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Du hast keinen Mentor? Ich kenne einen Trick

Alle Welt spricht davon, dass man einen Mentor braucht, wenn man es auf einem Gebiet zur Meisterschaft bringen will. Das ist einer der meist gegebenen Tipps im Bereich „Erfolg“, der meiner Meinung auch wirklich sinnvoll ist.

Wenn man eine bestimmte Sache — schreiben, filmen, zeichnen, öffentliche Reden halten, ein Business gründen, ein erfülltes Leben führen — lernen will, dann geht es am schnellsten wenn man sich von jemandem unterrichten lässt der bereits ein Meister in dem Gebiet ist in dem man es selber zur Meisterschaft bringen will. Das macht gleich mehrfach Sinn.

Vorteile eines Mentors

Der Mentor kann dir zum einen beibringen auf welche Techniken und Dinge du dich konzentrieren sollst um schnellstmöglich zum gewünschten Erfolg zu kommen. Gerade am Anfang weiß man nicht so recht wo man anfangen soll und die Tipps die man in seinem Metier im Internet so zu lesen bekommt sind meist noch vielfältiger. Entweder wird man so verwirrt, dass man erst gar nicht anfängt oder man fängt zwar an, springt dann aber wie ein Kaninchen auf der Flucht vor dem Fuchs wild von einem Thema zum nächsten. Das demotiviert einen so schnell, dass man es gar nicht schafft auf ein Level zu kommen, wo es erst richtig anfängt spannend zu werden. Das ist nicht nur sehr schade für dich persönlich, sondern auch für alle anderen die dann der Kunst beraubt werden, welche du hervorbringen könntest.

Never ask advice of someone with whom you wouldn’t want to trade places“ — Darren Hardy

Zum anderen bewahrt dich ein Mentor davor die typischen Anfängerfehler zu machen. Er hat die Erfahrung in jahrelanger Arbeit selbst gemacht (oder von seinem Mentor gelernt). Er kann dir diese kostbare Zeit ersparen und dich in wenigen Jahren dahin bringen, wofür du alleine 20 Jahre gebraucht hättest. Das ist quasi so, als würdest du durch ein Wurmloch in die Zukunft reisen. Du ersparst dir viele Jahre deines Lebens in denen du deine Kunst weiter verfeinern und auf Stufen bringen kannst von denen selbst dein Mentor träumt oder andere und neue Dinge lernen kannst. Du lebst länger, weil dein Mentor dich schneller leben lässt.

Fehler die man durch einen Mentor vermeiden kann müssen aber nicht immer unbedingt Erfahrungen sein, die man vermeidet. Viele Sachen sind beim Erlernen einer neuen Fähigkeit sinnvoll, aber die Reihenfolge spielt eine genauso wichtige Rolle. Dein Mentor kann dir die benötigten Skills in der richtigen Reihenfolge beibringen und so ebenfalls für eine immense Verkürzung deines Lernprozesses sorgen.

Großmeister im Schach bringen Neulingen z.B. nicht als erstes mögliche Eröffnungszüge mit Bauern und einem vollen Spielbrett bei, sondern wie man spielt wenn beide Spieler nur noch den König und einen Bauern haben. Das überfordert die Neulinge nicht mit zunächst unnötigen Details, sondern bringt ihnen ein tieferes Verständnis des Kerns vom Spiel.

Wie du also siehst, macht es sehr viel Sinn dir einen Mentor zu suchen und ihn zu beknien dich aufzunehmen und zu unterrichten, wenn du es mit einer Sache richtig ernst meinst. Viele Leute haben aber das Problem, dass sie in ihrem Umfeld niemanden kennen der zufällig ein Meister auf dem Gebiet der Kunst ist, das man sich ausgesucht hat.

Der Trick

Zum Glück für dich gibt es einen kleinen Trick den du anwenden kannst, der wie folgt geht:

Suche dir auf deinem Gebiet einen Mentor aus, der ausgewiesener Experte ist. Jeder Experte hat meistens Bücher oder andere Formen von zusammengestelltem Wissen veröffentlicht (Artikel, Videos, etc.). Besorge dir zunächst das Einsteigerwerk und lese bzw. arbeite es durch. Expertise alleine reicht aber noch nicht. Wenn du jemanden gefunden hast, stelle etwas Hintergrundrecherche über ihn an. Wer ist er, wie lebt er? Versuche so viel wie möglich über ihn herauszufinden. Mache dir ein Bild von ihm (oder ihr). Kannst du dich mit dieser Person identifizieren? Würdest du gerne so leben wie diese Person? Wenn ja, dann gehe den nächsten Schritt und besorge dir ALLES was er oder sie jemals veröffentlicht hat. Lese jedes Buch, schaue jedes Video, jeden Film, höre alle Reden, Interviews und Podcasts. Versuche so gut wie es geht in den Geist deines neu erkorenen Mentors einzudringen und seine Art zu denken so gut wie möglich zu verstehen.

Dieses Wissen um die Denk- und Lebensweise deines neuen Mentors muss dich fortan bei jeder Entscheidung begleiten, egal ob im Privat- oder Berufsleben.

Wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst und nicht sicher bist, welches die für dich beste Lösung ist, mache Folgendes. Stelle dir vor du kennst deinen Mentor persönlich. Stell dir weiter vor, dass du ihn auf einen Kaffee eingeladen hast, weil du seinen Rat brauchst. Ihr sitzt gemütlich über einen schönen Tasse heißen Kaffees und du erzählst deinem Mentor von deiner Zwickmühle. Mit all den möglichen Entscheidungswegen und den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Jetzt lasse den Mentor in deiner Phantasie einfach auf deine Fragen antworten. Du hast dir soviel Wissen über deinen Mentor angeeignet, dass du dir auch einen Gutteil seiner Art zu denken und Probleme anzugehen einverleibt hast.

Am besten funktioniert diese Methode für mich, wenn ich das Ganze schriftlich in einer Art Journal Eintrag mache. Je realistischer ich die Szenerie beschreibe, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ich während des Schreibprozesses zu erstaunlichen Einsichten gelange. Wenn ich meine Mentoren sprechen lasse, dann bekomme ich manchmal einen Rat, der mich selbst verwundert, obwohl ich ihn ja offensichtlich die Ganze Zeit in mir gehabt habe.

Der Trick besteht darin, dass man sich emotional von seinem Problem löst und dieses aus den Augen eines Außenstehenden betrachtet. Je mehr du über diesen Außenstehenden (den Mentor) weißt, desto höher die Erfolgswahrscheinlichkeit auf einen guten Rat. Wenn dieser Mentor auch noch genau das erreicht hat, was du auch erreichen willst, umso besser.

Dieses kleine Gedankenexperiment ist natürlich nicht so gut, wie das originale Mentoring. Am besten wäre es natürlich wenn man seine Vorbilder oder Leute die das Ganze auch erreicht haben, ohne (mehr oder weniger) in der Öffentlichkeit zu stehen, persönlich kennen würde und um Rat fragen könnte. Da das aber leider vielen von uns, in der aktuellen Lage in der man sich befindet (meist zu Beginn seiner Unternehmungen) nicht möglich ist, empfinde ich diesen kleinen Trick als hilfreichen ersten Start.

Viele Spaß beim „herumspinnen“.

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