Krebs darf keinesfalls allein mit Homöopathie behandelt werden

Die ärztliche Homöopathie unterstützt aktiv die konventionelle Behandlung von Krebserkrankungen. Im Falle einer Krebserkrankung wird es jedoch sowohl von konventionellen Onkologen als auch von homöopathischen Ärzten als sinnvoll erachtet — Stichwort Integrative Onkologie — die Folgen der notwendigen Chemotherapie durch eine begleitende homöopathische Therapie abzumildern.

„Von homöopathischen Ärzten in Deutschland wird die Homöopathie nur begleitend zur konventionellen Krebs-Therapie eingesetzt”, sagt Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). So ließen sich beispielsweise die Nebenwirkungen der Chemotherapie deutlich lindern.

In der Praxis lässt sich das zum Beispiel am renommierten Dr. von Hauner´schen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München beobachten, wo es seit über 20 Jahren eine homöopathische Abteilung gibt. Homöopathie wird dort komplementär etwa bei krebskranken Kindern, in der Intensivstation oder in der Kinderkardiologie mit ihrer notwendigen High Tech Medizin eingesetzt. Bei den stationär behandelten krebskranken Kindern hat sich eine begleitende homöopathische Therapie zum Abfangen der Nebenwirkungen der Chemotherapie und der Bestrahlung zur Verbesserung der Lebensqualität der Kinder bewährt. Ausgangslage war ein Therapienotstand, die Universitätsklinik München war konventionell unglücklich mit den Therapiemöglichkeiten in einigen Stationen. Die Therapieerfolge bei den Kindern haben in der Klinik entscheidend zum Vertrauen in die homöopathische Methode beigetragen: Hier ließ sich unter professionellen Bedingungen veranschaulichen, wie die Homöopathie wirkt. Beispielsweise brauchen die Kinder nach einer Operation oft keine zusätzliche Sedierung mehr, sondern schlafen unter einer homöopathischen Therapie ein. Solche Erlebnisse überzeugten die konventionellen Ärzte im Klinikalltag mehr als viele Studien. Aber auf die Idee, gravierende Erkrankungen ausschließlich mit Homöopathie zu behandeln, käme hier keiner. Etabliert ist die Homöopathie als Ergänzung der konventionellen Medizin auch im Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Angehende Ärzte können an der LMU Homöopathie als Wahlpflichtfach studieren, im vorklinischen und im klinischen Studienabschnitt. Auch eine Ringvorlesung „Homöopathie — von der Theorie zur Praxis“ wird angeboten. (Foto: Verena Müller). Mehr Infos unter Homöopathie Themendienst.
Bajic warnt: „Im Zeitalter von Fake News verbreiten sich auch zu medizinischen Themen Falschinformationen im Internet und vor allem in den sozialen Medien. Deshalb wollen wir homöopathische Ärzte mehr Aufklärung in der Bevölkerung leisten. Leider gibt es im Graubereich der sogenannten alternativen Medizin einen Dunstkreis unseriöser Anbieter und selbst ernannter Gurus, die die Verzweiflung und das Leid der Patienten ausnutzen. Aus diesem Dunstkreis kommen auch immer wieder unhaltbare Behauptungen zu dem Thema Krebs.
Cornelia Bajic, 1. Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)
Es ist nicht zu tolerieren, gravierende Erkrankungen wie Krebs ausschließlich mit Homöopathie zu behandeln oder effektive konventionelle Therapien zu verzögern, wenn diese notwendig sind. Das wäre eine gefährliche unterlassene Hilfeleistung und nicht mit dem ärztlichen Selbstverständnis vereinbar. Hier muss die Politik für strengere Regeln sorgen, damit diesen Quacksalbern das Handwerk gelegt wird. Die Homöopathie gehört in kompetente Hände. Wer krank ist und die Homöopathie nutzen möchte, soll zu einem homöopathischen Arzt gehen!“

Homöopathischen Ärzte sind ausgebildete Schulmediziner

Die über 7.000 homöopathischen Ärzte in Deutschland sind alles ausgebildete Schulmediziner mit einer staatlichen Zulassung (Approbation). Sie haben zusätzlich eine Ausbildung zur Homöopathie abgeschlossen, die von den Ärztekammern offiziell vergeben wird.

Die ärztliche Homöopathie versteht sich in erster Linie als integrative Medizin. Homöopathische Ärzte stellen konventionelle Medizin und Homöopathie nicht in einen Widerspruch, sondern praktizieren ein Miteinander der Methoden. Grundlage der Homöopathie ist es nicht, konventionelle Pharmakologie zu verteufeln und damit dem Patienten eventuell hilfreiche Therapieformen vorzuenthalten.

Homöopathie ist keine Alternativmedizin, die sich der konventionellen Medizin entgegenstellt, sondern ein ganzheitliches Medizinsystem, das auf Beobachtung und Kontextualisierung fußt. Die Homöopathie nutzt ebenfalls die medizinische Diagnostik wie z.B. die körperliche Untersuchung, Sonographie, EKG und Labor.