Sascha Lobo holt sich Klopapier und geht nicht mit mir essen.

Dramolett


1. Szene
(Im Internet, also überall und nirgends zugleich.)

TG blickt konzentriert. Er schreibt Zwirbler, den weltweit 1. Roman auf Facebook. Mit 16.534 Fans. Einzelne Statusmeldungen ergeben eine skurrile Geschichte über eine Suche bei der es mehr Fragen, als Antworten gibt.

(Dauer der 1. Szene: 4 Jahre)

2. Szene
(Irgendwo in Deutschland.)

Sascha Lobo blickt konzentriert. Er gründet SoBooks. Die Verbindung von Social Media und Büchern.

3. Szene
(Eine Bar in Wien, nach 3 Gläsern Whisky.)

TG (schreibt Sascha Lobo, euphorisch): „Der 1. Facebook-Roman auf SoBooks, das wäre doch was!“

Lobo (antwortet gleich, weniger euphorisch):
„Ja. Wir sind in Beta. Bitte in Liste eintragen. Wir melden uns dann.“

TG trägt sich in die Liste ein. Gähnt.

4. Szene
(Überall, außer in China.)

Ein paar Monate lang passiert nichts. Also irgendwo in China passiert schon was. Von wegen Reissack und so.

5. Szene
(Auf Startnext.)

Die Fans lieben, wollen und finanzieren Zwirbler. Der Roman erscheint als Buch. Und auf Klopapier.

6. Szene
(Ein Postamt in Wien.)

TG schickt Lobo eine Rolle WC-Papier. Als Geschenk. Der alten Zeiten willen, die es nicht gab.

Foto: Markus Neubauer Helden von heute

7. Szene
(
Ein Postamt in Berlin.)

Lobo stürmt ins Postamt. Gestikuliert fuchsteufelswild. Reißt sich ein paar Haare aus. Nimmt das WC-Papier entgegen. Schreit: „Ich habe ausdrücklich auf meiner Website geschrieben: Keine Post! Nichts schicken! Verdammte Scheiße! Was soll ich damit? Mir den Arsch auswischen?“.

8. Szene
(Eine Wohnung in Berlin.)

Lobo ist noch immer fuchsteufelswild. Dabei entdeckt er ein neues Geschäftsmodell. Er nennt es Cash-bei-Zusendung (#lobogate).

Impressum auf der Website von Sascha Lobo

9. Szene
(Eine Straße in Wien.)

TG grinst. Und beschließt ein Dramolett zu schreiben.

Foto: Markus Neubauer Helden von heute

TG hat Zwirbler, den 1. Facebook-Roman der Welt geschrieben. Sascha Lobo hat Sobooks gegründet. Zwirbler gibt es als Buch, eBook, Hörbuch und auf WC-Papier.
Was Sascha Lobo mit dem WC-Papier gemacht hat, ist unklar. Er überlegt noch.
Vielleicht grinst er auch gerade.