Kulturwandel mit Kollaborations-Labs

Von Hendrik Schäfe und Madeleine Nüßle

Jeder kennt die Situation: die Zusammenarbeit in Projekten mit vielen Schnittstellenpartnern kann anstrengend werden. Insbesondere wenn völlig unterschiedliche Vorstellungen einer gemeinsamen Arbeitsweise bestehen. Die Komplexität erhöht sich, wenn die Projektmitglieder jeweils von ihren Chefs unterschiedliche Priorisierungen mitbekommen und gleichzeitig den Patienten „Daily Business“ am Leben erhalten müssen. Dort entstehen Reibungen oder schlimmer — man hört auf sich zu reiben, ergibt sich dem Frust und das Projekt „plätschert“ nur noch so vor sich hin. Aber was tun und wie angehen?

Unserer Erfahrung nach schlummern die Ansätze zur Verbesserung häufig im Team, kommen jedoch selten zur Umsetzung. Häufig wird diskutiert, wessen Aufgabe es gerade nicht ist, eine Veränderung zu initiieren, als wirklich etwas zu tun. Aber warum ist das so?

Kleine Analogie — wer erkennt sich hier wieder?! Wenn an einem Sonntagmorgen, anstatt des erwarteten Regens nun doch die Sonne rauskommt, mobilisieren sich plötzlich alle verfügbaren Kräfte im Freundeskreis scheinbar von selbst und spätestens am Mittag gibt’s eine riesen Grillparty — trotz scheinbar leerer Kühlschränke und ohne Planung im Vorfeld. Im Privaten klappt es mit der spontanen Anpassung und der schnellen Planänderung und der Mithilfe eines jeden Einzelnen. Was also ist hier anders?

In unseren Kollaborations-Labs passen wir die Projektorganisation an die natürliche Arbeitsweise von gut funktionierenden Teams an — wie bei einer Grillparty eben.

Kollegen kommen zusammen und arbeiten an einem gemeinsam definierten Ziel. Und meist erreicht das Team mit nur sehr limitierten Ressourcen ein tolles Ergebnis. Wie? Indem jeder eigenverantwortlich die Aufgabe übernimmt, die ihm/ihr am besten liegt oder die er/sie aktuell am besten meistern kann. Wie auch bei der Grillparty werden hier erfahrungsgemäß nicht nur die beliebten Aufgaben abgegrast. Das Gefühl, gemeinsam und eigenverantwortlich an etwas Gutem zu arbeiten, mit limitierten Mitteln das scheinbar Unmögliche zu erreichen, setzt ungeahnte Teamdynamiken frei. Und so räumt man nach der Grillparty auch gern mal den Müll weg — im übertragenen Sinn.

Im Lab passen wir die Projektorganisation an die natürliche Arbeitsweise von gut funktionierenden Teams an. Durch absolute Offenheit, Gleichberechtigung und ohne Hierarchie (dafür gut moderiert) werden in diesem „geschützten“ Raum Probleme offen diskutiert und gemeinsam an Verbesserungen gearbeitet, verprobt und regelmäßig einer Retrospektive unterzogen. Schritt für Schritt. So einfach es klingt, so schwer ist dieser Ansatz in der Umsetzung. Eigenverantwortung braucht viel Disziplin, Geduld und Spucke. Dafür schmeckt nach getaner Arbeit die „gelungene Mahlzeit“ immer besser. Und das Vorhaben schreit nach einem Revival.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie Madeleine Nüßle oder Hendrik Schäfe.