Veränderung des Konsumverhalten und ihre Auswirkungen

Pakete über Pakete

Die Artikel liegen im Warenkorb. Jetzt noch schnell die persönlichen Daten, die Liefer- und Rechnungsadresse und die Art der Bezahlung eingeben und schon kann die Bestellung aufgenommen werden. In einer automatischen Mail wird die Bestellung sofort bestätigt und die Sendung kann verfolgt werden. Falls online gezahlt, informieren auch hier gleich einige Mails mit der Bestätigung von dem nun etwas leichteren Bankkonto. In 2–3 Tagen soll die Bestellung bei der Lieferadresse eintreffen, bis dahin, kann online eingesehen werden, wann die Auftragsdaten zu der Bestellung an den Paketzusteller übermittelt wurden, in welchem Paketzentrum die Bestellung bearbeitet wurde und in welches Zustellfahrzeug das Paket geladen wurde. Von der ersten Datenübermittlung bis zum Paketträger ist alles in der Übersicht einsehbar. Sogar Wunschtag und Wunschort der Lieferung kann angegeben werden. Da ist es auch schon mal möglich, das Paket an den Nachbarn liefern zu lassen oder es auf der Terrasse, in der Garage oder an einem gewünschten Ort, sei es der Schrank unter der Treppe, abstellen zu lassen. Nach 2–3 Tagen ab der Bestellung trifft die Lieferung an dem Wunschort zum Wunschtag ein. Der Kunde ist wunschlos glücklich mit seinen Artikeln.

Der Prozess der Bestellung erscheint relativ gläsern und einfach. Die Vorstellung kommt auf, dass der Artikel direkt von der Website, in das Paket, bis zu einem nach Hause durch Zauberhand kommt. Durch die kurzen Lieferzeiten, wird der Artikel also fast nach Hause gebeamt. Doch was genau steckt hinter diesem Prozess, wie viele Personen sind daran beteiligt? Hat dieses Konsumverhalten, der endlose Verpackungsmüll, Auswirkungen auf unsere Umwelt?

Hinter diesem Prozess stecken riesige Warenzentren, die wie eine eigene kleine Stadt funktionieren. Logistik wird hier an erster Stelle geschrieben. In diesen Zentren, wo über hunderttausende Produkte sortiert und verpackt werden, arbeiten bis zu hunderte von Menschen. Unterstützt werden diese durch Roboter, die die Waren durch die Zentren transportieren. Wie in einem Ameisenhaufen oder in einem Bienenstock hat jede einzelne Person eine Position und eine bestimmte Aufgabe. Mensch und Roboter arbeiten zusammen, man könnte fast meinen, da gebe es keinen Unterschied mehr. Alles ist aufeinander abgestimmt. Doch zu dem was analog abläuft, kommt im Hintergrund eine Menge an digitalen Daten hinzu. Pakete werden gescannt, Codes an unterschiedlichen Stellen immer wieder abgerufen. Ohne diese digitale Erweiterung würde die Logistik an diesen Orten bei weitem nicht so effizient und kostengünstig funktionieren. Ohne gute Struktur und Organisation in diesen Lagern würde hier das reinste Chaos herrschen. Nicht nur die Abläufe im Lager sind alle aufeinander abgestimmt, sondern auch die Auslieferung der verpackten Produkte muss minutengenau aufeinander angepasst sein.

Blick in ein Amazon-Lager

Doch was passiert, wenn der Kunde nicht wunschlos glücklich ist mit seinem bestellten Produkt, obwohl er es am Wunschort und sogar zur Wunschzeit bekommen hat? Fast jeder online Versandhandel bietet die Option an, die bestellten Waren wieder zurückzuschicken, falls das ein oder andere nicht passt, zu klein oder zu groß ist. Doch auch dafür haben die online Versandläden eine Lösung: Retoure. Waren werden wieder in ihre Lager zurückgeschickt, meistens sogar dahin wo sie herkommen. Dort werden sie dann wieder ausgepackt. Die Verpackung wird meist weggeworfen, da Aufkleber für die Adresse zu unschön wären, für weitere Lieferungen. Auch diese Retourezentren unterscheiden sich kaum von den Lagerhallen, wo die Artikel herkommen. Das Pakete immer wieder neu eingepackt und ausgepackt, von einem Flugzeug in einen Lkw geladen werden, und bei einer Retoure das ganze zweimal passiert, kann nicht gerade umweltfreundlich sein.

Es gibt viele Mittel sich gegen diese online Versandhandel zu wehren, die einfachste wäre, einfach nicht mehr dort einzukaufen, sondern regional, in Kleidungs- und Warengeschäften in der Umgebung. Die Anzahl dieser wird nämlich durch die Steigerung der online Versandhändel, immer kleiner. Ein zweiter Schritt wäre, sich den Prozess einer Bestellung vor Augen zu führen und sich klar zu werden, ob sich dieser Aufwand nur für ein neues T-Shirt denn auch wirklich lohnt.

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