Der Elferrat regiert bei Mainz05

Fastnachtszeit ist Narrenzeit. So auch im Vorstand von Mainz05 der derzeit eher wie ein — zugegeben recht dilettantischer — Elferrat auftritt.

Erst wird “aus einer gut unterrichteten Quelle” in der AZ berichtet, dass es lautstark zuging in der letzten Vorstandssitzung und als Resultat wäre der Vorstand geschlossen vom (Sitzungs-)Präsidenten weggerückt, einen Tag später gibt es die 180° Wendung und ein Dementi, dass diese Berichterstattung keinesfalls der Wahrheit entspräche sondern im Gegenteil der Vorstand geschlossen hinter Wolfgang Strutz stehe.

Kurz darauf gibt es auch noch ein Interview mit Strutz in der AZ in dem “Normalität pur” präsentiert wird. Von einer “ganz normalen” Vorstandssitzung wird gesprochen und die derzeitigen Vorgänge zwischen Amtsgericht und Verein wegen der Satzungsänderungen seien ebenfalls “ganz normal”.

Jetzt fragt man sich natürlich: wer sagt hier welche Wahrheit? Ist die AZ anfänglich bewusst hinters Licht geführt worden? Vielleicht um Stimmung für eine “Minderheit im Vorstand” zu machen die sich gegen die Umstrukturierung zur Wehr setzen will? Oder war die erste Berichterstattung einfach nur die unverblümte Wahrheit, die aber in dieser Form niemand öffentlich sagen würde? Selbst “05-Urgestein-Blogger” Reinhard Rehberg kritisiert die Vorgänge bei den 05ern auf seine Art und Weise.

Was bleibt für ein Eindruck? Da agieren Amateure! Und diese Amateure jonglieren mit Millionen!!! Und damit bekommt dieser ganze Auftritt eine Brisanz die es in Sich hat. Ja, Mainz05 hat in seiner Vergangenheit schon einiges durchgemacht (Betrügereien durch Vorstandsmitglieder, Zwangsabstieg, mehrere missglückte Aufstiege in die 1. Bundesliga) aber das was der Verein gerade für ein Bild abgibt ist in meinen Augen noch viel schlimmer: in der Vorstandsetage rumpelt es gewaltig. Nur gut, dass derzeit keine Sponsorenverhandlungen anstehen — doch die aktuellen Sponsoren sind bestimmt auch etwas beunruhigt. Von Verunsicherung will ich hier noch nicht sprechen…

Eines jedenfalls hat der noch-amtierende Präsident verpasst: im richtigen Moment aufzuhören. Das wiederum hat Christian Heidel geschafft! Getreu dem Motto “geh wenn es am schönsten ist”. Damit dieser Zustand wieder erreicht wird muss jetzt noch einiges passieren — und das könnte sich als Nachteil von Harald Strutz erweisen.

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