Smart City vs/& Smart Area

Am 08.12. hat auf dem Tobit Campus in Ahaus das erste Enabling Innovation Barcamp stattgefunden. Ich durfte gemeinsam mit den Kollegen vom Münsterland e.V. und Kai Heddergott für den Digital Hub münsterLAND in der Organisation mitwirken und damit einen Beitrag zur Vernetzung zu Digitalisierung und Innovation im ländlichen Raum leisten. Wir haben uns sehr gefreut, dass über 100 Teilnehmer unserer Einladung gefolgt sind.


Ich habe auf dem Barcamp eine Session zum Thema “Smart City vs. Smart Area” organisiert. Dank der vielen Teilnehmer kamen einige Anregungen zur Situation im Münsterland zusammen. Ohne Garantie auf Vollständigkeit und Korrektheit möchte ich nachfolgend ein paar Wortbeiträge auflisten. An einigen Stellen habe ich Links ergänzt.

  • Voraussetzungen für #SmartAreas: Gute Verkehrsanbindung in die Großstädte, Schnelles Internet (Download und Upload), Zusammenarbeit Wirtschaft / Institutionen / Kommunen, (Digitale) Bildungsinfrastruktur, Fördermittel / Risikokapital, Netzwerk von Gleichgesinnten. Siehe auch: Die neue Landlust der Startups
  • Kostendruck in der Stadt beginnt, die Leute wieder auf das Land treiben — Vision: Verfallene Dörfer günstig kaufen und diese in eine Community (inkl. Hipster) umwandeln — Anregung: http://www.coconat-space.com
  • Anonymität in der Großstadt nimmt zu. Den Zusammenhalt im Dorf kann man nutzen für die Entwicklung einer wirklichen Perspektive für den ländlichen Raum.
  • Steigende „Landlust“ in der Bevölkerung: Ruhe genießen auf dem Land. Gerade gibt es viele Initiativen — insbesondere im ländlichen Münsterland
  • Andere Dinge erscheinen im Münsterland kurzfristig sogar wichtiger zur ländlichen Entwicklung als digitale Aspekte, vor allem die Verkehrsinfrastruktur lässt zu wünschen übrig (z.B. Busanbindungen)
  • Mittelfristig sind Glasfaseranschlüsse auch im ländlichen Raum unverzichtbar: „Wenn ich nur Schotterpisten habe, werde ich nie einen Ferrari entwickeln.“ Wie es in der eigenen Gemeinde mit dem Anschluss aussieht kann man übrigens im Breitbandatlas sehen.
  • Ältere Menschen müssen mitgenommen werden — gerade hier dringen die digitalen Ansätze nicht durch. Komplett neue Apps zur digitalen Nachbarschaftshilfe (wie z.B. http://www.digitale-doerfer.de) sind erstrebenswert aber nicht leicht zu vermitteln, um die notwendige Wirkung zu entfalten.
  • Mehr Marketing oder weniger? Nahezu jede Stadt/Region hat ein eigenes Motto/Leitspruch und andere Werbekampagnen entwickelt… Ist das Geld richtig angelegt? Mehr Zusammenarbeit regional übergreifend wünschenswert.
  • Auf den Dörfern fehlt die kritische Masse, so dass sich Plattformkonzepte etablieren können. Am Ende müssen diese sich idealerweise auch betriebswirtschaftlich tragen.
  • Es braucht mehr innovative Projektideen zur Steigerung der Mobilität im ländlichen Raum, z.B. automatisierte kleine Shuttle-Busse. Weitere mögliche Themen: E-Health (Ärztemangel, E-Government. Kommunen brauchen eine zukunftsfähige digitale Strategie, so dass diese Dinge da reinpassen.
  • Unternehmen müssen selbst alles dafür tun, die Fachkräfte anzuwerben und zu behalten. Kommunen müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Mehr dazu auch im Blog von Uwe Rotermund.

Vielen Dank für die Beteiligung. Wer sich mehr für weitere Beispiele interessiert, dem empfehle ich das Video meiner Session gemeinsam mit den Kollegen von Smart Rural Areas und Betzdorf Digital auf der re:publica 2017: