Die Informationsflut ist überwältigend Quelle: Pixabay Bild: ecowa

Twitter-Post-Flood zur re:publica 2015

Information-Overload und Offline-Monitoring

Was ist da eigentlich los, in meinem TweetDeck-Feed zur re:publica 2015? Wollte nur mal kurz schauen, was da für Themen unter dem entsprechenden Hashtag #rp15 diskutiert werden, und was bekomme ich zu sehen?! Eine Flut aus Tweets, die im Sekundentakt eingeblendet werden und sogleich im bodenlosen Scroll-Abgrund meines #rp15-Fensters verschwinden. Echtzeit-Information-Overload in Aktion. Wahnsinn!

Wäre ich im Umgang mit dem TweetDeck nicht vertraut, so würde ich von der Flutwelle der Posts gnadenlos mitgerissen werden, ordentlich durchgewirbelt und schließlich verzweifelt und kein Stück schlauer an den gleichen Strand des Nicht-Wissens gespült. Zum Glück ist mir diese “Erfahrung” erspart geblieben — der Monitoring-Funktion sei Dank!

Dennoch ist die Menge an Informationen, die da alleine zu einem einzigen Hashtag ins Netz reingeschossen werden, überwältigend. Und gerade das bringt mich dazu, Parallelen zu ziehen: zwischen unserer Offline- und unserer Online-Kommunikation. Denn sowohl Off- als auch Online sind wir den rauschenden Wogen der Kommunikationsreize ausgesetzt, aus denen wir nur die auszuwählen versuchen, die für uns relevant sind. Eine weitere Parallele besteht im ähnlichen Selektionsprinzip: nach Thema und Quelle.

Was jedoch die beiden Kommunikationsformen unterscheidet, ist das Fehlen einer gescheiten, leistungsfähigen Monitoring-Funktion in unserer Offline-Kommunikation. Die Kommunikationsreize lassen sich in der alltäglichen Mensch-zu-Mensch-Kommunikation nicht so einfach sortieren und weiterverfolgen wie es Online mit bestimmten Tools weitgehend möglich ist. Auf großen Veranstaltungen zum Beispiel, dort, wo Kommunikation zu einem tosenden Durcheinander Vieler anschwillt, versagen unsere inneren Selektionsmechanismen. Und zum Schluss bleibt in unserem Gedächtnis nur ein Bruchteil davon haften, was wir gehört, gesehen und erlebt haben — ein traurige und heute nicht zu vermeidende Tatsache!

Was wäre aber, wenn es es ein Gadget geben würde, das in Form eines Wearable die Kommunikation um uns herum in leicht verdauliche und zugleich — was ihren Informationsgehalt angeht — schmackhafte Häppchen sortieren und für uns anschließend servieren würde? Quasi ein Monitoring-Tool für den alltäglichen Gebrauch. Das wäre doch ein Traum! Oder?

Jürgen Schlei

Geboren 1984 in Tscheljabinsk (Russland), machte eine Ausbildung zum Goldschmied, studierte Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück. Sucht ständig nach Inspiration, ist ein Lernender, Kulturliebhaber — und einfach ein guter Mensch ☺

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.