Was Copyright erreichen soll

Das Copyright, wie wir es kennen, geht auf die amerikanische Verfassung zurück, schreibt der New Yorker: Crooner in Rights Spat. Die Gründungsväter geben im 1. Artikel dem Kongress die Macht,

“to promote the Progress of Science and useful Arts, by securing for limited Times to Authors and Inventors the exclusive Right to their respective Writings and Discoveries.”

Für eine bestimmte Zeit sollen Autoren und Erfinder also das exklusive Recht haben an ihren kreativen Schöpfungen. Sie sollen belohnt werden für ihre Leistung.

Aber: dieser Schutz ist zeitlich beschränkt, damit diese Dinge danach zum Allgemeingut werden, um “den Fortschritt von Wissenschaft und Kunst zu fördern”. Das steht da in Verfassung explizit drin. Dies ist der Wille der Gründungsväter, was Copyright angeht: Schutz als Belohnung für den kreativen Akt, danach Übergang ins Gemeingut, damit sich die Gesellschaft zügig weiter entwickelt.

Heutzutage sind wir in den USA bei Copyright-Schutz von bis zu 95 Jahren in bestimmten Fällen. Aber was dann nach 95 Jahren ins Allgemeingut übergeht, ist sehr oft überholt und nutzlos.

Deswegen war die initiale Schutzphase, die die Gründungsväter vorsagen, auch nur 14 Jahre lang. Wir haben das mehrmals angehoben (und übrigens sehen die Europäer das viel schlimmer als die Amerikaner, obwohl das in der öffentlichen Wahrnehmung eher andersrum dargestellt wird, so der oben verlinkte Artikel im New Yorker) und das ergibt dann, dass zigtausende Bücher, die gar nicht mehr gedruckt werden, auch nicht frei verfügbar sind aus Angst vor Copyright-Klagen (und ohne Käufe beeinflussen zu können, weil die Bücher nicht verlegt werden). Dasselbe gilt übrigens auch für fast alle Musiktitel von Motown Records.