Meine Erfahrungen an der Deutsche POP Leipzig (UPDATE: 02.11.15)

Mein Traum war es schon immer eigene Videos und Filme zu produzieren. Schon mit 12 habe ich schon meine eigene kleine Reihe von Kurzfilmen mit einer Handykamera und einer Plastikfigur namens “The Womanizer” (hach, war ich da noch peinlich), sozusagen, produziert und auf YouTube hochgeladen. Auch die Postproduktion hat mich sehr interessiert. Und mit der Deutsche POP sah ich meine Chance.

Was ist die Deutsche POP?

Die Deutsche POP ist eine private Akademie, die sich auf Bereiche in der Medienbranche spezialisiert hat. Um das Ganze hier abzukürzen, verweise ich für weitere Informationen auf die Wikipedia-Seite.

Der Open Day

Um mir einen Eindruck zu verschaffen, besuchte ich, zusammen mit einer Freundin, im August die Akademie am Open Day. Die Unterrichtsräume waren zu diesen Zeitpunkt noch nicht fertig, wodurch die Infoveranstaltung im 5. OG stattfand. Der Standortleiter war sehr freundlich in unserem Gespräch am Ende der Veranstaltung. Er versicherte uns, dass diese Akademie perfekt für uns wäre. Natürlich waren wir beide sehr überrascht, dass man die Deutsche POP-Bildungsfinanzierung in Anspruch nehmen kann; somit entschloss ich mich, eine Ausbildung als Videoproduzent anzufangen.

Der erste Tag

Am 20. Oktober ging’s los mit dem Kurs Projektmanager. In dem Kurs war ich allerdings die Einzige, die sich für die Bildbranche interessiert; die meisten machen entweder was in Richtung in Musik oder Eventmanagement. Dies beeinflusste auch den Unterricht; der Dozent bezog sich ausschließlich in seinen Beispielen auf diese beiden Branchen. Auch die anderen Kursteilnehmer hatten wesentlich mehr Erfahrungen als ich — hey, ich bin erst 17 und hab mit 12 Low-Quality-Videos gemacht — und vor allem mehr Geld.

Der Dozent… naja, wie bereits von dem Blogger Flecky in seinem Erfahrungsbericht über die Deutsche POP Berlin erwähnt, hat man entweder Glück oder Pech; und ich hatte Pech. Nicht nur, dass er bald 10 Minuten zu spät war; meiner Meinung nach wirkte der Dozent so, als hätte er besseres zu tun als von 18–22 Uhr noch Leute zu unterrichten.

In der (langersehnten) Pause bekam ich langsam das Gefühl, dass ich hier nichts verloren habe. Ich pendel eine Stunde und gebe mein gesamtes Sparbuch für eine Ausbildung aus, die

  1. nicht staatlich anerkannt ist und
  2. keine Garantie verspricht, dass man in der Kreativbranche ein sicheres Einkommen oder, besser gesagt, überhaupt Chancen hat.

Mein Entschluss

Ich wusste, dass ich mich hier nicht wohlfühle. Dazu kam auch noch der Todesfall in meiner Familie; da ich einen Teil zur Bestattung tragen will und muss, sah ich keine andere Wahl als mein Studium zum Projektmanager zu kündigen und von dem Kurs Medienmanager zurückzutreten, da ich in finanzielle Nöte kommen würde. Da ich noch am Folgetag davon Kenntnis nahm, ging auch gleich der Brief — als Einschreiben, wohlgemerkt — bei der Post ein. Bis heute habe ich weder eine Bestätigung, noch eine Ablehnung oder sonst irgendwas erhalten.

Laut Vertrag kann man nach Kursstart nur noch “außerordentlich” kündigen; sprich man kommt aus dieser Nummer nur wieder raus, wenn man nachweislich schwer erkrankt oder schwanger ist, obwohl finanzielle Gründe auch ein außerordentlicher Kündigungsgrund ist.

Ich warte noch eine Woche; sollte bis dahin keine Reaktion seitens der Deutsche POP bzw. der music support group GmbH erfolgen, werde ich von meinem restlichen Geld einen Anwalt konsultieren und eine Mahnung verschicken. Es kann nicht sein, dass man durch solche Knebelverträge, wie die meisten im Internet davon sprechen, an sowas “gefesselt” wird!

Das Geld, was bereits von meinem Konto abgebucht wurde, habe ich (Onlinebanking sei Dank) durch den Lastschriftwiderspruch widerrufen, da ich nur einen Tag anwesend war. Ich werde auch weiterhin davon Gebrauch machen, und das solange, bis die erste Mahnung ins Haus geflattert kommt. Dann habe ich gleich noch einen Grund, einen Anwalt einzuschalten.

Mein Fazit

Im Vergleich zu meinem Fernstudium an der ILS ist die Deutsche POP Akademie viel zu teuer, Unterrichtsmaterial muss selber gekauft werden, die Dozenten sind auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei, und nur weil ein Student es bis zum Eurovision Song Contest geschafft hat — er arbeitete angeblich hinter den Kulissen — , heißt es noch lange nicht, dass du es auch schaffst.

Ohne Erfahrungen hast du an dieser Akademie auch keine Chance dich zu etablieren. Dadurch ist es für 16–20-Jährige eher ungeeignet. Zumal auch die Werbung mehr verspricht als wirklich gemacht wird.

Macht lieber vorher eine richtige Ausbildung, um euch wenigstens eine sichere Einkommensquelle zu gewährleisten. Euer eigentliches Ziel könnt ihr als euer Hobby betreiben; ladet euer Zeugs im Internet hoch und macht Leute darauf aufmerksam. Viele bekannte Stars, wie Justin Bieber und PewDiePie, sind durch das Internet berühmt geworden. Also jetzt nur am Rande für die, die solch ein Ziel haben.

Falls ihr es nur des Spaßes wegen macht, belasst es als Hobby und verdient damit vielleicht noch ein bisschen nebenbei dazu. Dazu braucht ihr auch keine Privatschule, die nur euer Geld will. Wer wirklich Talent hat, und ich wette jeder hat ein Talent, der packt das auch so!

Sobald es was Neues zu diesem Fall gibt, wird dieser Post geupdated!

UPDATE 30.10.: Heute kam schon die erste Mahnung per E-Mail ins Haus geflattert. Angeblich habe ich für diesen Monat noch nicht gezahlt. Fakt ist allerdings, dass der Kurs erst am 20. begonnen hat; ergo: die dürfen dir keinen ganzen Monat anrechnen. Und schon gar keine Mahngebühren fordern!

Zumal mir jetzt aufgefallen ist, dass die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters auf dem Vertrag fehlt. Da ich noch minderjährig — ich bin erst 17 — und somit beschränkt geschäftsfähig bin, heißt das doch eigentlich, dass der Vertrag unwirksam ist. Meine Mutter hat auf dem Vertrag nicht unterschrieben, also ist hier kein wirksamer Vertrag zustande gekommen, oder liege ich da falsch?

UPDATE 02.11.: Okay, zu erst das Nervige; diese Werbung:

200€? Da frag ich doch mal gleich meine “Freune”!

Spaß beiseite, jetzt wird es ernst. Heute bekam ich nun endlich Gewissheit, ob ich der music support group GmbH noch etwas schulde. Aber nicht nur das:

Zwei gute Nachrichten in Einer; ich bin aus dem Vertrag raus UND ich muss nichts für diese eine Unterrichtseinheit bezahlen. Da gönn’ ich mir morgen doch gleich ‘ne Wii U mit Mario Kart 8!

Ich bin froh, dass dieser Spuk so schnell vorbei ging. Ich hatte wirklich schon gedacht ich müsste einen Anwalt einschalten…

Nun kann ich nun mit gutem Gewissen zum Five Finger Death Punch + Papa Roach-Konzert am 09. November fahren!

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