Pulpo — über die Kunst Radiergummi zu kochen.

Entgegen der Überschrift geht es hier nun nicht wirklich darum Radiergummi zu kochen. Obwohl es aufgrund klammer öffentlicher Kassen, der Finanzkrise, der steigenden Anzahl Minijober oder chronisch unterfinanzierter Freiberufler durchaus denkbar wäre, die voll digitalisierten (die Digitalisierung 2.0 lässt grüßen) und somit papierlosen Büros von nunmehr unnützem Ballast — Radiergummi macht sich auf dem Bildschirm ganz schlecht — zu befreien!

Nein es geht schlicht und ergreifend darum Pulpo (gemeinhin auch als Octopus bekannt — der Volksmund nennt es fälschlich Tintenfisch — zuzubereiten. Meine Frau brachte die Idee zu diesem Gericht von Ihrer Pilgerfahrt ins, in Spanien gelegene, Galizien mit. Dort, so vom Hörensagen (ich war nicht mit …), wohl etliche Etablissements, wie hierzulande Dönerbuden oder Bockwurststände an frequentierten Orten, diese Speise feilbieten.

Als denn, man nehme: 2 kg Tintenfisch (ich weis, der Volksmund!) aus der Tiefkühlung (Sie können es natürlich auch mit frischem versuchen), spült ihn kurz unter heißem Wasser ab und verfrachtet den (die) Klumpen in einen passenden Topf. Dazu reichlich Salz und 20 Lorbeerblätter — soweit das Originalrezept. Dann noch etwas Piment und Pfefferkörner zugegeben. Auf der Packung stand was von “dünne schwarze Haut abziehen” — aber wie das mit Bedienungsanleitungen im allgemeinen, und Männern im speziellen, so ist … ignorieren! Der Grund: es ist nahezu unmöglich. Jedenfalls waren die von mir benutzten Zwergenkopffüßer nicht für solch würdelosen Akt geschaffen. Mit anderen Worten ich war zu faul.

So nun endlich alles im Topf?

Etwa eine Stunde kochen und dann im Sud erkalten lassen. Nun kann man die schwarze Haut ganz bequem abstreifen — es sieht sonst auch zu eklig auf dem Teller aus — das lässt sich nun auch ganz leicht verrichten (ich wusste Faulheit zahlt sich aus). Nun ist es soweit, die Beilage, das Fladenbrot, herzurichten. Das Brot in Streifen schneiden und in einer Pfanne mit reichlich Olivenöl (einige Knoblauchzehen und etwas Rosmarin kann nicht schaden) anbraten. Etwas Knoblauchbutter schmelzen, wie Sie das machen ist im Prinzip egal — Mikrowelle, Topf, Pfännchen — vollkommen egal, entscheidend ist der Aggregatzustand “flüssig”. Für Perfektionisten: ca. 100g Butter in einem kleinen Topf schmelzen, fein gehackten, frischen Knoblauch (ca. 4–6 Zehen) und Salz zugeben. Etwas auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Alles adrett auf einem Teller anrichten (siehe oben). Den (Tinten-) Fisch mit der Butter begießen und etwas Paprikpulver darüber streuen.

Bon Appetit!

Dazu kann ein kräftiger Weißer nicht schaden.