Change — Wie man wirksam den Unternehmenswandel begleitet

Liebe Leserinnen und Leser,

durch Digitalisierung und New Work verändert sich die Arbeitswelt rasant und wer sich nicht beeilt und die PS auf die Straße bekommt, der kann oft nicht mithalten und wettbewerbsfähig bleiben. Zu den Zahlen: 98% aller Großunternehmen befinden sich laut eigener Aussage in einem Prozess des Kulturwandels und nur 3% aller Firmen geben an, bereits in der neuen Arbeitswelt angekommen zu sein — und das sind meistens junge und kleine Firmen (vgl. Hofert & Thonet, 2019). Veränderung bzw. Change ist DAS Thema im modernen Unternehmen des Jahres 2019. Dadurch entsteht eine unbedingte Notwendigkeit, den Wandel professionell zu begleiten. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, zeigen wir Ihnen jetzt.

Der Wandel verläuft niemals eindimensional, sondern hat schier unendlich viele Gesichter, sowohl lachende als auch weinende. Wir möchten uns hier auf drei Säulen konzentrieren, die den Change beeinflussen können. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern zeigen auf, mit welchen Methoden und (vor allem) Einstellungen Veränderung gelingen kann.

Agile Führung

Agilität bedeutet zuallererst einmal Geschwindigkeit und Flexibilität. Agile Unternehmen reagieren flink auf Marktveränderungen in einer unsicheren und dynamischen Welt und können sich den stets variierenden Kundenwünschen anpassen. Aber wie führt man agil?

Agile Führung ist ein Führen nach Werten, aus denen sich direkt Prinzipien ableiten lassen (vgl. Hofert, 2018). Welche Werte können das sein bzw. wie lassen sie sich auf ihre Essenz hin zusammenfassen? Die agilen Werte beziehen sich vor allem auf die Interaktion zwischen Mensch, Führung und den konkreten Tätigkeiten. Sie umfassen arbeitsbezogene Werte wie Fokus, Selbstverpflichtung und Einfachheit, aber auch interaktionsbezogene Werte wie die Wertschätzung von Feedback, Respekt und Kommunikation generell. Daraus lassen sich Prinzipien ableiten wie die aktive Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Bevollmächtigung eines Teams, auch einmal Experimente zu wagen, gleichzeitig kombiniert mit wirtschaftlichem und auch ökologischem Denken. Zusammengefasst können wir festhalten, dass starre Hierarchien, wie sie in der Vergangenheit vorherrschten, im Change nicht mehr wirksam sind. Durch agile Führung können diese Hierarchien schrittweise abgebaut werden, ohne den Fokus zu verlieren, quasi ein Soft-Reboot!

Das passende Mindset

Im Prozess des Wandels ist Mindset ein geflügelter Begriff. Er umfasst im Grunde genommen die Einstellung jedes Einzelnen zu Veränderung und zur Arbeit an sich. Aus der Psychologie wissen wir, dass sich festgefahrene Einstellungen nur schwer verändern lassen, z.B. dann, wenn die Mitarbeitenden durch ständige Führungs- und Kurswechsel eine starke Beharrungstendenz entwickelt haben (vgl. Hofert, 2018).

Essenziell für eine Veränderung des Mindset ist daher die sogenannte Metakommunikation (vgl. Hofert, 2018): Alle Angehörigen der Unternehmung müssen gleichermaßen offen und transparent über Visionen, Ziele, aber auch Probleme sprechen, die mit der Veränderung einhergehen, egal ob Vorstand oder Teammitglied. Vergleichbar mit einem Getriebe muss jedes Zahnrad hier funktionieren, da sich sonst die Apparatur nicht bewegen kann. Unternehmen, die sich als lernende Organisationen verstehen, haben hier einen klaren Vorteil.

Die Unternehmensstruktur

Wandel verlangt ein Umdenken in der Unternehmensstruktur hin von klassisch-hierarchischen Ebenen zu kleinen Teams, Bürokratieabbau und Selbstständigkeit. Dafür gehen wir vom Großen zum Kleinen vor: Wie arbeitet das Gesamtunternehmen zusammen und wer entscheidet an welcher Stelle was (vgl. Hofert & Thonet, 2019)? Diese Fragen stellen wir für jede Ebene, bis wir auf der Teamebene angekommen sind. Glauben Sie aber bitte nicht, dass die reine Vorgabe einer neuen Struktur den Wandel vollendet! Stets sind Wechselwirkungen zu beachten zwischen der Struktur und weiteren Variablen. Stellen Sie sich eine Führungskraft vor, deren umfassende Weisungsbefugnis nun in eine Rolle umgewandelt wird. Nur selten können Menschen mit einem solchen für sie subjektiven Machtverlust umgehen und von jetzt auf gleich Verhalten und Mindset ändern.

Fazit

Moderne Unternehmen können sich dem Wandel nicht verschließen, wenn sie langfristig erfolgreich und überlebensfähig bleiben möchten. Verschiedenste Variablen wirken im Prozess mit und zeigen untereinander positive wie negative Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wandel professionell zu begleiten und niemanden, weder Führung noch Mitarbeitende, auf dem Weg zu verlieren. Gelingt dies, so stellt Change eine große Chance für die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts dar.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Prof. Dr. Daniel Keller für Keller Partner

Keller Partner

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