Test 1, 2,3

Anomaly 2 — Einzelspieler Review

oder auch, wir treten den Aliens in den Arsch


Die Menschheit fühlte sich sicher, nachdem man die Alieninvasion im Jahre 2018 erfolgreich abwenden konnte, kamen die ungebetenen Gäste dann aber nur drei Jahre später erneut vorbei und übersäten den ganzen Planeten mit ihren Maschinen und brachten die Menschen an den Rand der totalen Vernichtung. Die wenigen Überlebenden wehrten sich mit aller Kraft gegen den Agressor aus dem All und nun im Jahr 2034 scheint der Tag der Entscheidung nicht mehr weit entfernt zu sein. Der technische Fortschritt und die anhaltende Erforschung der Aliens und deren Maschinen versetzte die Menschen in die Lage eine neuartige Waffe zu bauen, welche den Krieg auf einen Schlag beenden könnte.

Im Einzelspielermodus schlüpft der Spieler nach einer kurzen Einleitung, welche eine Brücke zum Ersten Teil schlägt, in die Rolle von Oberleutnant Simon Lynx. Nach drei kurzen Trainingsmissionen, welche dem Spieler den Umgang mit seinem Kampfanzug beibringen, die Anwendung der Fähigkeiten lehrt und erste taktische Informationen über den Feind liefert, findet man sich auch schon mitten in der Schlacht um den Planeten wieder.

In dein Meisten der insgesamt 14 Missionen geht es darum durch die Wahl einer passenden Route von seinem Startpunkt bis zur Sicheren Zone auf der anderen Seite der Karte zu gelangen. Die Wahl der Route bleibt dem Spieler selbst überlassen, man muss jedoch stets die auf der Strecke befindlichen Feinde mit einplanen und den Weg dann so anlegen, dass man seinem Gegner nicht direkt vor die Flinte läuft.

Jeder der im Spiel befindlichen Gegnertypen hat seine ganz spezielle Schwachstelle, welche man dann auch unbedingt ausnutzen sollte, sofern man mit wenig Verlusten das Ziel erreichen möchte. Manche Gegner sind langsam und träge und können am besten mit der Köderfertigkeit, welche der Kampfanzug bereit stellt, abgelenkt werden, so das man diese dann erledigen kann. Andere haben nur ein begrenztes Schussfeld, also sollte man hier versuchen von Hinten anzugreifen, da hier keine Gegenwehr zu erwarten ist.

Neben der bereits angesprochenen Köderfertigkeit gibt es noch andere Fertigkeiten, welche man im weiteren Spielverlauf dazu lernt und dann auch in seine taktische Planung einbeziehen muss. So kann man mit seiner Reperaturfertigkeit seine eigenen Einheiten wieder Reparieren bzw. sich selbst heilen, mit dem EMP setzt man den Gegner kurzzeitig außer Gefecht und mit A.I.M. Kann man das Feuer seiner Einheiten auf ein gewünschtes Ziel konzentrieren. Diese Fertigkeiten stehen dem Spieler nur leider nicht endlos zur Verfügung, so das man also immer sparsam mit dem Einsatz sein sollte. Durch das Ausschalten von Gegnern werden Fertigkeiten zufällig fallen gelassen und man kann diese dann einsammeln um sie zu Nutzen und im späteren Spielverlauf bekommt man auch die Möglichkeit Fertigkeiten mit einer seiner Einheiten selbst zu produzieren.

Einheiten gibt es im Spiel insgesamt fünf verschiedene, wobei jede aber nochmals zu einer abgewandelten Form, mit anderen Fähigkeiten transformiert werden kann. Dem Spieler stehen also am Ende insgesamt zehn verschiedene Einheitentypen mit ganz individuellen Fähigkeiten zur Verfügung, welche man dann ebenfalls in seine Planungen mit einbeziehen muss.

Natürlich kann man auch nicht unendlich Einheiten befehligen, sondern ist auf maximal sechs begrenzt, wobei diese Anzahl in manchen Missionen, wo man beispielsweise auf einen Konvoi von drei Transportern aufpassen muss, noch herab gesetzt werden kann. Der Spieler kann seine Gruppe fast immer gestalten wie es ihm beliebt, dazu kann er sich aus seinem bereit frei geschalteten Fuhrpark die gewünschten Einheiten kaufen, welche dann auch direkt mit einem Militärflugzeug auf das Schlachtfeld geliefert werden. Auch die Positionen der Einheiten lassen sich frei wählen und nach belieben selbst im Kampf verändern. Durch käuflich erwerbbare Verbesserungen ist es zusätzliche noch möglich die Fähigkeiten seiner Einheiten zu verbessern.

Bezahlt wird all der Spaß dann mit Carusaurum, ein seltenes Element welches im Spiel als Währung fungiert und entweder einfach am Straßenrand eingesammelt werden kann oder von getöteten Feinden fallen gelassen wird. Man kann auch seine bereits gekauften Einheiten wieder verkaufen und bekommt dann je nach Zustand den Preis wieder erstattet.

Aber wäre all die ausgefeilte Spielmechanik ohne eine ansprechende Grafik- und Soundausgabe. Optisch legt Anomaly 2 im Gegensatz zum ersten Teil noch mal eine kleine Schüppe drauf. Die Farben sind kräftig, die Explosionen strahlend und die Umgebung ist mit viel liebe zum Detail gestaltet worden. Auch die Präsentation der Story in den kurzen Zwischensequenzen oder in den optisch sehr ansprechenden Ladebildschirmen ist sehr gelungen und ist eine deutliche Weiterentwicklung. Der Sound ist gut abgemischt und besonders in Situationen wo es heiß her geht ist das Wummen der Explosionen und die Zwischenrufe der Soldaten sehr schön anzuhören. Auch wenn man hier mit der Zeit eventuel ein wenig gelangweilt sein könnte, da die Soldaten eigentlich immer das selbe von sich geben. Hier sei auch nochmal auf die deutsche Übersetzung hingewiesen, welche zwar nur in Textform daher kommt aber auch hier einen sehr guten Eindruck macht. Bis auf kleinere Rechtschreib- und Übersetzungsfehler und eine Stelle wo wohl die Übersetzung ganz vergessen wurde, ist die Lokalisierung sehr gelungen.

Abschließend ist zum Einzelspielermodus zu sagen, dass hier eine kleine Geschichte in vierzehn Missionen sehr gut erzählt und präsentiert wird. Leider weicht man zu selten von dem stumpfen „fahre von A nach B und mach unterwegs alles platt“ ab. Es gibt kleine Passagen die versuchen hier auszubrechen, sind aber wie schon gesagt leider viel zu selten. Mit einer Spielzeit von ca. 5 Stunden ist das was man in dieser zeit erlebt jedoch gut gelungen und wenn man den Preis von 15€ noch mit einbezieht, bietet Anomaly 2 mehr Spielzeit pro Euro als so mancher Vollpreistitel.

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