Was ist (anders an) christliche(r) Erziehung?

Christliche Erziehung unmodern wie ländliche Idylle? Kühe statt Computer und Beten statt Kino?

Was macht eine „christliche Erziehung“ aus? Für die Blogparade „Christliche Erziehung heute“ von Martha (Blog: FamilieLeben mit Gott) habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht:

Wie würde ich mir christliche Erziehung vorstellen?

Natürlich beten vor dem Essen, beten vor dem Schlafen gehen, Andacht am Frühstückstisch, sonntags Gottesdienst, die Kinder gehen parallel dazu zum Kindergottesdienst. Pflichtprogramm unter der Woche ist Jungschar und Musikunterricht. Sonntags darf kein Sport getrieben werden, weil heiliger siebter Tag gleich Ruhetag. Sportarten an denen sonntags Turniere und Wettkämpfe sind fallen aus. Später Jugendgruppe, Jungschar- oder/und Kindergottesdienstleiter. Chor oder Worship-Team wäre auch noch toll. Christliche Eltern sind stolz, wenn ihr Kind eine christliche Karriere hinlegen. Ist das wirklich so?

Welche Werte gibt es in einer Erziehung?

Erstmal erzieht jeder seine Kinder, indem er ihnen das mitgeben möchte, was ihm wichtig ist. Das kann der Sport sein, das eigene Geschäft, die Musik, die Wissenschaft oder eben der Glaube. Kein Wunder, dass es heißt, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Es ist normal, wenn Eltern stolz sind, wenn ihre Kinder im eigenen “Fach” Karriere machen. Mir zum Beispiel ist die Natur und die Bewegung wichtig. Ich gehe gerne mit meinen raus in den Wald oder in der Eifel kraxeln. Ich freue mich, wenn meine Kinder später diesen Weg ebenfalls einschlagen. Außerdem ist mir mein Glaube wichtig und die Werte, die damit verbunden sind: Respekt, Freundlichkeit sowie Dankbarkeit. Allerdings gibt es auch nicht-gläubige Menschen, denen diese Werte wichtig sind.

Was macht eine christliche Familie aus?

Zuerst einmal sind christliche Familien genauso schlecht oder gut wie andere. Sie haben Kinder, die durchbrennen, und Vorzeigekinder wie alle anderen auch. Sie haben behinderte Kinder und super-alles-funktioniert Kinder. Christliche Eltern haben aber eines, was andere nicht haben: Die Liebe zu Jesus im Herzen. Sie fühlen sich getragen in dem Wissen, dass Gott alles in der Hand hat. Dass es Vergebung gibt, wenn ihnen ein Fehler Leid tut. Sie wissen, dass sie nach jedem Blödsinn wieder zu Gott kommen können in seine ausgestreckten Arme, wie der verlorene Sohn. Sie UND die Kinder! Sie wissen, dass sie mit Gottes Hilfe immer wieder neu anfangen können.

Sind christlich erzogene Kinder besser?

Christlich erzogene Kinder müssen ebenfalls durch alles durch, wie alle andere auch: Sich abnabeln, sich selber und eigene Werte finden. Das geht mit Kämpfen und Streitereien einher wie bei allen anderen auch. Gottes Liebe müssen Kinder trotz christlichen Erziehung selber finden. Als christliche Eltern versuchen wir, ihnen eine Art Kompass zu sein, dass sie eines Tages diesen Weg selber finden. Durch das Leben von Gebet und Gottesdienst.

Christliche Erziehung heute ist nichts Altbackenes, nichts hinter dem Mond. Sondern Kindern in eine moderne Welt zu begleiten, in der Gewissheit, dass es Liebe und Sinn im Leben gibt, von Gott geschenkt.

Deine Heike