Fastenzeit: 7 Wochen ohne oder 7 Wochen Wald Tag 40 — Ostersonntag

Ostern heißt Wunder sehen und entdecken..
“1 Doch am ersten Tag der neuen Woche1 nahmen sie in aller Frühe die Salben, die sie zubereitet hatten, und gingen damit zum Grab. 2 Da sahen sie, dass der Stein, mit dem man den Eingang des Grabes verschlossen hatte, weggewälzt war.
3 Sie gingen in die Grabkammer hinein, aber der Leichnam von Jesus, dem Herrn, war nirgends zu sehen. 4 Während sie noch ratlos dastanden, traten plötzlich zwei Männer in hell leuchtenden Gewändern zu ihnen.
5 Die Frauen erschraken und wagten nicht aufzublicken. Doch die beiden Männer sagten zu ihnen: »Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? 6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:
7 ›Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen gegeben werden; er muss gekreuzigt werden und wird drei Tage danach auferstehen.‹« 8 Da erinnerten sich die Frauen an jene Worte Jesu.
9 Sie kehrten vom Grab ´in die Stadt` zurück und berichteten das alles den elf Aposteln und allen anderen Jüngern. 10 Bei den Frauen handelte es sich um Maria aus Magdala, um Johanna und um Maria, die Mutter des Jakobus. Zusammen mit einigen anderen Frauen, die bei ihnen gewesen waren, erzählten sie den Aposteln, was sie erlebt hatten.
11 Aber diese hielten das alles für leeres Gerede und glaubten ihnen nicht. 12 Petrus allerdings sprang auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, sah aber nur die Leinenbinden daliegen. Voller Verwunderung ging er wieder fort.”

(Die Bibel Lukas 24, 1–12 Neue Genfer Übersetzung)


Petrus allerdings sprang auf und lief zum Grab.”: Petrus war nach dieser Erzählung der Einzige, der kontrollierte, was die Frauen erzählten.

“Aber diese hielten das alles für leeres Gerede und glaubten ihnen nicht”: Die anderen glaubten den Frauen nicht und sie kamen anscheinend nicht auf die Idee nachzuschauen.

Petrus geht zum Grab. Kann es sein, dass er etwas in seinem Herzen spürte, dass an der Geschichte der Frauen etwas dran ist?

Er begegnet Jesus oder den Engeln nicht. Kann es sein, dass etwas im Blick Jesu war, als er ihn anschaute bei den Hohenpriestern nach dem der Hahn krähte, dass Engel Petrus nicht begegnen brauchten?

“Voller Verwunderung ging er wieder fort.” Petrus ist ver-wunder-t! Ein Wunder ist geschehen. Vielleicht war Petrus der einzige der Jünger, der auf dieses Wunder gehofft hatte. Irgendwo tief in seinem Inneren.

Wenn Petrus etwas gelernt hat, während er mit Jesus unterwegs war, dann das, dass man auf Wunder zugehen muss, wenn man sie erleben will.

Und du? Gehst du auf Wunder zu?


Dietrich Bonhoeffer: 
 “Von guten Mächten”

Von guten Mächten treu und still umgeben, 
 Behütet und getröstet wunderbar, 
 So will ich diese Tage mit euch leben 
 Und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen, 
 Noch drückt uns böser Tage schwere Last. 
 Ach, Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen 
 Das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern 
 Des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, 
 So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern 
 Aus deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken 
 An dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, 
 Dann wolln wir des Vergangenen gedenken 
 Und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, 
 Die du in unsre Dunkelheit gebracht. 
 Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. 
 Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, 
 So lass uns hören jenen vollen Klang 
 Der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, 
 All deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, 
 Erwarten wir getrost, was kommen mag. 
 Gott ist bei uns am Abend und am Morgen 
 Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Deine Heike