1 Jahr Digitalnomade

Oder: Der bislang längste Umzug meines Lebens


Die Zeitverschiebung eingerechnet, hatte ich gestern Abend mein einjähriges Digitalnomaden-Jubiläum. Vor einem Jahr kam morgens das Umzugsunternehmen und hat meine Kartons und Möbel in einen Container verfrachtet.

Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich 365 Tage später zu dem Zeitpunkt mit einer Gruppe Südkoreaner in einer Küche in L.A. sitzen und Bier trinken würde. Wir haben viel gelacht. Sie waren noch nie in Deutschland, ich noch nie in Südkorea und nun saßen wir hier also hier in Kalifornien und lernten gegenseitig einiges darüber, wie Menschen an verschiedenen Stellen der Welt so ticken, was sie trennt und was sie verbindet. Was ich immer wieder feststelle: Die Kultur macht den Unterschied, ansonsten sind Menschen einfach Menschen.

Genau genommen hätte ich vor einem Jahr nicht einmal gedacht, dass es dieses Jubiläum überhaupt geben würde. Ursprünglich war der Plan schließlich nur, von Hannover nach Berlin umzuziehen — mit einem kleinen Umweg über San Francisco für ein paar Monate. Aber als ich nach Deutschland zurückkam, hatte ich so überhaupt gar keine Lust auf eine eigene Wohnung. Viel mehr fand ich enorm praktisch, dass ich gerade so flexibel war. Ich wollte diese Situation auf jeden Fall noch weiter nutzen.

Gesagt, getan. So kommt es, dass ich letztes Jahr neben San Francisco, Berlin und Hamburg auch noch in Stockholm und Amsterdam war. Dieses Jahr nun war ich in Las Vegas, bin aktuell in Los Angeles und werde nächsten Monat in Austin, Texas sein. Danach für vielleicht zwei, drei Monate zurück nach San Francisco und im Anschluss könnte ich mir noch ein bisschen Zeit in Vancouver vorstellen. Aber das ist alles noch nicht fix.

Noch nicht festgelegt ist außerdem die Antwort auf die Frage, ob ich mir denn nun dieses Jahr eine Wohnung in Berlin suche. Oder vielleicht doch in Hamburg? Oder wird es am Ende wieder nur eine Stippvisite? Wir werden es erleben. Es hängt schließlich auch noch wesentlich von Faktoren ab, auf die ich keinen Einfluss habe. Wie immer im Leben.

Wenn man mich im Moment fragt, was ich am liebsten machen möchte, würde ich allerdings klar sagen: Auf jeden Fall weiterreisen, noch mehr von der Welt sehen, mehr großartige Natur erleben, mehr über fremde Kulturen lernen, mehr Menschen treffen.

Natürlich habe ich meine südkoreanischen Küchentischbekanntschaften nach ihrem Land ausgefragt. Es steht sowieso bereits lange auf meiner Liste, gemeinsam mit vielen anderen südostasiatischen Ländern, Regionen und Städten. Vielleicht wäre das mal ein Ziel. Spannend fände ich es schon.

Ich könnte mir andererseits auch vorstellen, einmal kreuz und quer durch Europa zu reisen. Oder durch Deutschland. Man muss schließlich nicht immer gleich auf die andere Seite des Globus fahren.

Vielleicht aber kommt alles noch ganz anders und ich verspüre das dringende Bedürfnis, mal wieder meine ganz eigenen vier Wände zu haben, mit all meinen eigenen Sachen und mal wieder dauerhaft in der Nähe von Familie und Freunden zu sein.

Ich kann es nicht wirklich sagen. Aber es beschäftigt mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich so viel. Ich versuche viel mehr, im Hier und Jetzt zu leben, wie es immer so schön heißt.

Aber das ist mal ein Thema für einen anderen Text.

San Francisco
San Francisco
Schwerin
Hamburg
Stockholm
Berlin
Amsterdam
Amsterdam
Las Vegas
Red Rock Canyon
Mt Charleston
Grand Canyon
Los Angeles