Eine Welt ohne Internet?

Das Internet ermöglicht uns endlose Dinge. Ob wir nun Kontakt zu alten Freunden aufnehmen, Tips und Tricks zu einer unendlich langen Liste an Dingen finden, Neuigkeiten unserer Lieblings-Stars verfolgen oder uns mit Menschen aus unserem nahen Umfeld kurzschließen möchten, alles ist möglich. Das Internet inspiriert, das Internet gibt Aufschluss zu so vielen verschiedenen Dingen und es steht uns rund um die Uhr zur Verfügung. Man kann online shoppen, man kann sich selbst durch die Hilfe von Tutorials Dinge beibringen und vieles mehr. Ist das heutzutage noch Luxus oder schon ein Standard, den wir mittlerweile brauchen?

Ein immer häufigeres Thema in unserer digitalisierten Welt ist der mögliche, bewusste Verzicht auf soziale Medien und das Internet für einen gewissen Zeitraum. Das klingt spielerisch einfach — ich schalte meine Geräte einfach für eine gewisse Zeit ab. Aber ist es das auch? Fragt man in die Runde, antworten wohl die meisten damit, dass sie selbst keine Probleme damit hätten und sich den Verzicht sogar angenehm vorstellen würden. Warum also tut es keiner? Warum sind wir alle permanent erreichbar? Viele Menschen haben ihr Handy sogar nachts eingeschaltet. Wieso? Aus Angst um halb vier nachts etwas Essenzielles zu verpassen?

Die permanente Erreichbarkeit ist, ohne Frage, sowohl Fluch als auch Segen für alle Nutzer. Hat man ein Problem oder möchte aus irgendeinem anderen Grund jemanden kontaktieren, kann man das in Sekundenschnelle tun und muss in der Regel nicht lange auf eine Antwort warten. Die Möglichkeit ständig erreichbar zu sein bringt aber auch eine gewisse Verbindlichkeit mit sich. Man erwartet von anderen, ständig erreichbar zu sein, also muss man im Gegenzug selbst immer zur Verfügung stehen. Das ist das Problem. Entscheidet man sich dazu, die sozialen Medien für einige Tage, oder auch nur Stunden, abzuschalten, kann man bei seiner Rückkehr ein Bombardement von Nachrichten erwarten und wird sich in einigen Fällen wohl auch für die verspätete Nachricht rechtfertigen müssen.

Neben der großen Masse Menschen, die über soziale Medien erreichbar sind, gibt es immer noch den ein oder anderen, der sich dem völlig und bewusst entzieht. Sie stoßen meist auf Unverständnis der anderen. Sich dem ganzen Zirkus zu entziehen klingt sehr verlockend, jedoch sind soziale Medien in Maßen doch ganz nützlich. Beispielsweise erleichtern sie die Planung von Uniprojekten enorm, man kann sich mit den Teammitgliedern schnell kurzschließen und erfährt so immer den neuesten Stand. Das ist einer der Gründe, aus dem soziale Medien mittlerweile beinahe unverzichtbar sind.

Der Verzicht des Internets streift natürlich auch noch andere Lebensbereiche. Bin ich nicht mit dem Internet verbunden, kann ich unterwegs nicht nach dem voraussichtlichen Wetter schauen, ich kann mir nicht den Fahrplan der Bahn durchlesen und ich kann auch keine Musik streamen. Das sind alles Dinge, die erst durch das Internet möglich gemacht wurden. Als es das Internet in diesem großen Stil noch nicht gab, musste man sich auf den gedruckten Plan der Bahn verlassen und konnte nicht im Live-Ticker mitverfolgen, ob der Zug sich verspätet oder sogar ausfällt. Heute kann man Dinge online bestellen und muss nicht extra in die Stadt fahren um einkaufen zu gehen. Das kommt Menschen, die weniger mobil sind natürlich gerade gut gelegen. Aber wie war das früher? Da hat es doch auch funktioniert? Möglicherweise haben wir uns, nach den Jahren, die wir ans Internet gewöhnt wurden, tatsächlich schon verändert und sind nun darauf angewiesen. Die Frage, ob wir es benötigen oder ob es noch Luxus ist, ist nicht eindeutig zu beantworten. Würde von heute auf morgen aus irgendwelchen Gründen das Internet zerstört werden, würden wir wahrscheinlich nicht sterben, sondern müssten unseren Lebensstandard und unsere Art zu Leben umkrempeln. Sich jedoch gegen das Internet zu entscheiden, solange es existiert, stelle ich mir deutlich schwieriger vor.

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