Die Speisekarte bitte — aber mein Schnitzel habe ich mir schon mitgebracht…

Wer kennt diesen Vergleich nicht? Aufgebracht flucht der Unternehmer: „Sie gehen ja auch nicht ins Restaurant, fragen nach der Karte und sagen dem Kellner: Aber mein Schnitzel habe ich schon mitgebracht.“ So oder so ähnlich klingt es aus vielen Mündern genervter Unternehmer in immer mehr Branchen. Wenn etwa der Leiter einer Autowerkstatt über die billigen Internetportale schimpft (Im Internet billig Reifen bestellen kann jeder, aber wer montiert und lagert sie dann?) oder dem Bestatter das Grauen kommt, weil „man ja in Amerika schon Särge beim Baumarkt kaufen kann“.

Klar, auch in unserer Branche ist es keine Seltenheit mehr, dass Kunden bereits zum ersten Briefing mit vermeintlich — wir haben da mal was vorbereitet — fertigen Texten und Fotos auf der Matte stehen.

Na und? Wir erbringen Dienstleistungen!

Wieso soll ein Kunde nicht mit intern entwickelten Inhalten kommen, um beispielsweise ein Broschüre oder einen Internetauftritt in Auftrag zu geben? Ich bin nicht so anmaßend, alles was vom Kunden kommt erst einmal in die Tonne getreten wird, weil die Experten ja nun mal auf Agenturseite sitzen. Und das sind wir — deshalb kommt der Kunde ja schließlich zu uns.

Wenn auf Kundenseite Mitarbeiter Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen bereits zusammengetragen haben, um so besser. Das spart uns später Zeit in der Abstimmung. Warum nicht diese Vorarbeiten als Fundament zukünftiger Projekte nutzen?

Oder um auf oben genannte Branchen zu kommen: Wenn der Kunde seine Reifen im Internet günstig geschossen hat, was soll‘s? Dann zahlt er in der Werkstatt eben die Dienstleistungen Montage, Auswuchtung und Einlagerung. Und beim Bestatter: Auch wenn die Zeiten noch lange nicht gekommen sind: Ob ein Angehöriger seinen Sarg im Baumarkt oder bei ebay gekauft hat oder ihn von mir aus selbst zusammenzimmert… Egal! Es ist sein gutes Recht. Die Leistung des Bestatters ist der Dienst, den er den Angehörigen und dem Verstorbenen leistet. Und genau dort liegt seine Kompetenz und seine Wertschöpfung als Unternehmer. Das ist seine Leistung!

Sparen wir uns das Gejammer von sinkenden Margen und den früher doch so tollen, einfachen Kalkulationen. Als Dienstleister erbringen wir (so hoffe ich doch dringend ;-) individuelle Leistungen zu individuellen Konditionen.

Und deshalb gibt’s bei uns weder Logos noch Broschüren und Internetauftritte von der Stange, bestenfalls mit Onlinerabatt im Internet. Und deshalb brauchen wir auch keinen Marketing-, Werbungs- oder andere einen Bestattungskostenrechner online.

Im Gegenteil. Mit unserer Dreigestirn — wir sind auf Wunsch unserer Kunden Coach, Spielertrainer oder gleich eine komplette Mannschaft — fahren alle super.

Und wir haben kein Problem, Agenturwissen bewusst in die Unternehmen, zu den Mitarbeitern unserer Kunden zu tragen. Zum Beispiel in der Reber-Akademie, wo wir Expertenwissen über Fotografie, Druckvorstufe und Onlineredaktion den Mitarbeitern vor Ort vermitteln. Oder ein Beispiel aus der Automotive-Welt: Mitarbeiterschulung und Fotoshooting bei Pneumobil.