Markenüberwachung lohnt sich das?

Kosten und Nutzen für Markeninhaber


Stolz hält der Unternehmer oder Selbständige seine Markenurkunde des DPMA oder des Harmonisierungsamtes in der Hand. Es ist geschafft und die Marke ist eingetragen. Jetzt soll die Marke durch eine Markenüberwachung geschützt werden. Ist diese Investition für den Markenschutz sinnvoll? Oder können sich Markeninhaber diese Kosten sparen?

Mit der erworbenen Marke hat der Unternehmer ein Monopol auf einen Begriff, eine Terminologie oder eine Abbildung. Er hat das Recht diese alleine einzusetzen und jeder Nachahmer bekommt einen auf die Mütze. Dies regelt das Markenrecht und so einfach ist dies zu verstehen.

Nachahmer Ihrer Marke — gefällt Ihnen das?

Sicherlich findet es kein Selbständiger oder Unternehmer amüsant, wenn seine Marke durch andere verwendet oder sogar als neue Marke in leicht abgewandelter Form oder genauso lautetend angemeldet wird. Den wirksamen Schutz davor bietet eine Markenüberwachung. Dieser Radar oder Sensor meldet früh- und rechtzeitig die Kollision mit neuen Marken. Dabei sind die Systeme so pfiffig, dass auch Ähnlichkeiten mühelos erkannt werden.

Eine Markenüberwachung ist nicht teuer, wenn man im Gegenzug die Kosten für eine rechtliche Auseinandersetzung für eine zu spät erkannte Markenverletzung betrachtet.

Wer zu spät kommt der hat ganz schön hohe Kosten

Was kostet eine Markenüberwachung für 10 Jahre?

Die Rechnung ist relativ simpel anzusetzen. Nehmen wir als Beispiel eine deutsche Wormarke über 3 Klassen. Dies ist der Standard einer Markenanmeldung und eine Markeneintragung die viele Selbständige und Unternehmen wählen.

So kostet eine Markenüberwachung Deutschland in 3 Klassen über unseren Service bei infobroker.de 135,- EUR pro Jahr (Preis 04–2016). Auf 10 Jahre gerechnet wären dies 1350,- EUR inkl. MwSt. Netto wären dies bei aktuellem Steuersatz ca. 1093,50- EUR. Gehen wir von einer Preissteigerung über die kommenden 10 Jahre von 10% so ergeben sich 1485,- EUR brutto und netto wären dies ca. 1202,85 EUR.

Risikofaktor — Sparen am falschen Ende

Ohne eine Markenüberwachung läuft ein Markeninhaber schnell Gefahr die Widerspruchsfrist (3 Monate in Deutschland nach der Eintragung) zu verschlafen, da eine störende Marke meist zu spät auffällt. Dies ist nur zu logisch, da Anmelder in der Regel die Widerspruchsfrist abwarten und dann mit dem Marketing für den Markennamen beginnen.

Um nun die störende Marke angehen zu können ist ein Löschungsverfahren vor dem Patentgericht notwendig. Hier werden die Kosten für den eigenen Anwalt und die Klagegebühren locker über 1.250,- EUR (Kosten 10 Jahre Markenüberwachung) liegen. Zu vergessen ist bei der Rechnung auch nicht die Möglichkeit einer Niederlage. Dann kämen hier noch die Kosten des gegnerischen Anwalts hinzu. Den Stress und Dauer eines Löschungsverfahrens lassen wir hier der Einfachheit halber weg.

Gut und günstig — das Widerspruchsverfahren für 150,- EUR

Wird eine störende Marke durch eine geschaltete Markenüberwachung innerhalb der Widerspruchsfrist gemeldet, so kann diese per Widerspruch beim Amt angegangen werden. Hier liegen die Kosten laut des Deutschen Patent und Markenamtes bei 150,- EUR. Der Widerspruch kann per Formular beim DPMA erhoben werden. Es empfiehlt sich für das Widerspruchsverfahren einen Anwalt zu beauftragen.

Nicht zu unterschätzen — die psychologischen Komponente

Eine Marke im Widerspruchsverfahren anzugehen ist in der Regel einfacher als einen Gegner mit einem Löschungsverfahren in die Schranken zu weisen. Befindet sich eine Marke noch in der Widerspruchsfrist, so hat ein Anmelder immer mit Widersprüchen zu rechnen. Stellen sie sich jedoch vor, eine Marke wird erst nach 2 Jahren per Löschungsverfahren in Frage gestellt. Der Inhaber hat Marketing betrieben, Unterlagen gedruckt und seine Philosophie auf die Marke aufgebaut. Jetzt kommen sie und wollen diesen Begriff streitig machen. Es ist nur zu sicher, dass der potenzielle Gegner sich erbittert wehren wird.

Währet den Anfängen — je früher desto besser

Eine Markenüberwachung ist eine lohnenswerte Investition und mit 125,- EUR auf 12 Monate sehr preiswert. Selbständige und Unternehmer sollten eine Markenüberwachung in Betracht ziehen, um kollidierende Markenanmeldungen frühzeitig verhindern zu können.

Wir beraten Sie gerne zur Markenüberwachung und den Möglichkeiten auch bei ausländischen Schutzrechten.

Über den Autor:
Michael Klems, Jahrgang 1966 ist der Kopf hinter infobroker.de und seit 1991 als Information Professional tätig. Er ist gefragter Spezialist für Firmenauskünfte, Markenrecherchen und Market-Intelligence. Als Autor und Referent ist der Informationsprofi für namhafte Instutionen und Publisher tätig.