Unwissenheit_innen

Dies ist ein humoristischer Beitrag über Feminismus, oder auch: Mein digitales Grab. Ich entschuldige mich bei all jenen, denen ich im Verlaufe dieses Beitrages ein Lächeln von ihren politisch korrekten Lippen locken kann. Ich möchte nicht eure chronische Selbstgerechtigkeit zerstören und bitte deshalb jeden, der einen Stock im Anus stecken hat, diese Seite zu schließen—außer, dieser Stock befindet sich dort aus medizinischen Gründen.

Ich bin in einem Dorf auf dem Lande aufgewachsen. Bei uns spielt man draußen Fußball (ich nicht, ich war schon immer faul), geht nur während der Konfirmationszeit in die Kirche (außer die Älteren, die gehen auch so) und trifft sich ab dem 16. Lebensjahr zum Saufen im Kirmeszelt (spätestens). Wir haben keine Terroristen, keine Pazifisten und auch keine Feministen. Wir sind ein Dorf und am Dorf gibt es keine Probleme. Zumindest keine von globaler Wichtigkeit.

Entsprechend naiv war auch meine Herangehensweise an Feminismus. Ich bin aufgewachsen mit dem Grundsatz, meine Mitmenschen respektvoll zu behandeln. Mein Vater hat mir nicht geprädigt, ich sei auserkoren, das weibliche Geschlecht zu knechten. Und meine Mutter hat genauso starke Meinungen und Ideen, wie alle anderen im Haus. (Was Hausaufgaben angeht, sogar die besten. Danke, dass du meine Kunstbilder gemalt hast, Mama!)

Der einzige Unterschied, den ich als Kind zwischen mir und Mädchen gezogen habe, ist, dass Dörte sich in der dritten Klasse als Linkshänderin geoutet hat. Wenn ich naives Dorfkind also über Feminismus nachdenke, sehe ich keine Baustellen, weil in meinem Dorf keiner den Boden aufgerissen hat. Aber wie gesagt: Wir haben auch keine Terroristen im Dorf und trotzdem gibt es sie. (Tante Erna ist vermutlich eine; was die für Gestanksbomben in der Hülsenfrüchteabteilung heraushaut, ist schon radikalen Ursprungs.)

Und genau da liegt der Chauvinist in der Disko begraben: Nur weil ich mir in meiner heilen Welt nicht vorstellen kann, wie man Frauen herablassend betrachten oder gar behandeln kann, heißt das nicht, dass es in der Gesellschaft nicht eben solche Menschen gibt. Und doch ist es für viele, die aus ähnlichen Verhältnissen kommen wie ich, nicht immer leicht, Probleme zu erkennen, denen man nie begegnet ist.

Mein Plädoyer geht also an alle, die sich der Sache des Feminismus verschrieben haben: Bringt Anstand und Respekt in eine Unterhaltung und denkt nicht, dass jeder Mann, der sich beteiligen möchte, ein chauvinistischer “Mansplainer” ist, der sein Geschlechtsorgan jeden morgen aus seiner Unterhose zieht wie Excalibur, nur um die Damen Deutschlands zu unterjochen. (Der durchschnittliche Penis ist übrigens gerade mal 14cm lang. Die meisten könnten also mit ihrem Ding nicht mal eine Zwiebel schneiden.) Lasst dumme, naive Männer wie mich auch teilhaben, erklärt uns euren Standpunkt und vermutet zunächst, dass es sich hier um einen handelt, der mit euch diskutieren will; und nicht gegen euch.

Das wilde, generische Maskulinum, das in diesem Text umherstreift, wohnt hier mit der Genehmigung des Autors. Sein hässlicher Cousin Generix Maskulinum*in wohnt in Hässlichtextanistan und konnte leider nicht für einen Auftritt gewonnen werden. Der Titel ist deshalb eine Hommage an ihn/sie/es/wurst.