Die Jesus-Brille — Boas

Ganz Israel lebt in der Zeit der Richter in Anarchie, es gab noch keinen König und deshalb tat jeder, was er für richtige hielt (Richter 21:25). Ganz Israel? Nein, ein Mann kennt die Gebote Israels und lebt nach Gottes Prinzipien: Boas! Er nimmt die Not einer ausländischen, jungen Dame wahr und lässt sie auf seinen Feldern Getreide ernten. Ruth kann mit ihm und seinen Arbeitern essen. Er kennt das Gesetz, dass man nicht das ganze Feld abernten soll, damit die Armen auch noch etwas davon aufklauben können (3. Mose 19:9.10).

Ruth war in einer schwierigen Lage. Damals war es für eine Frau überlebenswichtig einen Mann zu haben, der sie versorgen konnte. Sowohl ihre Schwiegermutter Naomi, als auch sie selbst waren verwitwet (Ruth 1:3–5). Da der nächste Verwandte sich weigerte für Ruth, Naomi und ihren Landbesitz einzutreten und Rechte und Pflichten zu übernehmen, nahm Boas diese Verantwortung wahr (Ruth 4:6ff). Er kennt die gesetzlichen Regelungen aus 3. Mose 25:24ff und 5. Mose 25:5ff (wo doch viele von uns spätestens bei 3. Mose aufhören zu lesen, weils so langweilig ist). Er kaufte Naomi das Land ab ($$$ für Naomi) und nahm Ruth zur Frau, damit ein erbberechtigter Sohn gezeugt werden könnte und somit das Land im Familienbesitz bleibt (Ruth 4:9.10).

Klingt jetzt alles erstmal etwas boring und so weit weg. “Was hat das mit mir zu tun?”. “Gut, dass du fragst!”

Zuerst zeigt Boas echtes Verantwortungsbewusstsein und Kenntnisse über Gottes Gebote! Diese Gebote wahren für ihn keine Last, sondern ihm wahr bewusst, dass sie helfen das gesellschaftliche Leben zu erleichtern und ein soziales Netz für Menschen zu bilden, denen es nicht so gut geht. Wir leben in Deutschland, es gibt Sozialhilfe, Hartz IV usw., aber als Menschen, die nach Gottes Prinzipien leben wollen, lasst uns diese Verantwortung nicht an den Staat abgeben, sondern selbst schauen, wo wir für andere Menschen Versorger sein können.

So, und jetzt zieh’n wir aber noch die Jesus-Brille auf, was sehen wir?

  • Boas kommt aus dem Stamm Juda, aus Bethlehem
  • Er sieht eine ausländische notleidende Frau und versorgt sie
  • Er erlöst sie, indem er als seine Ehefrau nimmt und ihre Kinder zu Erben macht.
  • Aus dieser Ehe kommt Obed hervor, er ist der Opa von König David

Hier scheinen schon ein paar göttliche Prinzipien durch, die Gott schließlich durch Jesus sichtbar macht:

  • Er stammt aus dem Stamm Juda, geboren in Bethlehem, ein Nachkomme von Boas und Ruth (Mt 1:5.6.16; 2:1) und natürlich von König David
  • Jesus nimmt sich einer notleidenden Frau an, der Gemeinde, seiner Braut (Eph 5:25–28) und
  • erlöst sie in ihrer lebensbedrohlichen Lage von Sünde, Tod und Teufel (Titus 2:14)
  • Alle, die zu Jesus gehören, werden zu Erben Gottes und bekommen jetzt schon massive geniale Gaben und einen Mindset, diese Welt durch Jesus zu verändern und dann nach dem Tod ewiges Leben und perfekte Gemeinschaft mit Gott selbst! (Römer 8:14–27)

So wie Boas drauf ist, ist das ein kleiner Vorgeschmack im Ersten Teil der Bibel, was Gott letztendlich durch Jesus vorhat: Er liebt die Menschen so sehr, dass Jesus alles tut, um den Menschen in ihrer Not zu begegnen und aus all dem Mist, in den sie sich reingeritten haben, loszukaufen.

Was ist für dich dran?Sowohl Boas, aber natürlich noch viel mehr Jesus, sind unser Vorbild, was es heißt mit Jesus unterwegs zu sein:

  • Lass dich von Jesus “freikaufen” von deinen Sünden und allem, was dich von Gott trennt
  • Öffne deine Augen für die Nöte anderer und greif ein
  • Übernimm Verantwortung deine eigenen Ressourcen zu gebrauchen, um Menschen mit Jesus zu connecten und eine neue Lebensperspektive zu ermöglichen