Wie stehen die Deutschen zur Homöopathie?

Eine aktuelle Forsa-Umfrage ermittelt, wie es in der Bundesrepublik um die Patientenwünsche im Hinblick auf die Homöopathie steht.

Wenn es nach dem Willen der Wählerschaft geht, sind die Fakten eindeutig. Die Bevölkerung hat ein sehr starkes Interesse an Homöopathie und steht ihr sehr aufgeschlossen gegenüber. Laut einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage hat knapp die Hälfte der Bundesbürger ab 18 Jahre nach eigenen Angaben schon einmal Erfahrungen mit Homöopathie bzw. mit der Verwendung homöopathischer Arzneimittel gemacht.

Die Mehrheit der Befragten (73%) findet es wichtig bis sehr wichtig, dass die Kosten für diese Leistungen von den Krankenkassen übernommen werden. Den Patienten sollte das gesamte Therapiespektrum zur Verfügung stehen, ungeachtet ihrer eigenen finanziellen Möglichkeiten. Auch die Krankenkassen möchten den Erhalt der Satzungsleistungen als Wettbewerbsinstrument behalten.

Der Gesetzgeber ist der Ansicht, dass die Grundrechte des Bürgers auf Freiheit, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit Basis auch in der Gestaltung der Gesundheitsversorgung sind. Dies verpflichtet unzweideutig zugleich die gesetzgebenden Organe, aber auch alle sonstigen Akteure im Gesundheitswesen, sich an den individuellen Bedürfnissen der Versicherten, bzw. Patienten zu orientieren. Aus dem Grundrecht des Bürgers auf Selbstbestimmung ergibt sich die Wahl- und Therapiefreiheit des Versicherten.

Ein wichtiges Argument der Kritiker der Homöopathie bezieht sich auf den Nachweis der Wirksamkeit der Maßnahmen. Sie fordern Evidenzen und Wirknachweise als Grundlage für eine Erstattungsfähigkeit.

Homöopathie wirkt

Dass die Homöopathie wirkt, ist in vielen Studien belegt. Nur wie die Homöopathie genau wirkt, ihr Wirkprinzip ist nicht hinreichend geklärt. Eine öffentliche Forschungsförderung für Homöopathie, aber auch andere Methoden der Komplementär-Medizin als aussichtsreiche Behandlungsoptionen in der Medizin, ist deshalb dringend notwendig. Hier ist die Politik tatsächlich gefordert. Laut der Forsa-Umfrage fordern 72 Prozent der Bundesbürger, dass der Staat die Forschung zur Wirksamkeit der Homöopathie durch gezielte Förderprogramme unterstützen sollte. Von den Universitäten wünschen sich sogar 85 Prozent der Bevölkerung eine Forschung im Bereich der Homöopathie.

Die Kritik reduziert Homöopathie allein auf den fehlenden Nachweis des Wirkprinzips. Aber damit steht die Homöopathie nicht allein. Das gilt ebenso für die Schulmedizin. Für die meisten Dienstleistungen im Gesundheitsbereich liegen nur eine mäßige oder gar überhaupt keine wissenschaftlich begründete Evidenz vor. Nur für etwa 20 Prozent aller medizinischen Verfahren liegen randomisierte Doppelblindstudien vor. Der Vorwurf, der der Homöopathie gemacht wird, trifft also ebenso auf viele andere Angebote der konventionellen Medizin zu.

Im Mittelpunkt der Homöopathie: Der Mensch

Die Homöopathie ist eine Arzneitherapie, die den Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt einer intensiven Betrachtung stellt, für die die konventionelle Medizin oft keine Zeit mehr hat. Der homöopathische Arzt kennt beide Welten: Er ist ein staatlich zugelassener, ordentlich approbierter Schulmediziner mit anerkannter Zusatzausbildung und in der Regel ein Facharzt, der beurteilen kann, wann eine konventionelle Behandlung notwendig ist. Die Homöopathie betrachtet dabei den ganzen Menschen mit seinen Empfindungen, Gefühlen und Denkweisen und wird in seiner charakteristischen Lebenssituation beachtet. Seine subjektiven Wahrnehmungen werden wertgeschätzt und für die homöopathische Behandlung genutzt sowie seine inneren Ressourcen aktiviert. Nicht nur seine gestörten materiellen Funktionen oder erkrankten Teile im Sinne einer defekten biochemischen „Mensch-Maschine“ zählen.

Dass die Homöopathie einen so hohen Zuspruch aus der Bevölkerung erfährt, ist vor diesem Hintergrund einleuchtend. Es wird also höchste Zeit, dass die Politik den Wählerauftrag ernst nimmt und das Gesundheitssystem den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.