Ob Mülldeponie oder Bergbau — Was ist eigentlich Haldenrekultivierung?

Marie Jacotey
Jul 24, 2017 · 2 min read

Müll begleitet den Menschen seit er Mensch geworden ist. Doch ist der Müll vergangener Zeiten für Archäologen eine geschätzte und wichtige Informationsquelle, stellt Müll in unserer Gegenwart vor allem eines dar: ein stetig wachsendes Problem!

Zumindest in weiten Teilen der westlichen Wohlstandsgesellschaft hat sich die Problematik wachsender Müllberge inzwischen herumgesprochen. Mülltrennung und Recycling sind oft die Regel geworden, an die sich auch die meisten halten. Eine erfreuliche Entwicklung, aber die Geschwindigkeit in der immer neue Mülldeponien eröffnet werden müssen, hat sich dadurch lediglich verringert. Die Müllberge wachsen vielleicht nicht mehr so schnell, aber sie wachsen.

Doch irgendwann ist die Müllhalde voll und die Frage steht im Raum, was mit ihr geschehen soll. Schon während der Müll angesammelt wurde, liefen diverse chemische Prozesse ab. Diese sind natürlich nicht einfach per Fingerschnippen zu stoppen, wird die Deponie erst einmal still gelegt. Man muss sie also mitbedenken. Und dennoch muss man heute nicht auf den ersten Blick erkennen, dass die Hügel die sich vor einem erstrecken vor einiger Zeit noch stinkende, unansehnliche Müllhalden gewesen sind.

„Unter Rekultivierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere auf so genannten devastierten Flächen, wie sie z. B. vom Tagebau hinterlassen werden. Auch alte Deponieflächen, Straßen oder bebaute Gelände können rekultiviert werden.“ — Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rekultivierung

Wenn man von Devastierung spricht, sind meist jene Landschaften gemeint, die nach dem Tagbau übrigbleiben. Große öde Flächen, die eine Wüste näher sind als der Kulturlandschaft, die sie in Deutschland zuvor in der Regel waren.

Haldenrekultivierung bezieht sich also wie wir sehen nicht allein auf die naturelle Beschönigung ehemaliger Müllhalden, sondern auch auf die vor allem im Ruhrgebiet und den Kohlegebieten in den neuen Bundesländern hinterlassenen Ödlandschaft.

Gerade diese Landschaften sind aber durch die Beanspruchung durch den Bergbau oft im wahrsten Sinne des Wortes ausgelaugt. Da wächst so schnell kein Baum mehr — oder hat es zumindest schwer. Inzwischen gibt es aber auch hier schon Spezialprodukte, wie etwa spezielle begrünungsfähige Substrate zur Haldenrekultivierung von der GfR mbH.

Auf diese Weise kann sozusagen die Industrie ein wenig mithelfen den von ihr angerichteten Schaden vielleicht nicht völlig ungeschehen zu machen, aber zumindest der Natur eine kleine Hilfestellung leisten, wenn es darum geht sich diese Gebiete wieder zurückzuholen. Denn am Ende ist es die Natur, die wieder einmal die meiste Arbeit machen muss.

Mein persönliches Journal mit Themen die vielleicht nicht immer persönlich sind, dafür aber interessant.

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