Innovative Maßnahmen gegen das Virus

TEXT: Dr. Michael W. Preikschas

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Die Verantwortung liegt bei uns. Die Zahl der Covid-19 Infizierten steigt. Um diesen Trend aufzuhalten, braucht es ein verantwortungsvolles Verhalten innerhalb der Bevölkerung. „Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Video-Podcast. Die Auswirkungen dieser Ansage trifft auch die Mobilitätsnutzung. Von allen Transportmitteln profitiert das Fahrrad in der Krise am meisten. In einer online Forsa Umfrage gaben nun 29 Prozent aller in Deutschland Befragten an, dass sie seit Beginn der Pandemie häufiger ihren Drahtesel nutzen als vorher.

Carsharing hingegen scheint von der Pandemie nicht zu profitieren. Keiner der Umfrageteilnehmer gibt an, gemeinschaftlich nutzbare Autos während der Krise häufiger zu mieten, im Gegenteil: 91 Prozent sagen, dass sie Carsharing — unabhängig von der Krise — gar nicht nutzen. 29 Prozent der Befragten nutzen öffentliche Verkehrsmittel mittlerweile seltener als vor der Krise. Diese Angaben machen 18- bis 29-Jährige (49 Prozent) häufiger als Menschen ab 60 (19 Prozent). Nur 2 Prozent aller Befragten sagen, das sie öffentliche Verkehrsmittel derzeit häufiger nutzen als vorher. Frauen haben deutlich mehr Angst vor der Ansteckung in den öffentlichen Transportmitteln. 43 Prozent stimmen der Aussage zu, sich im ÖPNV derzeit vor einer Virusinfektion zu fürchten. Bei den Männern sind es nur 36 Prozent.

61 Prozent aller Befragten bevorzugen es derzeit, sich nur so fortzubewegen, dass der Kontakt zu anderen Menschen ausgeschlossen ist. Frauen stimmen der Aussage jetzt Verkehrsmittel zu bevorzugen, in denen sie keinen Kontakt ausgesetzt sind, etwas häufiger zu als Männer (64 versus 59 Prozent). Dieser Trend löst aktuell die Entwicklung von innovativen Gegenmaßnahmen aus. Denn viele Geschäftsmodelle können nicht auf die Skalierung von Gästen, Besuchern oder Kunden verzichten. Folgend drei Beispiele:

Schwedens zweitgrößter Verkehrsverbund Västtrafik hat mit der Werbeagentur Forsman & Bodenfors (forsman.co) zusammen „No Douche Bags“ kreiert, die Pendler in der ÖPNV dabei helfen sollen, physische Distanz zu anderen Fahrgästen zu wahren. Die Stofftaschen tragen den Aufdruck „I’d love to sit next to you, just not right now“. Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, können die Taschen auf ihren Nebensitz stellen und damit auf freundliche Art Social Distancing praktizieren. Bereits 1000 der „No Douche Bags“ wurden am Bahnhof von Göteborg kostenfrei verteilt, weitere sollen folgen.

Die „Virgin Money Unity Arena“ in Newcastle ist eigenen Angaben zufolge der erste Outdoor-Veranstaltungsort Großbritanniens, der sich gänzlich dem Prinzip des Social Distancing verschrieben hat. Konzertbesucher schließen sich hier nicht der Menschenmenge vor der Bühne an, sondern können sich mit bis zu fünf Personen in „Logen“ begeben. Die insgesamt 500 Metallpodeste stehen rund zwei Meter voneinander entfernt und sollen den empfohlenen Abstand zu anderen Besuchern gewährleisten. Nach dem Einlass werden die Gäste zu ihrem Podest geführt. Dort können sie sich Speisen und Getränk per App bestellen.

Der US-amerikanische Textilhersteller Milliken (milliken.com) hat eine Teppichfliesen-Kollektion vorgestellt, die das Einhalten der Abstandsregeln in Büroräumen vereinfachen soll. Im Zuge der Covid-19-Pandemie unterliegen gemeinsam genutzte Flächen Hygienekonzepten, die in den meisten Fällen provisorisch umsetzbar sind. Die Teppichfliesen von Miliken sind optisch ansprechend designt und mit verschiedenen Symbolen, beispielsweise richtungsweisenden Pfeilen, 2-Meter-Markierungen oder Desinfektionssymbolen ausgestattet. Dadurch können Büroflächen umfunktioniert werden, denn die „Social Factor Kollektion“ lässt sich in bestehende Teppichfliesen integrieren.

Innovatoren erreichen mehr Umsatz und Gewinn, neue Kunden und Märkte. Trends früh erkennen, daraus Bedürfnisse richtig und rechtzeitig ableiten, neue Lösungen zum Erfolg entwickeln — das ist ihr Geschäft. Sie arbeiten intern im Netzwerk und extern mit Partnern. Marketing und Vertrieb sind früh eingebunden. Innovationen beginnen mit Ideen und gelingen durch strukturiertes Management.

#Covid19 #SocialDistance #Hygienekonzept #Verkehrsmittel

Beiträge von Dr. Michael W. Preikschas & Dr. Michael Schuricht zu Trends und innovativen Geschäftsideen

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