Mehr Auszeit, bitte: Abstand zum Alltag

Neulich war es so weit. Der Entschluss dazu kam sehr spontan. Ich habe eine Auszeit gebraucht, sinnbildlich geradezu mit schwerem Atem und ausgestreckten Armen danach gesucht.

Ich möchte gar nicht im Detail darauf eingehen, wie es zu diesem Umstand kommen konnte. Sicher bin ich mir aber, dass es mitunter daran lag, dass ich eine sehr lange, auszeitlose Phase hinter mir hatte – privat wie auch im Job, der mir als Selbstständiger überwiegend Spaß bereitet.

Trotzdem bleibt ein ständiges Gefühl des Drucks, der sowohl von außen als auch durch mich entsteht. Ich muss immer produktiver werden, mein Zeitmanagement verbessern, dafür die besten Tools finden, eine bessere Arbeit abliefern, neue Ideen und Geschäftsmodelle entwickeln, genug Geld verdienen, ständig präsent sein, mit der Community interagieren, mir mehr Wissen aneignen und vieles mehr. Das ist für einen Selbstständigen selbstverständlich.

Kontinuierlich gute Leistung braucht kontinuierliche entspannende Auszeiten

Wer das auf Dauer und auf einem hohen Level leisten möchte, braucht meiner Meinung jedoch Pausen und zwar regelmäßig. Pausen, in denen nicht ständig Push-Meldungen erscheinen, E-Mails abgerufen werden und Social Media bespielt werden will.

Diese Pausen haben mir in den vergangenen Jahren gefehlt. Obwohl ich noch so jung bin – und kommt mir jetzt bloß nicht mit fehlender Belastbarkeit –, bekomme ich das gerade zu spüren.

Gut drei Tage Auszeit habe ich mir jetzt gegönnt – so richtig in einem Wellness-Hotel (Empfehlung: Goebels Schlosshotel “Prinz von Hessen”). Natürlich habe ich Notebook und Tablet zu Hause gelassen und mein Smartphone weitestgehend auf dem Zimmer. Solche Auszeiten – ob Wellness-Urlaub oder etwas anderes – ist ein Geschenk für die Seele und tut auch dem Körper tut. Außerdem profitiert auch das Business langfristig von diesen regelmäßigen Auszeiten, in denen man einen ordentlichen Abstand zum Alltag bekommt.

„Tue es regelmäßig, bevor das Leben dich zwingt, eine längere Auszeit zu nehmen.“

Der geschätzte Stéphane Etrillard hat das auf Facebook sehr klug auf den Punkt gebracht, wie ich finde:

Auch wenn Du glaubst, unentbehrlich zu sein, nimm Dir regelmäßig eine Auszeit. Es kann ein Tag sein oder mehrere. Mache an diesen Tagen nur das, was Dir Spaß macht. Entspanne Dich. Überzeuge Dich selbst, dass aufgrund Deiner Abwesenheit die Welt nicht untergeht. Tue es regelmäßig, bevor das Leben dich zwingt, eine längere Auszeit zu nehmen.

Bei mir steht eine Auszeit jetzt regelmäßig auf der Agenda – und zwar mit höchster Priorität. Weil ich es mir wert bin. Sei du es dir auch wert.