Wo geht’s zum Glück? Hier lang!

«Du bist inkonsequent.», reagierte eine Freundin auf meinen Entscheid, den ich soeben getroffen hatte. Dabei bin ich eigentlich eine Person, die bekannt ist für ihre schlüssigen Entscheidungen. Sage ich wirklich einmal hü und einmal hott? Nach wenigen Sekunden des Grübelns wurde mir reflexartig klar: Ich bin sowas von konsequent. Wieso diese Unstimmigkeit zwischen meiner Freundin und mir?

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Konsequent trotz Drehungen und Wendungen

Ich bin konsequent in meinen Entscheidungen, auch wenn das für Aussenstehende möglicherweise bei einem Blick auf meinen Lebenslauf nicht so scheint. Nicht nur mein Lebenslauf, sondern mein ganzes Leben steckt voller Drehungen und Wendungen. Alle davon sind für mich noch heute schlüssig. Ich habe mich ebenso wohl gefühlt beim Pistolenschiessen, wie im Ballet und habe mich ähnlich vergnügt am Slipknot-Konzert inmitten von «Headbangern», wie auch unter Tanzwütigen David-Guetta-Fans. Nichts, was ich gemacht habe, muss ich begründen, rechtfertigen oder erklären. Selbst Jahre später wirkt für mich alles stimmig.

Wieso bin ich überzeugt, dass ich konsequent bin?

Die Antwort darauf wurde mir erst klar, als die Freundin mir diese eine Aussage («Du bist inkonsequent.») vorwarf. Und die Antwort ist so toll, dass ich mich frage, wieso es einunddreissig Jahre gedauert hat, bis ich mir deren bewusst wurde.

Ich bin konsequent. Konsequent glücklich. Bei all meinen Entscheidungen verfolge ich den Weg, der mich dem Glück ein Stück näher bringt.

Das Glück ist das Ziel, das ich konsequent verfolge. Der Weg zum Glück ist keine asphaltierte Autobahn, sondern eher ein wilder Wanderweg. Mein Kompass, der mich begleitet, ist das Glück. Und an jeder Kreuzung justiere ich diesen neu und gehe den Weg, der mich näher zum Glück bringt. Das sind nicht immer die einfachsten oder offensichtlichsten Wege und auch Abzweigungen und Umwege gehören dazu. Aber das Ziel habe ich stets im Blick: Das Glück.

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Mein Glück macht mich erfolgreich

Für mein Streben nach Glück wurde ich schon oft belächelt. Das Verständnis und die Definition von Erfolg sind sehr persönlich und unterscheiden sich stark. Den Vorwurf, dass Glück ein Vorwand sei, um mir keine grossen und mutigen Ziele zu stecken, fand ich interessant. Zuerst. Dann lächelte ich bloss nett zurück.

Mein Streben nach Glück führt mich immer wieder an meine Grenzen und lässt mich grossartige Dinge anpacken. Letztes Jahr bin ich meinen ersten Marathon gerannt, weil mich das Laufen unglaublich glücklich macht. Einen Marathon zu laufen, das fand ich eine ganz schön grosse und mutige Geschichte. Aber für einige muss Erfolg mit Zahlen oder materiellen Dingen messbar sein: Eine Lohnerhöhung, ein Haus, eine neue Bestzeit.

Mich persönlich macht mein Alltagsglück erfolgreich und das ist mein Verständnis von langfristigem Erfolg.

Glück IST nicht. Glückseligkeit muss man schaffen und ist für mich ein erstrebenswertes Ziel. Jeden Tag aufs Neue und darum bleibe ich weiterhin so konsequent.