Wovon es abhängt, dass Du endlich Dein Buch schreibst

Du willst ein Buch schreiben? Großartig! Denn niemand anderes als Du selbst kann dafür sorgen, dass Dir das auch gelingt. Weil ich mehrere Jahre gebraucht habe, um das zu kapieren, möchte ich den Weg für Dich gern abkürzen. Sieben Anschub-Gedanken für Dich, wenn Du ebenfalls diesen irrsinnigen, naiven und heulenschönen Traum träumst:

Foto: Pixabay / Voltamax
  1. Alles hängt davon ab, dass Du schreibst. Schreib! Am besten jeden Tag. Verhandle nicht darüber, weder mit Deinem Partner, Deinen Freunden, noch mit Dir selbst. Sobald Du schreibst, bist Du Autor. Wenn Du nicht schreibst, bleibt die Seite leer und Du hast nichts, was Du redigieren, streichen, umstellen — und lesen — kannst. Schreib!
  2. Schreib, auch wenn Du Dich dafür schämst. Kein erster Entwurf ist perfekt, doch sobald ein paar Wörter, Absätze oder Seiten zusammengekommen sind, wird es einfacher. Trau Deiner Stimme. Und wenn es Dir nicht gefällt, schreib es neu. „Kümmere Dich nicht darum, was Deine Mutter von Deiner Sprache halten könnte“, hat der US-Schriftsteller Elmore Leonard einmal gesagt. Du schreibst zu allererst für Dich. Schreib.
  3. Keine Zeit zum Schreiben? Dann ist es Dir nicht wichtig genug. Niemand wird kommen und Dir freie Tage schenken, damit Du schreiben kannst. Wenn Du schreiben willst, musst Du andere Dinge opfern. Das kann Schlaf sein, Urlaub, Zeit mit Familie und Freunden oder sogar Dein Job. Plane Deine Zeit, in der Du schreibst. Lass die Finger von Facebook, Twitter, WhatsApp und Instagram. Versuche es zumindest. Schreib.
  4. Teste die Klischees. Du glaubst, Schriftsteller sitzen mit einem fleckigen Notizbuch in einem Café und die Inspirationen fließen? Probier es aus! Ich habe festgestellt, dass ich durchaus in Cafés schreiben kann, aber nicht, wenn Kaffee oder Tee jedes Mal drei Euro pro Tasse kosten. Wenn Du Gesellschaft brauchst, geh in die Bibliothek — diese wunderbaren Einrichtungen voller Bücher, in denen oft auch mitgebrachte Getränke erlaubt sind oder der Kaffee nur einen Euro kostet. Es ist aber auch völlig okay, im Schlafanzug zu Hause am Esstisch zu schreiben und hin und wieder ein bisschen ((zu prokrastinieren)) nachzudenken, indem Du zum Wasserkocher gehst und Dir einen Tee machst. Hauptsache, Du schreibst. Schreib.
  5. Es gibt keine Schreibblockade. Wenn Du nicht weißt, was Du schreiben sollst, liegt es nicht daran, dass Du nicht schreiben kannst. Das Problem steckt woanders: Du weißt nicht, wie es weitergehen soll, hast nicht genügend recherchiert oder Dir Deine Figur nicht gründlich genug überlegt. Es gibt keine Schreibblockade. Überlege Dir lieber, was Du benötigst, um wieder Stoff zu haben, den Du aufschreiben kannst. Schreiben ist nicht immer nur Schreiben, sondern auch Sammeln. Sammle!
  6. Lies! Und sei dabei furchtlos und unvoreingenommen. Nimm Dir ein Beispiel an Groschenromanen, Biografien, Artikeln und an den Autoren, deretwegen Du angefangen hast, selbst vom Schreiben zu träumen. Lies und merke Dir, was Dir gefällt und was nicht. Lerne, wie Du mit Deinen Worten die Zeit steuern kannst, wie Du sie vergehen lässt und wie Du sie anhältst. Lies, sammle und dann schreib!
  7. Bleib nicht allein — jedenfalls nicht die ganze Zeit. Das Internet ist gut zu Dir. Folge Autoren und Bloggern. Schau, was es mit Dir macht, wenn Du weißt, dass andere ebenfalls gerade schreiben. Einmal im Monat ist zum Beispiel #schreibnacht. Oder lass Dich vom #NaNoWriMo (National Novel Writing Month) inspirieren, wenn sich Menschen für den November vornehmen, jeden Tag so viele Wörter zu schreiben, dass sie einen kompletten Roman schaffen. 
    Und schließlich: Trau Dich, Deinen Entwurf einigen wenigen Lieblingsmenschen zu zeigen. ❤ Es macht sie stolz und versetzt sie in die Lage, Dich zu unterstützen. Schreib!

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P.S. (1) Dieser Text ist entstanden, weil ich mich davor drücken wollte, mein Buch weiter zu schreiben. Ihr versteht, dass ich jetzt los muss. Seite 181 wartet. 💪

P.S. (2) „Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, ganz besonders in der Kunst, muss man die Courage haben, sich an innere Orte zu begeben, die man gar nicht gern aufsucht. Orte in uns selbst, die Angst und Trauer hervorrufen. Das hat nichts mit der Außenwelt zu tun. Es gibt Schriftsteller, die reisen um die ganze Welt und erforschen alles. Und es gibt andere wie Emily Dickinson, die ihr Zimmer nie verlassen hat. Und trotzdem ist sie eine fabelhafte Schriftstellerin.“ (Paul Auster)

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