gerade sein lassen.

Wenn du dich darauf ein wenig vorbereitest und vielleicht mit ein paar Automatisierungstools arbeitest, hast du keinen Nachteil, wenn du Urlaub machst oder im Hintergrund einfach nur mal ein paar Sachen abarbeiten willst.

Mach dich bitte nicht zum Sklaven deiner Befürchtungen. Du wirst nicht in der Versenkung verschwinden, wenn du mal 2–3 Wochen keine neuen Artikel, Episoden oder Videos raus gebracht hast.

Wenn du wissen willst, was ich mache, wenn ich dann doch Bock aufs Arbeiten habe, dann schau gerne bei www.podcast-helden.de vorbei. ;)