Was 2017 ausgedient hat

Trends und Social Media Marketing, das man in diesem Jahr definitiv nicht mehr sehen will

QR Codes

Dazu muss man wohl am wenigsten schreiben oder sagen. Kunden, die 2017 noch “irgendwas mit QR Codes” machen wollen, denen kann man sowieso nicht mehr helfen. Es gibt nämlich nur sehr wenige Szenarien, in denen so ein Code tatsächlich Sinn macht. Besonders sinnlos ist er auf Plakaten, allen voran in U-Bahn-Stationen, denn: wie soll man einen Code von 8m Entfernung einscannen? QR Codes haben also echt ausgedient.

Vong Jugendsprache her

Es war ja eine Zeit lang ganz lustig, man muss es schon zugeben. Aber spätestens als die deutsche Sparkasse plötzlich mit einem extrem unglaubwürdigen Jugendsprachen-Sujet rausrückte, war der Spaß vorbei. Schluss mit Jugendsprache. Glaubt mir, auch eine Bank wirkt dadurch nicht cooler. Maximal verzweifelter.

Lächerliche Zusammenarbeit mit BloggerInnen und ungekennzeichnete Werbung

Unternehmen sollten endlich damit aufhören, BloggerInnen (auch VloggerInnen und Instagram-Menschen) auszunutzen. Das heißt konkret: BloggerInnen fair bezahlen (immer noch billiger als eine Seite Print-Werbung!), mit ihnen längerfristige Kooperationen eingehen, sie nicht bitten, Werbung NICHT zu kennzeichnen und sie nicht mit lächerlichen Produktsamples abspeisen.

Im Gegenteil: Unternehmen sollten Blogger auch stärker in die Pflicht nehmen, Werbung zu kennzeichnen. Das zeugt nicht nur von Professionalität, sondern beschert einem auch zusätzlich weniger Scherereien á la unlauterer Wettbewerb und so unangenehme Sachen. Wer als Blogger wiederum ernst genommen werden will, sollte auch seine medienrechtliche Pflicht wahrnehmen und seine Leser nicht täuschen!

Eine ganz unauffällige, dezente, aber NICHT gekennzeichnete Werbung auf Instagram

Nicht erlaubte Facebook-Gewinnspiele

Natürlich wird immer wieder gerne darauf hingewiesen, dass Facebook ein sehr gemeiner Konzern ist, der mit voller Absicht jeden Tag seine Richtlinien ändert, damit ja keiner mehr mitkommt. Das ist zumindest die Ansicht vieler Unternehmen wenn es um Facebook-Gewinnspiele geht. Dabei sind die Regeln ganz eindeutig: Alles, bei dem der Facebook-User sein eigenes Profil oder das einer anderen Person verwenden muss (auf seiner eigenen Pinnwand teilen, jemanden namentlich markieren, etc.) ist nicht erlaubt. Das sollte jetzt endlich diesen ganzen unnötigen Gewinnspiel-Spam in der Timeline Unbeteiligter beheben.

Twitter als “wir müssen dort sein”-Kanal

Dass man neue Tools und Social Networks als Unternehmen gerne ausprobiert, ist eine Sache. Dass man sich 2017 immer noch nicht überlegt hat, dass Twitter für Unternehmen nur dann Sinn macht, wenn der Content dementsprechend interessant ist und man auch wirklich dazu bereit ist, zu interagieren. Auch als Supportkanal super! Aber ganz ehrlich? 2017 nur noch fade Links zur eigenen Seite posten: muss nicht sein. Nein, nicht jeder muss auf Twitter sein und ja, die wenigsten Unternehmen bringen tatsächlich Mehrwert auf dem eher persönlichen Netzwerk.

Alle auf die eigene Website lotsen

Es wäre schön, wenn Unternehmen Tools der Social Media Plattformen nutzen würden, um den Usern etliche Klicks zu ersparen. Egal ob es um Videoinhalte oder Text geht: Warum muss ein Fünfzeiler auf der eigenen Website verlinkt werden, wenn man diese fünf Sätze auch einfach auf Facebook schreiben kann?

Video, wo Video unnötig ist

Nicht alles, das man als Video darstellen kann, zahlt sich auch tatsächlich aus. Gerade wenn es um News geht, spielen die Jungen auch nicht mit, denn überraschenderweise lesen die Nachrichten auch lieber als sie auf Video anzusehen. Das gleiche gilt übrigens für Live-Streaming: Das ist wirklich nur in den wenigsten Fällen für Unternehmen ratsam. Im Rahmen einer bestimmten Aktion oder eines Vorfalls, aber nicht als wöchentlicher “schaut mal, was bei uns im Büro los ist”-Stream.

Der Community nur einen Spielraum geben, nicht mehr

Wie wichtig Communities sind, wissen wir mittlerweile. Besonders für Unternehmen, die in einer Nischensparte arbeiten. Aber auch für große, wie zB. den Notizbuch-Hersteller Leuchtturm1917, der sich schon vor einiger Zeit den durch eine Community entstandenen Bullet Journal Trend hergenommen hat und viele viele Inhalte durch diese generieren kann. Aber: Unternehmen wie Spar, die aufgrund eines kleinen Shitstörmchens klein beigeben (Halal-Fleisch aus Sortiment nach Aufregung in Social Media entfernt), sollten sich überlegen, gleich die Community das Geschäft übernehmen zu lassen. Spart Zeit und vermutlich Geld.

Apps statt Websites

Es spart wirklich viel Entwicklungsarbeit, eine leiwande, gut funktionierende mobile Website zu bauen. Es braucht keine Apps für alle Plattformen, wenn es eine gute Seite gibt.

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