Analog-Kirche im Digitalen

Ausgehend vom Artikel von @hannesleitlein http://www.zeit.de/2017/13/digitalisierung-medien-martin-luther-kirchen-reformation-netz hat sich auf Twitter eine interessante Debatte entwickelt. Nun, wie soll ich sagen: Hier sitze ich, ich kann nicht anders :-)

Ich finde es alleine schon deshalb geboten, dass die Kirche sich mit den Gegebenheiten von Social Media und den neuen Modi der Kommunikation Online auseinandersetzt, weil wir in der kurzen Zeit, die es die Systeme gibt, schon erlebt haben, welches Potenzial zur Transformation unserer Gesellschaft ihnen innewohnt. Ganz so, wie die Briefpost und nach ihr die Verbreitung der Telefone als Massenmedium, das Auto als Mittel zur persönlichen Mobilität und das Privatfernsehen die Organisation von Gesellschaft nachhaltig beeinflußt haben, so haben wir jetzt mit der Verbreitung der multimodalen Kommunikation etwas vor uns, das unser Zusammenleben wirklich deutlich beeinflusst; jeder kennt da sicher genug Beispiele, von Telemedizin und uber über den arabischen Frühling und des US-Präsidenten Twitter-Account, Gamergate und Male Rights Activists und den Aufstieg von Youtube als Tutorial-Verbreitungskanal. Wikipedia als Killer der Enzyklopädie-Verlag, und und und.

Wenn Kirche ihre Rolle als Gestalterin von Gesellschaft noch ernst nimmt, dann muss sie Wege finden, diese Veränderungen zu begleiten und mit ihren eigenen Positionen zu beeinflussen. Diese Positionen kann sie aber nur überzeugend entwickeln, wenn sie sich mit diesen Veränderungen auskennt und eine differenzierte Position entwickelt. Und solange das nicht passiert, solange diese Position nur von unspezifischen Bedenken getragen ist, gibt es nur ein Feld mehr, in dem Kirche nicht wahrgenommen — oder zwar wahr-, aber nicht ernstgenommen wird.

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