eHealth

Vernetzung von digitaler Welt und Gesundheitswesen

eHealth, auch Electronic Health (englisch für auf elektronischer Datenverarbeitung basierende Gesundheit) ist ein Sammelbegriff für den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. Der Begriff umfasst digitale Dienstleistungen, die der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Überwachung von Krankheiten dienen. Bereiche, die diesem Begriff zugeordnet werden können sind zum Beispiel, die elektronische Gesundheitskarte, Telemedizin, online Apotheken, medizinische Wearables, Health Apps uvm. Seit dem digitalen Zeitalter hat sich das digitale medizinische Angebot im Netz immer mehr weiter entwickelt und umfasst nun eine Unmenge an neuen Systemen, die zur Überwachung von medizinischen Daten genutzt werden können.

Wie bei jeder neuen digitalen Entwicklung, wird auch hierbei Skepsis laut, welche Vor- und Nachteile diese Systeme mit sich bringen, da Patienten, durch die Erfassung von Daten immer gläserner werden. Seit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte werden für gesetzlich versicherte Patienten, alle gesundheitlichen Daten gespeichert und sind damit für jeden Arzt einsehbar. Das verschafft den Ärzten eine Gesamtübersicht ihrer Patienten und informiert über jegliche Vorerkrankungen, welche Aufschluss über Behandlung und Therapie aktueller Erkrankungen geben kann. Doch viele Menschen nutzen zusätzlich ein breites online Angebot um sich über medizinisches Wissen zu informieren und ihre eigenen gesundheitlichen Werte zu analysieren. Durch diese Daten entsteht ein digitales Gesundheitssystem. Laut Studien haben 5 Prozent der Online-Nutzer ein überdurchschnittliches Interesse an digitalen Gesundheitsangeboten um sich über ihre Gesundheit zu informieren (1) . Durch dieses digitale Gesundheitssystem werden Unmengen an Daten über Patienten gespeichert, inwieweit man diese Daten analysieren muss und welche Vorteile aus den Daten gezogen werden können, beschreibt der Executive Director des 2b AHEAD ThinkTanks, Sven Gabor-Janszky: „Der wichtigste Treiber der Medizin der Zukunft ist die wachsende Menge der persönlichen Daten, die steigende Qualität dieser Daten, die Anzahl der Quellen und die Leistungsfähigkeit von IT-Systemen, diese Daten automatisiert zu analysieren. Wer die Fähigkeit besitzt, die Gesundheitsdaten täglich, individuell auszuwerten, dem werden die Menschen künftig mehr vertrauen als jedem Arzt. Denn er kennt seinen Kunden besser als jeder Arzt, gibt bessere Diagnosen und Empfehlungen. Dieser jemand wird das Smartphone sein (2).”

Patienten sind heutzutage besser informiert über ihren Gesundheitszustand als je zuvor, die Nutzung einer “Health App” gibt rasch Aufschluss über alle gesundheitlichen Werte. „Patienten sind dank des Internets heute so gut informiert und so mündig wie nie zuvor — und das kann den Erfolg von Therapien enorm unterstützen“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer (3). Damit unterstützt er die These, dass das digitale Gesundheitssystem Ärzten und Patienten helfen kann, Krankheiten schneller zu erkennen und eine angepasste Therapie einzuleiten. Doch durch die Nutzung der digitalen medizinischen Angebote verändert und entwickelt sich auch der Arbeitsbereich der Ärzte, sowie die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten. „Telemedizin ist ein hervorragendes Beispiel für das beeindruckende Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Online-Sprechstunden oder Tele-Monitoring können die Versorgung kranker Menschen deutlich verbessern, Arzt und Patient entlasten und dabei auch noch die Kosten im Gesundheitswesen senken“, sagt Dr. Bernhard Rohleder (4). Doch auch wenn dieses System einige Vorteile mit sich bringt, so darf man auch nicht aus den Augen lassen, dass das persönliche Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten auch zur erfolgreichen Behandlung beitragen kann. Durch die Digitalisierung der Daten wird diese persönliche Arzt-Patienten-Beziehung abgeschwächt. Für viele Patienten ist die digitale Kommunikation kein Ersatz für ein persönliches und vertrauliches Gespräch zwischen dem Patienten und dem Arzt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass eHealth gewisse Vor- und Nachteile mit sich bringt. Zum einen gibt es einen rascheren und effektiveren Austausch von Informationen zwischen Arzt und Patient, effektive Therapieauswahlen können verbessert und beschleunigt werden, zum anderen verändert sich das Arzt und Patienten Verhältnis maßgeblich.

Quellen:
(1),(2) https://www.privatekrankenversicherungen.net/2015/08/05/ehealth-die-zukunft-der-medizin-ist-digital/
(3),(4) http://e-health-com.de/details-news/bitkom-studie-telemedizin-trifft-auf-grosses-interesse/c2870655588fea7bfdab91a4948cb023/
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