Tremolastrasse Gotthardpass

Die Tremolastrasse schlängelt sich als helles Band von Airolo hinauf zum Gotthardpass. Früher ratterten und klapperten die Postkutschen über die kurvenreiche Strasse, heute ist die historische Strecke ein beliebtes Ausflugsziel. Ich empfehle Ihnen wärmstens, auf Ihrem nächsten Abstecher in den Süden die engen Serpentinen zu erkunden.

Geschichte der Tremolastrasse

Der Gotthardpass ist seit jeher eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen überhaupt. Die unter Denkmalschutz stehende Via Tremola war lange die beste Möglichkeit, den Pass zu überqueren. Ursprünglich wurde die Tremolastrasse als Saumweg angelegt, welcher von den Reisenden zu Fuss, zu Pferd oder in der Sänfte begangen wurde. Die Passstrasse wurde erst in den Jahren 1827 bis 1832 nach den Plänen eines Tessiner Ingenieurs gebaut. Durch den neuen Belag mit Granitsteinen, welcher den Naturbelag ablöste, wurde die Strecke auch für Postkutschen zugänglich. Die Passagierzahl und Postfracht nahm in den folgenden Jahren laufend zu. Bereits im Jahr 1842 fuhr täglich eine 5-spännige Kutsche in beide Richtungen über den Gotthard. Sogar im Winter wurde der Weg für die Postkutschen offen gehalten: Der Abschnitt über den Berg wurde in der kalten Jahreszeit kurzum mit Schlitten bewältigt.

Die Tremolastrasse heute

Die am linken Hang des Val Tremola angelegte und weltberühmte Serpentinenstrasse besteht aus unglaublichen 38 Haarnadelkurven, wobei die Strasse von bis zu acht Meter hohen Mauern gestützt wird. Teilweise sind noch die alten Trockenmauern erhalten, ebenso wie die Kilometersteine. Im spektakulärsten Abschnitt überwindet die Passstrasse auf einer Länge von vier Kilometern 300 Höhenmeter in 24 engen Kehrschleifen, die sogar eigene Namen tragen. Auf Ihrer Fahrt begegnen Sie eventuell der altehrwürdigen Gotthardpost, welche noch heute als Touristenattraktion unterwegs ist.

Die kurvenreiche und wildromantische Strecke ist für Töfffahrer ein absolutes Highlight in der Schweiz. Aber auch Autofahrer sollten die Strasse mit der Kopfsteinpflasterung mindestens einmal gesehen und erlebt haben. Während die verkehrstechnische Bedeutung zunehmend schwindet, steigt der historische Wert an: Die Tremolastrasse ist das längste Strassenbau-Denkmal der Schweiz!

Tour über den Gotthard

Vergessen Sie den Stau vor dem Gotthardtunnel und geniessen Sie unglaubliche Weitblicke in der kargen und wunderschönen Berglandschaft des Gotthard. Nachdem der Pass aus seinem jährlichen Winterschlaf erwacht, ist er nach der Sommereröffnung (meist um Pfingsten) wieder für den Verkehr befahrbar. Dabei ist es gut möglich, dass Sie im Frühling und Frühsommer noch auf hohe Wände aus Schnee treffen. Eröffnen Sie eine spontane Schneeballschlacht mit Ihren Freunden oder bauen Sie einen Schneemann, als Gruss für die nachfolgenden Reisenden.

Starten Sie Ihre Passfahrt bereits in Göschenen: Die Passstrasse führt durch die schmale Schöllenenschlucht mit der geschichtsträchtigen Teufelsbrücke hinauf nach Andermatt. Anschliessend ist es nicht mehr weit, und Sie erreichen die Passhöhe auf 2108 m.ü.M. mit dem berühmten Hospiz. Die Via Tremola hinunter nach Airolo beginnt direkt links dahinter.

VERPFLEGUNG AUF DEM GOTTHARDPASS

Es gibt keinen schöneren Ort, um eine Pause einzulegen und die frische Bergluft zu geniessen. Das flache Gelände mit dem Bergsee eignet sich optimal für ein Picknick — Mutige nehmen vor der Weiterreise ein Fussbad im eisigen Wasser. Natürlich stehen auch verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung, falls Sie keinen Lunch eingepackt haben. Sie haben die Qual der Wahl zwischen dem alten Hotel mit seiner grossen Terrasse, dem Restaurant Vecchia Sosta mit seinem historischen Ambiente oder dem unkomplizierten Selbstbedienungsrestaurant in der Alten Sust.