„Immer kritisch bleiben“

Ein Artikel im Darmstädter Echo vom 26.1.2017. Darin werde ich ausführlich zitiert :)

Foto: Andreas Kelm

Von Dominique Pfeiffer

MEDIENKONGRESS Kinder lernen den richtigen Umgang mit Internet und Handy

DARMSTADT — Täglich nutzen Schüler die Neuen Medien, wissen häufig mehr über sie als ihre Eltern und Lehrer. Sie sind deshalb die erste Generation, die sich dabei vieles selbst beibringen muss. So geht es auch den Schülern von drei sechsten Klassen der Georg-Büchner-Schule, die heute mehr über die Neuen Medien erfahren wollen. Beim Kindermedienkongress im Schlösschen des Prinz-Emil-Gartens konnten die Schüler viel über Neue Medien und deren Risiken erfahren.

Schon Grundschüler nutzen WhatsApp

„Eins ist klar, man darf nicht alles glauben, was im Internet steht“, erklärte Barbara Akdeniz, Sozial- und Jugenddezernentin, in ihrer Begrüßungsrede. Oft würden falsche Informationen ins Internet gestellt, man nenne dies Fake News. Es sei daher wichtig, bei allen Medien Informationen zu hinterfragen, dies sei eine Form von politischer Bildung.

„Wer von euch hat alles so ein Smartphone?“, fragte Peter Holnick, Leiter vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation. Fast alle Schüler meldeten sich. Heute bekämen viele Kinder schon in der Grundschule ein Handy, nutzen großteils WhatsApp.

Bereits in der alltäglichen Kommunikation könne es zu Missverständnissen kommen, bei WhatsApp gäbe es noch wesentlich mehr Probleme, da man den Kommunikationspartner nicht sehe und die Technik ein bisschen unverständlich sei, sagte der Medienpädagoge Jan Rathje. „Ein großes Problem sind dabei die Häkchen, die kennt ihr vielleicht, das ist die Bestätigung“, erläutert er. Sie würden nur bedeuten, dass der Andere sie vielleicht gelesen habe.

„Es ist ganz gut darüber nachzudenken, was brauche ich da wirklich an Funktionen“, sagte Rathje. So seien auch die Häkchen abschaltbar.

„Mit der Privatsphäre ist das so ein Sache“, führte Rathje aus und wies die Schüler auf die Gefahr des Aufbaus eines Fakeaccounts mit ihrem Bild hin. Anfänger bei WhatsApp sollten ein Profilfoto verwenden, auf dem sie nur von Freunden erkannt werden könnten. Zudem sei es sinnvoll, hier so wenig wie möglich von sich preiszugeben. Auch sollte das automatische Nachladen ausgeschaltet werden.

„Gerade, wenn ihr irgendwelche Trolle habt, also das sind Leute, die euch anfangen zu beleidigen, die was Böses über euch reden, dann könnt ihr die auch einfach blockieren“, riet er den Schülern. Oft seien Kinder in mehreren Gruppen aktiv, sodass die vielen eingehenden Nachrichten zu Stress führen könnten. Aus diesem Grund sollten sie aus den für sie uninteressanten Gruppen austreten. „Es ist ganz gut, wenn ihr Abends das Smartphone ausschaltet, in den Flugmodus zu gehen“, empfahl Rathje.

„Kettenbriefe könnt ihr getrost alle vergessen“, empfahl der Medienpädagoge. Sie würden unter anderem über Links auf Seiten weiterleiten oder gar ermöglichen, dass Geld vom Konto abgebucht werde. Die Nutzer sollten Kettenbriefe löschen.

Informationen bleiben für immer im Netz

„Bei allen Sachen, die ihr schreibt, solltet ihr immer davon ausgehen, dass jemand mitliest“, betonte Rathje. Technisch sei es möglich, die Verschlüsselung von WhatsApp zu umgehen. Er nutze deshalb den Instant-Messanger Threema, der einmalig zwei Euro koste, wäre so auf der sicheren Seite. Die Nutzer sollten immer dran denken, dass alle eingegebenen Informationen für immer im Netz bleiben.

Ein wichtiger Rat war, immer kritisch bleiben, nicht so schnell antworten und Sachen hochladen.


ANGEBOT

Beim Kindermedienkongress erfahren Schüler auch in Workshops mehr über den Umgang mit Medien und deren Risiken. 
 
 Auch gibt es seit 2015 das Mediendiplom, das sich vorrangig an Kinder und Jugendliche richtet. Gleichzeitig gibt es Angebote für Multiplikatoren und Eltern. (dop)

Link: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/immer-kritisch-bleiben_17635905.htm

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