20 Überlebensregeln für Familien im Covid19-Lockdown

English version of this article: 20 hacks for families in lockdown

Ob #coronacodex, #staythefuckhome, #ichgebauf oder #lockdown — für Familien beginnen ein paar Wochen zuhause. Hier unsere* Regeln und Erfahrungen aus den letzten Wochen selbstauferlegte Isolation + Home Schooling + Reisen mit Familie.

Das Wichtigste zum Anfang: Keine Panik!

Die folgenden Regeln helfen uns, dabei ruhig und liebevoll zu bleiben, uns gegenseitig Stress zu nehmen, statt ihn produzieren und vielleicht sogar ein bißchen Spaß zu haben in diesen komischen Zeiten.

Disclaimer: Hier geht es viel um Struktur. Natürlich ist Chaos und Freiheit ebenfalls wichtig. Aber darüber blogge ich nicht — das kommt nämlich von ganz alleine in den Familienalltag ;-)

Struktur und Grundregeln

  1. Freizeit für Erwachsene: Jeder Erwachsene bekommt pro Tag mindestens 1–2h Zeit alleine. Ohne Arbeitsauftrag. Für die eigene geistige Gesundheit. Am Besten nicht abends — da ist Zeit für das Paar, wenn Ihr eins seid. Gerade wenn man das Team mit mehreren Kindern öfter mal aufteilt ist es wichtig, als Paar zusammen zu kommen.
  2. Ausgefallene Dinge im Haus durchführen. Wenn Donnerstag um 15:00 Musikschule war, dann weird Donnerstags um 15:00 zuhause getanzt und gesungen.
  3. 2–3x am Tag wird 5 Minuten gemeinsam aufgeräumt. Ihr glaubt nicht, wieviel Ihr geschafft bekommt.
  4. Es gibt Ruhezeiten mittags. Bei uns wird das Baby hingelegt und alle anderen sind leise im Wohnzimmer. Man kann lesen, schlafen, malen. 30–45 Minuten gemeinsame Ruhe. Und ja. Manchmal kucken wir auch Fernsehen in der Zeit. Denn manchmal ist es genau das, was wir hier brauchen und uns gönnen.
  5. Es gibt jeden Tag gemeinsame Aktivitäten. Jeden Tag wird eine Sache von allen zusammen gemacht / erschaffen. Manchmal ist das, ein Zimmer sauber zu machen. Manchmal ein Beet, das gepflanzt wird und manchmal ein Tanz, der einstudiert wird. Und manchmal schaffen wir sogar ein 20-Teile-Piraten-Puzzle.
  6. Feste Morgen- und Abendroutinen, mit denen man gemeinsam den Tag beginnt und beendet, plant und abschließt. Morgens über die Wünsche sprechen und abends reflektieren, was gut war und was nicht.
  7. Den Kids erklären, was gerade passiert und warum wir zuhause sind.
  8. So viel raus wie möglich. Garten, Park, Feld, … es gibt genug Möglichkeiten, 2–3h frische Luft am Tag ohne Kontakt zu anderen Personen zu bekommen.
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Das Piratenpuzzle — als Videokonferenz mit der Kindergartenfreundin.
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Erste Version unseres Tagesablaufplans.

Den Haushalt schmeißen

  1. Putzen etc. anders organisieren. Wenn die Wohnung 24/7 von allen bewohnt wird, ändert sich der Schmutz und die Putznotwendigkeit.

Soziale Kontakte außerhalb der Familien-Zelle ermöglichen

  1. Auch für die Kids ermöglichen. Oma oder Freunde anrufen (per Telefon oder Whatsapp Video o.ä.) und dann weggehen. Dann kann auch die Dreijährige mal der Oma ein Geheimnis verraten. Ist wichtig!
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So ist ok Papa? Und dann kann ich nämlich winken wenn jemand vorbei läuft ok? #coronacodex #flattenthecurve #anstandmitabstand #nettmitdistanz

Lernen und Homeschooling

  1. Feste Zeiten für Kita oder Schulzeit. Von 9:30–11:00: 3 x 25 Minuten lernen plus 5 Minuten Pause ist ein erprobtes Modell. Für Kita kann das Basteln, Singen, Malen sein und für die Schulkinder passende Themen / Bücher.
  2. Ein Elternteil schult, der andere hat frei (oder arbeitet).
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Arbeiten im Homeoffice

  1. Mit Kindern und Erwachsenen über die Regeln sprechen (z.B. wie man in dieses Zimmer eintritt oder ob bzw. wie man die Mama im Home-Office ansprechen kann.) Wir haben mittlerweile die Regel, dass man den Papa im Büro besuchen darf, wenn der große Zeiger auf der 6 ist. Mittlerweile warten meine Kollegen schon auf den Kinderbesuch um halb.
  2. Den Kollegen/Kunden/Kontakten klar kommunizieren: Wir sind im Homeoffice und das ist nicht so steril wie das Büro und das ist auch gut so!

Technik und Nachrichten — #corona und #panikmache

  1. Vereinbarungen treffen und darüber sprechen: Was triggert in der Familie? Was wünscht man sich, was wünscht man sich nicht? (Beispiel bei uns: Tech use, z.B. Smartphones am Abendessentisch. Teile von uns machen das sehr gerne und ohne nachzudenken — ich. Teile von uns mögen das gar nicht — alle anderen).

Was wir bisher gelernt haben:

  • Wir müssen auf uns selbst und einander gut aufpassen — oft, indem wir dem anderen Raum und Zeit einräumen, den er/sie manchmal selbst gar nicht nehmen würde
  • Kinder gehören immer noch zum Robustesten auf diesem Planeten. Zuhören und mit ihnen Reden — und es läuft.

Viel Spaß und Erfolg. Ich freue mich auf Eure Hinweise, Ideen, Erfahrungen, wie wir diesen Artikel erweitern!

*Co-Author: Nina!

Father, digitally naive, former risk management professional, entrepreneur and CEO.

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