Aus Fremden werden Freunde — Impressionen aus dem Hoffnungshaus Leonberg

Ein freiwilliges und fröhliches Miteinander von Menschen aller Kulturen und eine aktiv gelebte Begegnung zwischen den Bewohnern — das ist die Idee des Hoffnungshaus Leonberg. 37 Personen wohnen in diesem lebendigen Begegnungszentrum mit Wohn-, Seminarräumen und Büros. Weitere Hoffnungshäuser sind im Entstehen in Esslingen, Bad Liebenzell, Sinsheim und Schwäbisch Gmünd. Die Hoffnungshäuser sind ein integratives Wohnmodell der Hoffnungsträger Stiftung.

Angelika Röhm leitet zusammen mit ihrem Mann das Hoffnungshaus Leonberg. Zusammen mit ihren Kindern wohnen sie auch selbst mit im Hoffnungshaus.

Angelika und Thomas Röhm leiten als Mitarbeiter der Hoffnungsträger Stiftung seit Anfang 2016 das Hoffnungshaus in Leonberg. Im Oktober 2016 fand der Einzug statt. Mit ihrem professionellen Know-how und viel Leidenschaft bringen sie sich ein. Dabei ist ihre Aufgabe alles andere als einfach: Sie tragen die Verantwortung für alles, was unter diesem Dach geschieht. Persönliche Betreuung, professionelle Beratung, zudem die Koordination von allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern, die rund um das Hoffnungshaus tätig sind. Ihr Herzensanliegen dabei ist es, zugezogenen und oft auch traumatisierten Menschen eine Heimat zu bieten:

“Unserem Gegenüber wollen wir auf Augenhöhe begegnen. Wir wollen jedem wohlwollend begegnen im Sinne von: Wie können wir ihn unterstützen und begleiten, sodass er seine persönlichen Ziele erreichen kann? Wo können wir einen persönlichen Prozess — wenn gewünscht — begleiten?”

Sprache und Begegnungsräume

Zum einen gibt es professionelle Sprachkurse für alle, die Unterstützung brauchen im Umgang mit der deutschen Sprache. Denn Hoffnungsträger ist der Auffassung, dass Sprache der Schlüssel zum Verständnis einer Kultur und damit zu einer gelungenen Integration ist.

Wichtig für das gegenseitige Verständnis ist auch der regelmäßige Austausch der Bewohner. Dies geschieht in verschiedenen Aktivitäten, die rund ums Hoffnungshaus Leonberg stattfinden: Beispielsweise bei monatlichen Bewohnertreffen, dem Nähtreff der Frauen und weiteren Angeboten.

Viel Austausch beim Frühstückstreff und den Nähkursen.

Zudem gibt es einmal in der Woche Nachmittagsaktivitäten für Kinder, offen sowohl für Kinder aus dem Hoffnungshaus als auch für Kinder aus der Nachbarschaft. Das regelmäßig stattfindende Vorlesen ist immer wieder ein tolles Highlight für die Kinder.

Gemeinsames Kinderprogramm.

Auch in der Freizeit verbringen die Hausbewohner gerne Zeit miteinander. Einmal in der Woche gibt es für alle Bewohner ein gemeinsames Essen, wo die ganze Hausgemeinschaft zusammenkommt.

“Wir haben eine Whatsapp-Gruppe für alle Bewohner eingerichtet und da liest man dann: Ich mache heute Sport, wer kommt mit? Wir gehen Eis essen, habt ihr Lust? Und dann entsteht das Miteinander einfach so, mitten im Leben.”

Die Zukunft?

“Ich wünsche mir, dass wir einen Beitrag leisten dürfen als Hoffnungshaus Leonberg in die Gesellschaft hinein. Im Sinne von Integration gestalten mit einer wirklichen Wertschätzung von Menschen, die hier neu ankommen. Damit sie die Chance haben, diesen Weg, den sie gestartet haben, als ihren eigenen Weg gehen zu können. Indem sie sich diese selbst erschließen und nicht an einem System festhängen, das ihnen wenig Chancen der Gestaltung gibt.”

Text und Fotos: Julia Weiß


Mehr Infos zum Hoffnungshaus Leonberg und Hoffnungsträger auf: www.hoffnungstraeger.de

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