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Denk-Meme: Anleitung zum #MachtElitenHacking #CfP #rp16

Kurzthese:

Wie lässt sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mitgestalten, wenn man nicht zu ihren ausgewählten Vertretern zählt? Durch gezieltes »Macht-Eliten-Hacking«! Wir besetzen diesen Begriff und füllen ihn mit Leben. Dafür suchen wir nach intelligenten Formen, wie Macht-Eliten mit den relevanten Memen unserer digitalen Zukunft infiltriert werden könnten. Wer macht das? Wie geht das? Was bringt das? Wir präsentieren Antworten — und fangen gleich mit unserem Publikum an.

Beschreibung:

Deutsche Politiker verharren in Angststarre vor Flüchtlingsströmen. VW-Manager reagieren betroffen auf vorsätzlichen Kundenbetrug. FIFA-Funktionäre stehen vor dem Scherbenhaufen penetranter Ignoranz durch Machtüberhang. Immer mehr Entscheider in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind geblendet von Problemen, verkennen die Signale, verheddern sich in Aktionismus. Sie ziehen sich zurück in die mentalen Trutzburgen geistiger Engstirnigkeit und verharren in ihren Silos hoffend auf bessere Zeiten. Und der Zugang zu ihren Netzwerken bleibt kontigentiert oder versperrt [Castell 2001]. Was kann helfen? Wir setzen auf »Macht-Eliten-Hacking«, dem gezielten Unterwandern dieses Gebarens. Ein Beispiel? Der Philosoph Karl Popper pflegte eine intensive Beziehung zum kürzlich verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt. Das hat den früheren Regierungschef stark geprägt. »Popper war indirekt ein Hacker der politischen Elite«, so SozioPod-Blogger Patrick Breitenbach. Die Werkzeuge der Informationsgesellschaft bieten einen Köcher an Möglichkeiten, um Macht-Eliten kognitiv zu »hacken«. Und ihnen wahlweise zu helfen oder sie vorzuführen. Die Aktivitäten von »Anonymous« zeigen extreme Formen dieses Hackings. Es geht auch pragmatischer — mit der Allmende der Wissensgesellschaft: Facebook, Twitter, PowerPoint. Nicht der Besitz der Werkzeuge entscheidet das Spiel. Sondern die Virtuosität, ihre Klaviatur zu spielen. Je stärker das Internet die Vernetzung vorantreibt, desto mehr wird jeder zum Sender. Und das kann der Macht-Elite zusetzen. Wenn nämlich Denk-Meme eindringen in die innere Welt der Cliquen und Klüngel von Entscheidungsträgern. Man muss Gegen-Narrative in den Organisationen platzieren [Breitenbach 2015]. Die etablierten Eliten sind von Ja-Sagern umgeben, gefangen in »kognitiver Dissonanz« [Festinger 1957]. Ihnen fehlen die Korrektive. Wie wäre es also mit einer subversiven Injektion für kritisches Denken? brightONE-Analyst Stefan Holtel glaubt, dass die Macht von Sprachmetaphern dramatisch unterschätzt wird. »Welche Emotionen entstehen, wenn ich von einer ‚Flüchtlingswelle‘ höre?«, so Holtel. »Die Wahl meiner Metapher verändert das Denken und steuert subliminal Diskurse und politische Entscheidungen.« Wir sollten Digitalisierung und Vernetzung instrumentalisieren, um Plattformen und Formate zu nutzen, kollaborativ neue Denk-Meme zu etablieren. Und damit die Entscheider vor Kontrollverlust-Ängsten in Lähmung erstarren lassen. Taktisch haben die etablierten Machtzirkel im Nutzen des Neulands Internet kräftig zugelegt. Ihre digitale Kompetenz bleibt dennoch überschaubar. Das bleibt noch eine ganze Weile unsere Chance.

Gunnar Sohn, Patrick Breitenbach und Stefan Holtel wollen auf der re:publica-Bühne ein Vademekum für Machteliten-Hacker abliefern. Mal schauen, ob unser Vorschlag ins Programm kommt. Wenn nicht, machen wir das halt virtuell über Hangout on Air :-)

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