Rassistische Traditionen im Osten

Rassisten und Anti-Semiten waren Teil einer sozialen Realität, die ich als Bestandteil der dunklen Seite der DDR bezeichnen möchte und sie bildeten die Kerne einer ansonsten amorph strukturierten reaktionären Masse, die den sozialen und politischen Verhältnissen kritisch gegenüberstand. […]
 Durch die vorgelegten historischen Beweise eines speziellen und wirkungsmächtigen Rassismus in der DDR wird klar, dass die gegenwärtige Situation wesentlich auch der Tatsache einer rassistischen Kontinuität geschuldet ist. Es braucht also den historischen Blick und die historische Analyse um zu verstehen, vor welchen Gefahren wir jetzt stehen. Erst mit dem wissenschaftlichen Verständnis für die Komplexität des Geschehens, lässt sich begreifen, wie diese nationalistischen Explosionen der Gewalt seit mehr als zwei Jahrzehnten angelegt sind und wie es möglich wurde, dass weder der deutsche Staat noch seine Gesellschaft in der Lage sind, die rassistische Dynamik einzudämmen. aus:
Leseprobe “Der gescheiterte Antifaschismus in der DDR”

Der Historiker Harry Waibel durchforstet die Stasiakten und fand heraus, dass rassistische Progrome Tradition haben im Osten. Seit dem Aufkommen der Vertragsarbeiter in den 1970ern bis zum Ende der DDR gab es 200 progromartige Zwischenfälle mit mindestens 10 Toten:

Und die Leute, die damals die Kubaner und Algerier gejagt haben, waren keine besorgten Bürger, die Angst vor Überfremdung oder Angst um ihren Arbeitsplatz hatten.

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Originally published at blauerbueffel.wordpress.com on October 16, 2015.