Fastenzeit: 7 Wochen ohne oder 7 Wochen Wald Tag 38 — Kraft tanken

Es reicht oft schon ein Hügel für eine neue Perspektive.
“39 Dann verließ Jesus die Stadt und ging wie gewohnt zum Ölberg; seine Jünger begleiteten ihn. 40 Als er dort angekommen war, sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!« 41 Hierauf trennte er sich von ihnen. Etwa einen Steinwurf weit entfernt kniete er nieder und betete:” (Die Bibel Lukas 22, 39–41, Neue Genfer Übersetzung)

Jesus ging wie gewohnt zum Ölberg” Dieser Satz fasziniert mich. Immer wieder wird davon berichtet, dass Jesus auf einen Berg ging und die Nähe zu seinem Vater suchte. In der Natur und weit oben, abseits des Alltags fühlte er sich Gott nahe, hatte er Ruhe und Zeit für Gemeinschaft mit seinem Vater. “wie gewohnt” heißt, es war nicht etwas einmaliges sondern ein wichtiger Punkt in seinem Tagesablauf.

“Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.” So singt es Reinhard Mey. Man muss nicht fliegen, um diese Freiheit nachzufühlen. Es reicht ein Berg. Von einem Berg sieht die Welt, sehen die Probleme viel kleiner aus — eine neue Perspektive ergibt sich.

Heute ist Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, der Tag des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Nachfolgern, der Tag an dem ein ein letztes Mal auf den Ölberg ging und betete:

42 »Vater, wenn du willst, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern deiner.« 43 Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 44 Der Kampf wurde so heftig, und Jesus betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte. 45 Als er vom Gebet aufstand und zu den Jüngern zurückkam, waren sie vor Kummer eingeschlafen.
46 »Wie könnt ihr nur schlafen?«, sagte er zu ihnen. »Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!« 47 Noch während Jesus redete, tauchte plötzlich eine Schar Männer auf, an ihrer Spitze Judas, einer der Zwölf. Er ging auf Jesus zu, um ihn mit einem Kuss zu begrüßen.3 48 Jesus aber sagte zu ihm: »Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?«
49 Als die, die bei Jesus waren, begriffen, in welcher Absicht die Männer gekommen waren, fragten sie: »Herr, sollen wir zum Schwert greifen?« 50 Und einer von ihnen ging auch gleich auf den Diener des Hohenpriesters los und schlug ihm das rechte Ohr ab. 51 Aber Jesus rief: »Halt! Hört auf!« Und er berührte das Ohr des Mannes und heilte ihn.
52 Dann wandte er sich zu den führenden Priestern, den Offizieren der Tempelwache und den Ältesten, die gegen ihn angerückt waren, und sagte: »Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr ausgezogen, als wäre ich ein Verbrecher. 53 Dabei war ich doch Tag für Tag bei euch im Tempel, und ihr habt nichts gegen mich unternommen. Aber jetzt ist eure Stunde gekommen, jetzt übt die Finsternis ihre Macht aus.«
54 Die Männer packten Jesus, führten ihn ab und brachten ihn in den Palast des Hohenpriesters. Petrus folgte ihnen in einiger Entfernung.”

(Die Bibel Lukas 22, 42–54, Neue Genfer Übersetzung)


Deine Heike