© Christoph Adamek

Content Strategie Meetup — we did it again

Judith Köck
May 21 · 4 min read

Unser zweites Cos Meetup ist am 14. Mai 2019 über die Bühne gegangen - und es war ein mehr als gelungener Abend. Mehr als ein halbes Jahr ist seit dem ersten Meetup vergangen, es war also schon hoch an der Zeit, wieder zu einem Treffen einzuladen.

Was ich hier so selbstverständlich schreibe, hat einen längeren Reifeprozess hinter sich. Carinas, Dominiks, Irenes und meine Intention (vorerst) in Wien die Content Strategie-Community zusammenzuführen und zu etablieren, wurzelt in der gemeinsamen Ausbildung, dem Masterprogramm “Content Strategie” an der FH Joanneum. Die Facebook-Gruppe “Content Strategy Austria” ermöglicht uns den Austausch mit vielen Interessierten. Und nach einer relativ kurzen Planungsphase haben wir uns im Oktober 2018 an ein erstes Meetup gewagt.

Beflügelt von dem positiven Feedback, dem großartigen Vortrag über den WienBot und dem Gefühl einen wichtigen Schritt gemacht zu haben, wollten wir punktum nachlegen und umgehend einen Folgetermin veranstalten. Ohne Budget sieht man sich jedoch mit einigen Restriktionen konfrontiert.

Das Angebot von epunkt, den Abend auszurichten, kam uns in dieser Situation sehr gelegen. Das Working Café war der perfekte Rahmen für unser Meetup und das großartige Buffet ließ wohl keine Wünsche offen.

© Christoph Adamek

Wir mussten also nur noch das Programm auf die Beine stellen.

Content Strategie und Journalismus

Das Thema des Abends, nämlich der Konnex zwischen Content Strategie (bzw. Content Marketing) und Journalismus, hat sich wie von selbst ergeben. Mit Christoph Schlemmer (APA) und Michael Leitner (futurzone) hatten wir zwei Vortragende quasi schon an der Hand. Lena Doppel-Prix (cat-x media) hat sich relativ kurzfristig entschlossen unser Programm zu komplettieren.

Christoph und Michael haben uns in ihrem Vortrag eine Vorstellung von der Welt der Journalisten gegeben, wo schon der englische Begriff “Content” problematisch und schwer zu definieren ist. Trotzdem stellen die beiden fest, dass viele Redaktionen schon mit einer Content Strategie arbeiten, sich dessen aber oft nicht bewusst sind (zu diesem Schluss kommt übrigens auch Doris Eichmeier im Interview mit Sandra Mathelitsch).

Das Grundprinzip ist für Journalisten und Content Strategen ähnlich, geht es doch für beide darum, relevante Inhalte zu liefern. Letzendlich wollen beide mehr Aufmerksamkeit und mehr Umsatz. Auch wenn wir hier von Qualitätsjournalismus sprechen, kommen auch Medien am Wirtschaftlichkeitsprinzip nicht vorbei.

Verlangt die Content Strategie nach einem sehr zielgerichteten Vorgehen und damit nach der Festlegung von klaren, messbaren Zielen und Kundenorientierung, fehlt es Redaktionen oft an einer klaren Formulierung von publizistischen Zielen und der Fokussierung auf den Leser.

Unsere beiden Vortragenden zeigen aber auch gute Beispiele (etwa aus der SZ oder dem Handelsblatt) wo sehr nutzerorientiert gearbeitet wird. Ob hier tatsächlich eine Content Strategie dahinter steckt, kann nur gemutmaßt werden.

Michael und Christoph, beide auch Absolventen des Studiengangs “Content Strategie”, geben einen spannenden Einblick in die Arbeits- und Denkweise von Journalisten und zeigen auf, wie Journalismus von Content Strategie profitieren könnte.

Journalismus und Content Marketing

Lena nahm uns auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Sozialen Medien mit. Als Tainerin für Neue Medien nimmt sie schon früh Anleihen am Journalismus (etwa was redaktionelle Prozesse betrifft).

Nachdem sie keine geeigneten Modelle gefunden hat, um ihre Ideen zu visualisieren, entwirft sie eigene. Sie erkennt schon früh, dass der Schlüssel in der Konzentration auf den Nutzer liegt. Reine Informationweitergabe ist gerade in den Sozialen Netzwerken zu wenig, um Leser anzusprechen. Anders als in Medienhäusern geht es nicht nur um die Erstellung, sondern vielfach um das Kuratieren von Inhalten.

Zunehmend ist Kommunikation keine Einbahnstraße mehr, der Dialog mit den Nutzern ist eine Möglichkeit Loyalität und Verbundenheit zu erreichen. PR und werblicher Content erreichen potentielle Kunden immer weniger.

Was für eingefleischte Content Strategen zu pragmatisch erscheint, liefert im Endergebnis doch interessante Einsichten und zeigt vorallem, dass es ein zentrales Element ist, die Wünsche und Bedürfnisse von Interessenten zu kennen.

(Bewusst möchte ich an dieser Stelle auf die Diskussion des Unterschieds zwischen Content Marketing und Content Strategie verzichten, da Lena in ihrem Vortrag speziell auf strategische Aspekte eingegangen ist.)

Die abschließende Diskussion zeigte, dass die verschiedenen Blickwinkel auf ein Thema eine interessante Ausgangslage bilden und machte Lust auf mehr.

Der gemeinsame Nenner

Einmal mehr wurde mir bewusst, wieviel Positives aus unserem Studiengang gewachsen ist, trotzdem wir mit unseren Bemühungen, eine Content Strategie Gemeinschaft zu etablieren und Wissen zu teilen, noch ganz am Anfang stehen.

Das untenstehende Foto haben wir für Heinz aufgenommen. Danke! Du bist für viele von uns der gemeinsamen Nenner. Und wir träumen deine Vision als Pionier im Content Strategie Feld in Österreich gerne weiter und versuchen sie auf den Boden zu bringen.

© Christoph Adamek

Wir sind dankbar für jedes Feedback, das uns im Hinblick auf unsere Meetups erreicht. Deswegen auch hier die Bitte, meldet euch bei uns, wir freuen uns über jeden Input!

Judith Köck

Written by

#ContentStrategy FH Joanneum @ContentGraz Handelswissenschaft, Environmental Economics @wu_vienna Öffentlichkeitsarbeit @centerwien1 Twitter: @ContentJudith