Die Jesus-Brille: Psalm 16

Nach seiner Auferstehung geht Jesus mit zwei seiner Nachfolger (die ihn einfach nicht erkannten) spazieren und erzählt ihnen, wie alles “in Erfüllung gehen [muss], was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich [Jesus] gesagt ist” (Lukas 24:44). Dann schaun wir uns mal einen Psalm an, Psalm 16:

“Ein Psalm Davids. Beschütze mich, Gott, denn ich flüchte mich zu dir! Ich habe zum Herrn gesagt: »Du bist mein Herr, mein Glück finde ich allein bei dir. An den Gottesfürchtigen und an denen, die Gott vertrauen, habe ich große Freude. Die andere Götter verehren, werden viele Sorgen haben. An ihren Opfern will ich nicht teilnehmen und die Namen ihrer Götter nicht einmal in den Mund nehmen. Herr, du allein bist mein Besitz, mein Becher, angefüllt mit Segen. Du bewahrst mein Erbe. Das Land, das du mir geschenkt hast, ist ein schönes Land und ein wunderbarer Besitz! Ich will den Herrn loben, der mich beraten hat. Sogar in der Nacht werde ich an seinen Rat erinnert. Ich weiß, dass der Herr immer bei mir ist. Ich will nicht mutlos werden, denn er ist an meiner Seite. Darum ist mein Herz erfüllt mit Freude, und mein Mund lobt ihn mit lauter Stimme. Auch mein Körper ruht sicher. Denn du wirst deinen Heiligen nicht im Grab verwesen lassen und wirst nicht dulden, dass dein Gottesfürchtiger im Grab verwest. Du wirst mir den Weg zum Leben zeigen und mir die Freude deiner Gegenwart schenken. Aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.”

König/Singer/Songwriter David ist sich sicher: Nur die Beziehung zu Gott gibt wirklich Sinn und Glück im Leben. Können wir uns heut’ kaum vorstellen. David hatte Geld, Ländereien, fette Villen, Frauen etc. Dennoch singt er: “Du bist mein Herr, mein Glück finde ich allein bei dir (Vers 2). “Herr, du allein bist mein Besitz, mein Becher” (Vers 5). Du wirst mir den Weg zu Leben zeigen […]. Aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück” (Vers 11). David denkt nicht nur in materiellen Dimensionen, sondern erkennt Ebenen der Sehnsucht, die noch viel tiefer gehen. David hat irgendwie eine Ahnung, dass es noch ein besseres Leben gibt, dass es mit dem Tod nicht aus ist (Vers 10): Ein Leben mit Gott an seiner Seite. Dann hat auch unser fiesester Feind, der Tod, dem kein Mensch entkommen kann, nicht das letzte Wort.

Im Neuen Testament erzählt Petrus seiner internationalen Zuhörerschaft zu Pfingsten in Jerusalem, dass David mit diesen Worten eigentlich auch schon von seinem Ur-ur-ur-ur-ur-ur-[…]-ur-ur-ur-Enkel spricht, von Jesus. Petrus zitiert diesen Psalm und sagt dann in Apostelgeschichte 2:31: “David sah also in die Zukunft und sagte die Auferstehung des Christus voraus: Dieser würde nicht bei den Toten bleiben und sein Leib nicht im Grab verwesen. Diese Weissagung bezog sich auf Jesus, den Gott von den Toten auferweckt hat, was wir alle bezeugen können.”

Fällt auf, dass Petrus sich auf Augenzeugen beruft. Jesus ist nicht “im Herzen” seiner Nachfolger auferstanden, auch waren diese nicht auf einen Massen-LSD-Trip. Die Auferstehung von Jesus sieht er als historische Tatsache. Und auch nur dann haben die Worte von David überhaupt für uns heute Bedeutung.

David hat quasi prophetisch vorhergesagt, was sich in Jesus dann später erfüllen sollte: “Du wirst mir den Weg zum Leben zeigen und mir die Freude deiner Gegenwart schenken. Aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.”

Wenn es stimmt, dass eine Beziehung zu Gott der Weg zum Leben ist, zum echten tiefen Leben, dann kann es mit dem Tod doch nicht aus sein, oder? Später sagt Jesus sogar ganz politisch inkorrekt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben” und Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.” (Joh 14:6 und 11:25). In der Verbindung mit ihm hat jeder, der das für sich annimmt auch Anteil an diesem ewigen Leben. An Freude, an ewigem Glück, wie David es formuliert. Und das beginnt nicht erst nach dem Tod, sondern jetzt schon, wenn ich Gottes Angebot annehme, in eine vertrauensvolle Beziehung mit ihm durch Jesus einzugehen.

Wo suchen wir “ewiges Glück”? Wie es einmal C.S. Lewis geschrieben hat: „Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann können wir daraus schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.“ Diese “andere Welt” bietet Gott dir jetzt schon an! Ergreife diese Möglichkeit!