Warum ich seit 15 Jahren blogge

Und warum ich gerne viel schreibe


Ich bin ein Blogger, das räume ich gerne ein. Auf zahlreichen Podien wurde ich früher als Enfant Terrible eingeladen und musste erklären, warum jemand überhaupt bloggt — ohne damit direkt Geld zu verdienen. Diese Zeit ist zum Glück längst vorbei, zumal ich seit vielen Jahren auch als Journalist (seit 1991), Buchautor und neuerdings Platisher auf Medium publiziert habe.

1999 war mein erstes Mal. Vor der Jahrtausendwende habe ich für mich das Bloggen entdeckt und mit dem Schreiben eines anonymen Online-Tagebuchs begonnen. Je mehr ich über private Dinge nachgedacht und diese publiziert habe, desto mehr habe ich dadurch auch über andere Menschen aus meinem privaten und Arbeitsumfeld geschrieben. Trennen ließ sich das irgendwann nicht mehr. Irgendwie war es faszinierend zu spüren, wie Menschen meine Gedanken aufnahmen und mit mir darüber online diskutierten. Anders als in einem Chat fand das alles in der Öffentlichkeit statt und war für jeden sofort findbar.

Letztlich hat das etwas mit meinem Identitätsmanagement und Wahrnehmung zu tun. Ich nehme durch mein Schreiben, meine Blogeinträge unmittelbar Einfluss auf mein digitales Dasein und teile meine Gedanken mit anderen. Auf diese Weise zahle ich auf meine Reputation ein und stelle Nähe zu Menschen her.

Unter einer Identität wird die einzigartige Kombination von persönlichen und unverwechselbaren Eigenschaften des Individuums verstanden. Dazu gehören unter anderem der Name, das Geschlecht und der Beruf. Dadurch können wir uns als Menschen voneinander unterscheiden und eine personale Integrität herstellen. Unsere Identität ist immer eng verknüpft mit Identifizierung, dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, Gruppenzugehörigkeiten und Selbstpräsentation. Genau das tun wir mit dem Bloggen.

10 Jahre blogge ich auf dem PR-Blogger

Seit 2004 gebe ich den PR-Blogger heraus. Aus dem Experiment ist irgendwann etwas Bleibendes geworden. Die kleinen Erfolge in der Kundengewinnung, die positive Resonanz der Leser und die guten Suchmaschinenergebnisse haben mich darin bestätigt, das Fachblog immer weiterzuführen. Anfangs habe ich mehrere Beiträge in der Woche gebloggt und mich intensiv mit der Online-Kommunikation auseinandergesetzt. Zu den Schwerpunkten gehörten frühzeitig die Themen Reputation Management und Content-Strategie. Mit der Zeit ist mein Blogengagement jedoch etwas weniger geworden, weil ich das Beratungsunternehmen Eck Consulting Group (früher Eck Kommunikation) gegründet habe. Dennoch blogge ich immer noch sehr gern, nur eben nicht mehr so häufig.

Als PR-Blogger konnte ich mich früh mit dem Neuland Internet auseinandersetzen und erhielt insgesamt bisher vier Buchverträge. In meinem ersten Buch stellte ich Anfang 2007 Corporate Blogs vor, in den beiden späteren setzte ich mich mit dem aktiven Reputation Management und der Transparenzgesellschaft auseinander. Mein neues Buch “Content-Revolution” erscheint im vierten Quartal 2014. Gemeinsam mit Doris Eichmeier schreibe ich darin über das Thema “Content-Strategie und Content-Marketing”.


Mein digitales Leben ist trotz des öffentlichen Schreibens wenig privat. Ich sehe darin immer auch eine Art Identitätsmanagement. Jeder muss sich darüber im Klaren sein, welche Rolle er im Leben spielen will und diese in gewisser Weise online repräsentieren. Deshalb biete ich online nicht so viel Privates von mir an.

Meine Arbeit als Unternehmensberater für Digital Business bringt es mit sich, dass ich auf meine Online-Aktivitäten angewiesen bin. Ich pflege mein Netzwerk über Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter und betreibe darüber auch Personal Branding und Reputation-Management in eigener Sache. Übrigens nutzen ich alle Kanäle beruflich, freue mich daher auch über neue Facebook-Kontakte.

Darüber hinaus darf jeder sehen, welche Bücher ich auf Goodreads stelle und lese, wo ich mit der Bahn in Deutschland unterwegs bin, in welchen Restaurants und Hotel ich bin sowie Impressionen (Instagram) mir so gefallen.

Warum wir schreiben oder bloggen

Warum schreibe ich eigentlich (nicht nur) auf Medium? Was mir an dieser Plattform gefällt, hatte ich bereits erwähnt. Beim Schreiben/ Bloggen präsentieren wir in der Regel unsere Persönlichkeit unseren Lesern, es schafft erst eine digitale Identität. Nur wer schreibt, bleibt in der Aufmerksamkeit seiner digitalen Kontakte.

Sehr schön hat Stephen King geschrieben, worauf wir Schreiberlinge achten sollten. Gleichzeitig liefert er zahlreiche Gründe zum Schreiben.

“When you write a story, you’re telling yourself the story. When you rewrite, your main job is taking out all the things that are not the story. …
Writing isn’t about making money, getting famous, getting dates, getting laid or making friends. Writing is magic, as much as the water of life as any other creative art. The water is free. So drink.”

Es gibt viele Gründe für mich zu schreiben. Momentan sogar sehr viele: Ich schreibe,

weil ich meine Gedanken und Ideen darüber ordnen kann,
weil ich meine Recherchen zusammenfassen kann,
weil ich ein Buch fertigstellen will,
weil ich mich vom Buchschreiben ablenken will,
weil ich gerne mit Worten spiele,
weil ich darüber meine (digitale) Umwelt erfasse,
weil ich mich damit von anderen Dingen ablenken will,
weil ich das Feedback meiner Leser und den Dialog mag,
weil ich darüber eine Erinnerung festhalten kann,
weil es mir beim Lernen neuer Inhalte hilft,
weil ich mich dadurch auf etwas konzentrieren kann,
weil ich es kann,
weil ich auf diese Weise eine digitale Nähe zu Ihnen herstellen kann,
weil ich dadurch meine Identität forme,
weil ich durch das Schreiben ein Bild von mir forme und hinterlasse,
weil es mir viel Spass macht,
weil ich über das Schreiben auf meine Reputation einwirke,
weil ich damit darüber auf meine digitale Identität Einfluss nehme,
weil ich neugierig auf die Reaktionen auf meine Gedanken bin,
weil ich als Berater auf diese Weise Kunden gewinnen kann,
weil ich Anknüpfungspunkte für Debatten liefern möchte,
weil das Schreiben eine Artikulationsform ist, die ich liebe.

Und warum schreiben oder bloggen Sie?

P.S.: Wenn Ihnen etwas in meinem Medium-Artikel gefällt, freue mich sehr darüber, wenn Sie auf den Recommend Button klicken und das damit anderen zeigen.

Email me when Klaus Eck publishes or recommends stories