Facebook eignet sich nicht als zentrale des Internets

Nach der Veröffentlichung des neuesten Facebook Produkts wird auf Twitter breit diskutiert. “Mit instant articles” will Facebook in Zukunft die Nachrichten der Verlage direkt in Facebook integriert wissen. Die Begründung hierfür: bis zu 8 Sekunden Ladezeit seien nicht zumutbar, wenn man mit mobilen Geräten unterwegs ist.

Was sich jedoch tatsächlich abzeichnet ist der nicht endende Machthunger von Facebook. Der Zusammenhang mag radikal erscheinen dennoch kann man in autoritären Systemen sehr gut sehen, welche Macht Informationsmedien bieten und wie stark diese die Meinungen der Gesellschaft prägen, sehen wir auch in der heutigen Zeit in Deutschland. Nun wird die Macht in zwei weiteren Punkten auf Facebook konzentriert:

  1. Facebook bekommt noch mehr Informationen über meine Interessen, meine politischen Ansichten und filtert mir anhand dessen unliebsame Artikel vor der Nase weg. Das führt auf Dauer zu einer “Filterblase” innerhalb der man sich nicht mehr mit anderen Meinungen auseiander setzen muss.
  2. Wir verbringen noch mehr Zeit auf Facebook. Facebook sichert sich damit einmal mehr ihre Position auf unseren Smartphones, in unseren Köpfen und vor allem in unserer Benutzung. Facebook wird immer mehr zum zentralen Einstiegselement in das Internet.

Vor diesem Hintergrund muss also in erster Linie die Richtung der Entwicklung gesehen werden. Für Facebook angenehmer Nebeneffekt: Sich im Rahmen von Paid Content Lösungen die Bezahldaten von Kunden zu sichern und als Vermittler für den Absatz der Nachrichtenverlage zu dienen. Dass dieser Service für die Nachrichtenportale auf Dauer nicht kostenlos bleiben kann sollte außer Frage stehen.

Abschließend muss festgestellt werden, dass Facebook nicht das geeignete Medium ist ein Synonym für das Wort Internet zu werden. Wenn eine zentrale Lösung gesucht ist, so muss dies eine sein, die nicht von wirtschaftlichen Interessen getrieben ist sondern von tatsächlich altruistischem Verbesserungsdrang und dem Wunsch, den Nutzern ein besseres Erlebnis zur Verfügung zu stellen.

Man stelle sich ein herkömmliches Unternehmen vor, das 1/9 der Wetbevölkerung als Kunden benennen kann und stelle sich vor, wie lange dieses Unternehmen bereits aus kartellrechtlichen Gründen zerschlagen worden wäre. Es wird Zeit, dass eine wirkliche Alternative aufblüht und Facebook auch von gesetzlicher Seite Einhalt geboten wird!

Dies erfordert nicht zuletzt eine bessere Aufklärung über die Machtverhältnise im Internet und die gesellschaftliche Relevanz der Digitalen Entwicklung. Liebe Nerds, das bleibt wohl unserer Aufgabe! Fangen wir besser jetzt an, als zu spät!