Wie ich als Schüler mein erstes Unternehmen gegründet habe

Es war 2006, als ich die zehnte Klasse der Realschule in Deutschland besuchte, damals war ich 16 Jahre alt. Durch den Unternehmergeist meiner Familie, insbesondere meines Bruders und meines Vaters, habe ich mich sehr früh mit der Idee auseinandergesetzt, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Zusammen mit einem Schulfreund habe ich nachmittags oder in den Ferien an unseren Ideen gearbeitet. Während andere Jugendliche in diesem Alter ihre Freizeit im Shoppingcenter oder auf dem Fußballplatz verbrachten, fühlte sich die gemeinsame Arbeit immer wie ein Hobby an und es war für uns nie eine Belastung. Da ich keine Ahnung von Technik hatte, war es ein glücklicher Zufall, dass dieser Freund total auf Programmierung abfuhr. Übrigens ist dieser Typ heute der Patenonkel von meinem Sohn — es kann also auch funktionieren, ein Geschäft mit Freunden zu starten.

Das individuelle Garagentor

Schließlich teilte ein Freund von uns eine kleine Idee mit uns, die schon seit einiger Zeit in seiner Schublade lag. Er fragte uns, ob wir daran arbeiten möchten, da es für uns eine erste unternehmerische Erfahrung sein könnte. Also legten wir los.

Der Plan: 
Eine einfache Lösung, um hässliche graue Garantore zu verschönern.

Genau genommen wollten wir das Wunschbild unserer Kunden auf große Folien drucken. Diese Folien wurden mit Spanngurten an den Garagentoren befestigt und innerhalb weniger Minuten zierte dann zum Beispiel der Familienhund das Garagentor.

Wie es aussehen könnte — Image source: https://deavita.com

Ein mass-customization eCommerce Business mit online Konfigurator und zwei Meter großen bedruckten Folien zu gründen, war rückblickend betrachtet “vielleicht” etwas ambitioniert.

Wir hatten erste Sales — und kamen ins Fernsehen

Wir haben viel Zeit investiert und wirklich bei Null angefangen. Ich erinnere mich an Besuche bei einer lokalen Druckerei, die das beste Material für unser Produkt aussuchte. An einem anderen Tag saßen wir im Auto meines Freundes und fuhren in unserer Heimatstadt herum, um selbst eine Marktforschung durchzuführen. Leider gibt es nicht viele Statistiken über die Anzahl der Garagentore mit oder ohne schöne Lackierung da draußen ;-)

Talking about marketing we went all-in on PR (since we had no money for anything else). It turned out that two pupils who start an e-commerce business right from school wa a welcome story at this time. We made it to the biggest blog about startups in Gerany at this time, local newspapers (yes, the printed ones), a radio show and, last but not least, the local TV station.

Apropos Marketing: Wir haben uns voll auf PR konzentriert (da wir kein Geld für etwas anderes hatten). Es stellte sich heraus, dass zwei Schüler, die direkt von der Schule aus ein eCommerce-Unternehmen gründen, zu diesem Zeitpunkt eine willkommene Geschichte waren. Wir schafften es bis zum damals größten Blog über Startups in Deutschland, lokale Zeitungen (ja, die gedruckten), eine Radiosendung und nicht zuletzt den lokalen Fernsehsender.

Ein Besuch beim Anwalt

Ich erinnere mich nicht wirklich daran, wie wir davon erfahren haben, aber irgendwann haben wir einen anderen Player in unserer Nische erkannt. Was wir auch erkannten, war eine kleine Anmerkung auf seiner Website, die etwas über ein bestehendes Gebrauchsmuster aussagte (vergleichbar mit einem Patent, aber billiger und ohne fachliche Prüfung).

Aus diesem Grund haben wir einen Patentanwalt besucht und um seine Meinung gefragt. Um es kurz zu machen: Wir haben beschlossen, keine Einwände gegen dieses Gebrauchsmuster zu erheben und den Wettbewerber um eine Lizenz zur Nutzung gebeten. Nach einer entmutigenden Antwort ihrer Anwälte beschlossen wir, unser erstes eigenes Geschäft nach einigen Monaten einzustellen.

Meine 3 Key-Learnings

Auch wenn es nur ein kurzfristiger Erfolg war, möchte ich diese Erfahrung auf keinen Fall missen. Dies sind meine 3 wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit:

  1. Just do it—Egal wie alt (oder jung) du bist und wie viel Erfahrung du hast oder nicht. Fang einfach an und starte mit kleinen Tests.
  2. Spread the word —PR ist ein günstiger Kanal, der anfangs gut für uns funktionierte. Es könnte allerdings zu Beginn mehr Aufwand erfordern, als die Einrichtung von ein paar Facebook-Anzeigen.
  3. Mach deine Hausaufgaben — Marktforschung, Produktentwicklung und natürlich Patent-/Markenforschung, Du musst der Experte für dein Produkt und deinen Markt sein. Investiere die nötige Zeit, um es zu werden.

Hoffentlich hast du etwas aus dieser kleinen Geschichte mitnehmen können.

Cheers, 
Julian